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Montag, 22. August 2022

Einflüsse

 Wenn wir darin übereinstimmen, daß die ideale Methode, Wissenschaft zu lehren, darin besteht, dem Schüler die Möglichkeit zu geben, Newtons Gesetze von der Bewegung mehr oder weniger selbständig neu zu entdecken — kann man dieselbe Methode dann auch beim Vermitteln ethischer und moralischer Werte anwenden? Zunächst meinen wir unwillkürlich, daß Ethik im normalen Lehrplan nichts zu suchen hat, es sei denn, man spezialisiert sich auf Philosophie oder Theologie. Diese Antwort ist jedoch übereilt, denn bei allem, was wir in irgendeinem Fach unterrichten oder schreiben, vermitteln wir stillschweigend oder sogar ausdrücklich moralische Prinzipien und Werturteile. Der größte Aberglaube unserer Zeit ist der Glaube an die Wertfreiheit der Wissenschaft. Schon das Schlagwort Wertfreiheit beinhaltet ein  Programm und ein Credo.

Kein Schriftsteller oder Lehrer oder Künstler kann der Verantwortung entrinnen, andere zu beeinflussen, ob absichtlich oder nicht, ob bewußt oder nicht. Dieser Einfluß beschränkt sich nicht auf seine explizite Botschaft; er ist um so stärker und heimtückischer, als er größtenteils implizit ausgeübt wird - ein verborgener Verführer, dessen Lehren unbewußt aufgenommen werden,

A. Koestler

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Jedem Kenner des Menschen ist es bekannt, wie schwer es ist, Erfahrungen so zu erzählen, daß sich in die Erzählung kein Urteil einmischt. 

G. Ch. Lichtenberg


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Mittwoch, 20. November 2019

Meinungsbilder

"Ich glaube, es ist nicht gesund, wenn sich die veröffentlichte Meinung zu weit vom Meinungsbild der Gesamtbevölkerung unterscheidet. Verstärkend wirkt das Phänomen, dass die parteipolitischen Präferenzen von Journalisten in Deutschland nicht den gesellschaftlichen Durchschnitt widerspiegeln. Journalisten sind mehrheitlich im rot-grünen Spektrum verortet. Es braucht wieder mehr Pluralismus. Mehr Unterschiede in der demokratischen Mitte. Damit es weniger Polarisierung an den Rändern gibt."
Mathias Döpfner, Springer-Verlag.
In Österreich ist es eher noch "schlimmer", weil hier der ORF ton- und bildangebend ist und dessen Ausrichtung ist ja bekannt. Und die sogenannten "seriösen Blätter" spielen auch alle nur in derselben Tonart.
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Und als würzige Draufgabe noch ein bißchen Lichtenberg:
»Heutzutage machen drei Pointen und eine Lüge einen Schriftsteller. «
 »Wenn die Frankfurter Rezensenten wüßten, wie sie bei vernünftigen Leuten stünden, so würden sie gewiß jeden loben, den sie verworfen wissen wollen. «
"das Geschrei der Zeitungsschreiber und der Barden...."
Heute sind es nicht mehr nur die Frankfurter Rezensenten, sondern vor allem die Hamburger. 

Samstag, 2. Juni 2018

Nachrichtengebung

»Nachrichtengebung ist Agitation durch Tatsachen bei gleichzeitiger Information der Leser (Hörer, Seher) ... Die Auswahl der Nachrichten, ihre Plazierung, die Zusammenstellung der einzelnen Fakten innerhalb einer Nachricht sowie die Wortwahl und Überschriftengestaltung wird parteilich vorgenommen.«
Wer denkt da nicht an den ORF?
Es ist aber ein Auszug aus dem Journalistischen Handbuch der DDR.
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Insgesamt ist die Berichterstattung des ORF "mehr Ausdruck der Empfindung als" Information - am deutlichsten erkennbar am Wetterbericht, wo dem verehrten Publikum die Sorge abgenommen wird, ob esbestimmte Wetter-Fakten als "sehr warm" oder " extrem kalt" empfinden soll. Und das kann man natürlich auch auf die politische "Information" hochrechnen. Was sie allein mit dem Adjektiv "umstritten" anstellen! Überhaupt die Beiworte! Man möchte ihnen mit Morgenstern zurufen:
"Überprüfen Sie gelegentlich Ihre Adjektive"!

Freitag, 24. Juli 2015

Strafing

Asyl: Ob die Innenministerin Mikl-Leitner einen guten Job macht oder nicht, kann man gar nicht beurteilen, denn es gibt kaum neutrale Informationen darüber. 
Schwer ist er auf jeden Fall und auch gefährlich, denn die vorwiegend linksdrehenden Medien, allen voran der ORF, haben die Meinungs-Lufthoheit und knallen jeden erbarmungslos ab, der sich aus der Deckung wagt.

("Strafing" ist der militärische Fachausdruck für Tieffliegerbeschuss)

Samstag, 4. Juli 2015

Eingebaute Kommentare

Wir hatten in den letzten Jahren der DDR einmal eine Familie aus Dresden bei uns in Wien zu Gast, mit der wir uns während eines Camping-Aufenthaltes dort angefreundet hatten. Das Ganze war fürchterlich kompliziert und kam wohl auch nur zustande, weil die Frau offenbar gute Beziehungen zur SED hatte, nennen wir es einmal so. Wir ahnten das damals schon, aber es war uns damals und ist uns heute egal. Wir waren politisch und moralisch nicht angreifbar und es waren nette Leute, unsere Beziehungen waren ausschließlich kultureller Art - bei Dresden ja nicht verwunderlich. Und wir waren und sind ja von Dresden begeistert, angefangen bei seinen Kunstschätzen, seiner Oper bis hin zu Karl May.
Warum ich hier darauf zurückkomme, ist Folgendes: Unsere Gäste nahmen erstaunt zur Kenntnis, dass bei unseren TV-Nachrichten kein wertender Kommentar dazu geliefert wurde! (Dazu muss man wissen, dass man in Dresden kein Westfernsehen empfangen konnte, man nannte es das "Tal der Ahnungslosen"). Das war vor ca. 30 Jahren.
Heute sind wir auch bei uns so weit, dass es praktisch keinerlei Nachrichten in Funk und Fernsehen ohne Kommentar mehr gibt, nur wird er nicht mehr separat angeliefert, sondern steckt schon in Auswahl, Reihung und Präsentation der Nachrichten drin. Darüber hinaus wird gratis und franko auch noch eine vorgefertigte Instant-Emotions-Essenz dazugepackt, die man nur aufzulösen braucht.


Ich fürchte nur, dass der "moderne Mensch" nur mehr medial-eingespeichelte und vorgekaute Informationen verdauen kann.

Samstag, 13. Juni 2015

So ein Pech

 Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat ihre Beamten angewiesen, vorläufig keine Asylverfahren mehr durchzuführen.....
Jetzt bricht bei den medialen Moralwächtern sowie bei Pollack&Co. ein veritabler Shitornado los. Aber leider war der Zeitpunkt der Bekanntgabe der Weisung des Innenministerin für einige Printmedien in dieser Liga extrem ungünstig, da sie es nur mehr rein informativ in die Wochenend-Ausgabe einrücken konnten und keine Zeit mehr blieb, ein wertendes Campaigning zu starten. Das haben sie gar nicht gern, solche gefährlichen Meldungen ohne ideologische Gebrauchsanweisung auf das dumme Publikum loszulassen. Die WZ muss sogar bis Dienstag warten, wenn sie nicht eine Sonderausgabe einschiebt. So mussten sie auf ihre Online-Zweige ausweichen. Aber wenigstens war der ORF auf dem Posten,  um seine guten Werke zu vollbringen.

Dienstag, 2. Juni 2015

Frechheit

Frechheit! Da haben ORF und linksdrehende Medien seit Jahren die Lufthoheit in der Meinungsschlacht, überziehen das Land mit moralischen Flächenbombardements und dann wählen die Leute unmoralisch und unbotmäßig! Da stimmt doch was nicht mit unserer Demokratie - oder?
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http://www.wienerzeitung.at/meinungen/leitartikel/755019_Fluechtlinge-als-Beispiel.html?em_cnt=755019&em_comment=1

Also, das ist ...phänomenal! Das ist Journalismus "at his best".  Ich muß leider Morgenstern bemühen:
"Und so schließt er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf".
Und so wird die (betrübliche) Tatsache, dass das Flüchtlingsthema sehr wohl für den Ausgang der Wahl relevant ist, flugs und gekonnt dahin umgedeutet, dass die zu Tage getretenen Flüchtlings-Rangierprobleme die Leute davon abgehalten haben, SPÖVP zu wählen. Das kratzt aber meiner Meinung nach die unbotmäßigen Wähler viel weniger als die Frage, warum die Migranten hierzulande von Politik und Medien gar so willkommen geheissen werden.

Samstag, 16. Mai 2015

Flüchtlingsdramaturgie

Momentan erzeugen Medien wie ORF und WZ, angeführt von ihren Frontmen als herausragende Galionsfiguren, wieder eine gewaltige moralische Bugwelle. Imposant, aber nicht imponierend, solange nicht jeder ihrer Mitarbeiter mindestens einen Asylanten bei sich beherbergt, wohlverstanden privat, nicht auf Regimentskosten.

Sonntag, 10. August 2014

Barbara Prammers Abschied

Zur Umrahmung Richard Wagner und Timna Brauer. Das wird in verschiedenen Mägen chemische Unverträglichkeitsreaktionen hervorgerufen haben. Aber:

Dabei könnte mir dieser Soundtrack-Mix durchaus gefallen, wenn man sicher sein könnte, dass er nicht durch Interessengruppen angerichtet wurde.

Ich bin mir sicher, dass diese Pfauenparade Barbara Prammer selbst nicht goutiert hätte.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Besorgt

"Besorgt über die explosive Lage in ..." eröffnet die Sprecherin des ORF das Nachrichten-Journal und legt Besorgnis in die Stimme.
Das ist genau das, was ich nicht vertragen kann: Diese Vermischung von Information und Emotion in der heute üblichen Journalistik.
Der ORF treibt es ja noch weiter mit seinen zuweilen überaus albernen soundclips ("so klingt ein Orkan"), die in den meisten Fällen ja nur vom jeweiligen lokalen Fernsehen "abgezapft" sind und nicht vor Ort captured.

Dienstag, 12. März 2013

NS+Philharmoniker


Die "mediale Lust" zum NS-Thema ist insgesamt noch immer sehr groß, zumindest beim ORF, der beispielsweise im "Kultursender" ORFIII ein geschätztes Drittel seiner Sendezeit, sieht man vom Wetterpanorama ab, der Antinazi-Bewußtseinsbildung widmet.  Daß Prof. Rathkolb (laut WZ) "keinen Schlußstrich" ziehen will, ist aus seiner Sicht verständlich, ist es doch seine ganz private Erfolgsstory. Ich persönlich halte es  nach wie vor für verlogen, die Unmoral vergangener Zeiten anzuprangern, um daraus höchst gegenwärtiges Kapital zu schlagen.
Fairerweise muss ich sagen, dass die gestrige Sendung in ORF2 über die Philharmoniker-Vergangenheit doch sehr interessant war; ich bedaure nur, dass es der Arbeit einer solchen,  extra auf Nazi-Trüffel konditionierten Suchtruppe bedarf, um alle diese aufregenden Bild-Dokumente über die Philharmoniker-Geschichte  im TV sehen zu können. Auf den redaktionellen Kon- und Subtext des ORF hätte ich getrost verzichten können.
Merkt man dort denn nicht, dass es schön langsam des Guten zuviel wird, dass man mit diesem boulevardesken Trommelfeuer gerade das fördert, was man angeblich verhindern will?
Oder ist das vielleicht sogar der erhoffte Zweck?

Montag, 20. August 2012

Hundstage

Wie jung und ... unerfahren müssen wohl die ORF-Wetterredakteure sein, welche die gegenwärtigen Temperaturen folgendermaßen ankündigten:
"Eine außergewöhnliche Hitzewelle erwartet uns".
Ein kleiner Blick in die Statistik hätte ihnen gezeigt, dass in der 2. Augusthälfte fast jedes Jahr solche "Hitzewellen" stattfinden.
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Immer wieder erbost es mich, dass ich für diesen unterklassigen Boulevard-Journalismus auch noch Gebühr zahlen muss.
 "Österreich"  (Ich kenne nur die Gratisausgabe) und "heute" schreiben auf ähnlichem Niveau.

Sonntag, 21. August 2011

ORF Kunden

Wie schaut der idealtypische ORF-Seher und -Hörer aus?

Der ist vor allem an Börsenkursen interessiert sowie an schönem, straaaahlend sonnigem Wetter, damit er ins Freibad gehen kann. Dazwischen nötigt er die Nachbarn, sich um Asylanten und Flüchtlinge zu kümmern, denn er selber hat leider keine Zeit dafür, weil - siehe oben!

Als jemand, der sein Geld mit Arbeit verdient hat, bin ich kein lohnendes Objekt für die ORF-Redakteure.

Freitag, 24. September 2010

Agenturjournalisten

Es wäre eventuell noch auszuhalten, wenn alle Zeitungen dasselbe schreiben, weil es halt so in der Agenturmeldung steht. Man liest ja doch nicht so viele Zeitungen. Wirklich ärgerlich ist, wenn alle Medien unkritisch Agenturmeldungen wiedergeben, die offensichtlich von einer Interessengruppe lanciert wurden. Man liest dann z. B.: „Produkt X wird teurer werden, weil…“ und es folgt irgendeine wahnsinnig plausible Begründung. Wenn es nach diesen Meldungen ginge, müssten der Liter Benzin und der Laib Brot schon längst 10 € kosten.

Jeder Journalist ist halt froh, wenn er Meldungen fix und fertig serviert bekommt, und der Zeitdruck tut ein Übriges.

Den Vogel hat übrigens vor einigen Wochen wiederum der ORF abgeschossen, als er flächendeckend in seinen wichtigtuerischen Journalen verkündete, daß Brot und Gebäck im Herbst um 7% (genauso!) teurer würde.

Montag, 6. September 2010

Schönwettersender ORF

 Der Schönwettersender


Von Bernhard Baumgartner (Wiener Zeitung)

Es gibt wohl kaum ein Thema, bei dem mehr gemeckert wird als beim Wetter. Zu heiß, zu kalt, zu trocken zu nass – je nach persönlicher Befindlichkeit passt das Wetter immer irgendwem nicht in den Kram. Das ist weder neu noch originell. Allerdings versucht der Radiosender Ö3 die Meinungsvielfalt in Sachen Wetter regelmäßig unter einer wahren Orgie an Schönwetterjubel zu begraben. Kaum klettern die Temperaturen an die 25-Grad-Grenze heran, bricht im Sender ein Jubelorkan aus, der seinesgleichen sucht. Und ist es dann wieder zu kalt, wird gejammert. Zuletzt bei der großen Hitzewelle im Juli: Als schon das ganze Land unter der Hitze stöhnte, fanden das die Ö3-Menschen in ihrem klimatisierten Bürohaus noch immer ganz toll. Dass es irgendwo da draußen auch Leute geben soll, die es nicht ganz so heiß mögen (zum Beispiel weil sie davon Schmerzen bekommen oder krank sind), hat sich noch nicht herumgesprochen. Es ist auch nicht fein, Zuhörern, die in heißen Büros ausharren müssen, vom Badewetter da draußen vorzuschwärmen.

Allgemeiner gesprochen: Wieso werden Wetternachrichten überhaupt mit Meinung konnotiert? Sind Wetternachrichten vom Objektivitätsgebot ausdrücklich ausgenommen? Warum kann man diese Nachrichten nicht neutral gestalten? Schließlich gibt es beim Wetter so viele unterschiedliche Meinungen, dass man es nie allen recht machen wird können. Interessanter Weise sind etwa die Verkehrsnachrichten immer knochentrocken und neutral gebracht, obwohl es sicher nur sehr wenige Menschen gibt, die einen gepflegten Stau ganz toll finden.
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Mein Leserbrief dazu:

Gerade der ORF, der doch sonst ein so großes Herz für alle Menschen in Not hat, verhöhnt regelmäßig jene Teile der Bevölkerung, für die Hitze eine Qual ist und die daher Angst davor haben. Angst zu verbreiten, ist ein typisches Merkmal des tiefen Boulevards (nicht nur Sex, sondern auch "fear sells").
Nun könnte man einwenden, dass man ja nicht Ö3 zu hören braucht, aber die Regionalradios und ebenso das Fernsehen unterscheiden sich in dem Punkt kaum noch. Unvergesslich, wie Christa Kummer bei jeder Erwähnung des Wortes "Sonne" einen kleinen Hüpfer machte.
Dass in dem sich betont seriös gebenden Ö1 die Wetterprognose ebenfalls mit emotionaler Bewertung verknüpft wird, zeigt nur, dass bereits der ganze ORF durch und durch boulevardisiert ist. Es werden ja alle Meldungen, auch die politischen, mit "Meinung konnotiert". Für mich ist das ein Kennzeichen jenes schlechten Journalismus, der überall Platz greift. Zu einer sauberen Trennung von Information und Meinung sind offensichtlich die meisten Journalisten gar nicht mehr fähig. Oder will es wirklich das Publikum so? Ich fürchte, nach einiger Zeit kann es gar nicht mehr anders wollen.

Sonntag, 3. Januar 2010

Neuerungen bei Ö1

Wenn ich den Artikel in der WZ richtig gelesen und verstanden habe, so bedeutet das ein Zurückdrängen von Musik- zugunsten von Sprachbeiträgen; eine Tendenz, die ich auch bei deutschen Kultursendern beobachte. Redakteure bevorzugen nun einmal die Devise „prima la parola, dopo la musica“ . Im Falle des ORF kommt neben der erwarteten Einsparung wohl auch noch hinzu, daß sich mit Sprache seine historische Mission als moralische Anstalt besser verwirklichen läßt als mit „nichts-sagender“ Musik.

Da ich aber nun einmal andere Lieferanten für Moral bevorzuge, wird halt ganz einfach weniger Ö1 gehört.

Samstag, 11. Oktober 2008

Haider und Standard

Der Standard (wie übrigens auch der ORF) musste sein FORUM zum Tod Haiders "wegen der vielen pietätlosen Posts" schließen - ich nehme an, aus rechtlichen Bedenken.
Da sieht man wieder einmal, wo die "Guten" und "Anständigen" zuhause sind. Pfui!
Auch für die gequälte Stellungnahme Hans Rauschers gilt:
"Si tacuisses....bonus vir mansisses"* .
Ich war immer äußerst skeptisch zu Haider, aber gegenüber solchen "Haider-Gegnern" bin ich noch viel skeptischer.
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* Hättest Du geschwiegen, wärest Du ein Ehrenmann geblieben"
Aus: Piri-Piri: TUT GUT:
"Du kämpfst für Frieden
Ohn' Unterlass?
Kampf geht hienieden
Einher mit Hass"
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Sehr geehrter Herr Kumpfmüller

Es tut mir leid, dass wir Sie mit diesem Kommentar verärgert haben. Es war eine erste, spontane Reaktion meines Kollegen - er hat auf wenigen Zeilen versucht, der Persönlichkeit und den Umständen des Todes gerecht zu werden. In dieser Verkürzung mag mancher Gedanke nicht bis ins letzte Detail geschliffen sein, nichtsdestoweniger war es nötig, zu dem Geschehen Position zu beziehen. Da waren wir keine Ausnahme, das haben in dieser Zeit nahezu allen Online-Medien (auch international) getan.

Ich möchte Sie bitten, noch einmal die Montagausgabe unserer Zeitung zur Hand zu nehmen. Überfliegen Sie noch einmal die Berichterstattung, lesen Sie noch einmal die Kommentare und urteilen Sie dann.

Ich glaube, wir haben die Tonlage heute ganz richtig getroffen.

Mit freundlichen Grüßen.
Otto Ranftl Leserbeauftragter Leitender Redakteur

Sonntag, 3. August 2008

Kultur und ORF

Machen wir uns nichts vor: Die Kultur hat beim ORF den Stellenwert der Kulturseite in Fellner's "Österreich" - ein netter Aufputz, ein kleiner Luxus, auf dem man bei Bedarf verzichtet; dumm nur, daß ich durch meine Rundfunkgebühr quasi Abonnent dieses Mediums bin.
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Vielleicht nebensächlich, aber bezeichnend: Fährt man mit dem Auto durch Österreich, bekommt man - und durchaus nicht nur in inneralpinen Seitentälern - beim Automatik-Suchlauf des Radios flächendeckend und fffffortissimo Sender wie FM4, Ö3, Regional-Perma-Fun-Sender herein, Ö1 dagegen, wenn überhaupt, nur schwach oder mit Störungen. Aber vielleicht liegt es an meinem Autoradio oder an meiner Antenne...

Samstag, 21. Juli 2007

Wetterbericht

Der Unterschied zwischen einem Qualitäts- und einem Boulevard-Medium ist daran leicht festzumachen, wie es mit dem Thema Wetter umgeht. Hier hat sich der ORF längst selbst eindeutig weit unten eingeordnet. Nun würde mich das nicht weiter stören, denn TV konsumiere ich kaum, vom Radio-Angebot nur Ö1, aber hier finde das "fellnerhafte" Aufpeppen des Wetterberichtes in Ihren Hochglanz-Journalen und -Magazinen mit üppig verwendeten Superlativen, diese ständigen Rekord- und Hype-Aufmascherleien "extrem" störend (um ein Lieblingswort der Wetterredakteure zu verwenden), Dass man unterwegs im Auto mit dem Verkehrsbericht manchmal ungewollt einige Spritzer des synthetischen Perma-Frohsinns von Ö3 abbekommt, ist ja leider nicht vermeidbar, zuhause weiche ich aber deswegen lieber auf Radio Stephansdom aus; die frommen Sprüche dort sind allemal das kleinere Übel.