Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
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Freitag, 22. Oktober 2021
Samstag, 4. Juli 2015
Eingebaute Kommentare
Wir hatten in den letzten Jahren der DDR einmal eine Familie aus Dresden bei uns in Wien zu Gast, mit der wir uns während eines Camping-Aufenthaltes dort angefreundet hatten. Das Ganze war fürchterlich kompliziert und kam wohl auch nur zustande, weil die Frau offenbar gute Beziehungen zur SED hatte, nennen wir es einmal so. Wir ahnten das damals schon, aber es war uns damals und ist uns heute egal. Wir waren politisch und moralisch nicht angreifbar und es waren nette Leute, unsere Beziehungen waren ausschließlich kultureller Art - bei Dresden ja nicht verwunderlich. Und wir waren und sind ja von Dresden begeistert, angefangen bei seinen Kunstschätzen, seiner Oper bis hin zu Karl May.
Warum ich hier darauf zurückkomme, ist Folgendes: Unsere Gäste nahmen erstaunt zur Kenntnis, dass bei unseren TV-Nachrichten kein wertender Kommentar dazu geliefert wurde! (Dazu muss man wissen, dass man in Dresden kein Westfernsehen empfangen konnte, man nannte es das "Tal der Ahnungslosen"). Das war vor ca. 30 Jahren.
Heute sind wir auch bei uns so weit, dass es praktisch keinerlei Nachrichten in Funk und Fernsehen ohne Kommentar mehr gibt, nur wird er nicht mehr separat angeliefert, sondern steckt schon in Auswahl, Reihung und Präsentation der Nachrichten drin. Darüber hinaus wird gratis und franko auch noch eine vorgefertigte Instant-Emotions-Essenz dazugepackt, die man nur aufzulösen braucht.
Ich fürchte nur, dass der "moderne Mensch" nur mehr medial-eingespeichelte und vorgekaute Informationen verdauen kann.
Warum ich hier darauf zurückkomme, ist Folgendes: Unsere Gäste nahmen erstaunt zur Kenntnis, dass bei unseren TV-Nachrichten kein wertender Kommentar dazu geliefert wurde! (Dazu muss man wissen, dass man in Dresden kein Westfernsehen empfangen konnte, man nannte es das "Tal der Ahnungslosen"). Das war vor ca. 30 Jahren.
Heute sind wir auch bei uns so weit, dass es praktisch keinerlei Nachrichten in Funk und Fernsehen ohne Kommentar mehr gibt, nur wird er nicht mehr separat angeliefert, sondern steckt schon in Auswahl, Reihung und Präsentation der Nachrichten drin. Darüber hinaus wird gratis und franko auch noch eine vorgefertigte Instant-Emotions-Essenz dazugepackt, die man nur aufzulösen braucht.
Moderne #Medien:Keine Nachricht ohne mitverpackte moralische Botschaft,keine #Information,die nicht in #Emotion eingewickelt wird.
— FranzKumpf (@kumpfuz) 14. Mai 2015
Ich fürchte nur, dass der "moderne Mensch" nur mehr medial-eingespeichelte und vorgekaute Informationen verdauen kann.
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Samstag, 4. Juli 2009
Staats-Sicherheit
Im Spiegel-Interview äußerte sich G. Baum dahingehend, dass sich die grossen deutschen Unternehmen (DB, Telekom....) wie "ein Staat im Staate" fühlen und geführt würden.
Wenn dem aber so ist, so brauchen sie natürlich auch eine „Staats-Sicherheit“.
Ist doch klar – oder?
Immerhin ein interessanter Beitrag zur Relativierung der gegenwärtigen DDR-Unrechtsstaat-Diskussion.
Wenn dem aber so ist, so brauchen sie natürlich auch eine „Staats-Sicherheit“.
Ist doch klar – oder?
Immerhin ein interessanter Beitrag zur Relativierung der gegenwärtigen DDR-Unrechtsstaat-Diskussion.
OSTALGIE
Was die DDR-Ostalgiker gerne vergessen oder wegblenden: Dieser Staat war funktional und wirtschaftlich am Ende, von der Sowjetunion aufgegeben wie ein nutzlos gewordenes Festungsbauwerk, nicht mehr erhaltbar ohne Devisen-Zuschuß.
Die überkommene Bausubstanz war verkommen, das Infrastruktur- und Wege-Netz verrottet. Abseits von potemkinschen Dörfern wie Wernigerode oder Nicolaiviertel versank man in den real existierenden Dörfern im Morast.
Aber was man im Westen nicht verstehen will: Eine bestimmte, zahlenmäßig gar nicht kleine Schicht der Bevölkerung fühlte sich hier „daheim“.
Die überkommene Bausubstanz war verkommen, das Infrastruktur- und Wege-Netz verrottet. Abseits von potemkinschen Dörfern wie Wernigerode oder Nicolaiviertel versank man in den real existierenden Dörfern im Morast.
Aber was man im Westen nicht verstehen will: Eine bestimmte, zahlenmäßig gar nicht kleine Schicht der Bevölkerung fühlte sich hier „daheim“.
Dienstag, 13. Februar 2007
Berliner Luft
Wenn alles klappt, bin ich im Mai wieder in Berlin bzw. Potsdam. Hier einige Souvenirs von einem früheren Aufenthalt dort, nicht lange nach der Wende:
BERLIN-REVUE.
Meine Loge ist die S-Bahn
Und Berlin liegt da als Bühne.
Längst ist abgesetzt vom Spielplan
Die Moritat von Schuld und Sühne.
WENDE.
Aus Gut wird Schlecht und umgekehrt,
Manch Linker sich zu Rechts bekehrt,
Sogar die Oberen sind weg,
Nur Unten bleibt am selben Fleck.
WESTWIND.
Bekümmert spürt der Gast aus Wien:
Was der Stadt den Duft verlieh'n,
Berliner Luft ist nun dahin.
Berlin bleibt nicht Berlin.
BERLINER LUFT
Meine Loge ist die S-Bahn
Und Berlin liegt da als Bühne.
Längst ist abgesetzt vom Spielplan
Die Moritat von Schuld und Sühne.
WENDE.
Aus Gut wird Schlecht und umgekehrt,
Manch Linker sich zu Rechts bekehrt,
Sogar die Oberen sind weg,
Nur Unten bleibt am selben Fleck.
WESTWIND.
Bekümmert spürt der Gast aus Wien:
Was der Stadt den Duft verlieh'n,
Berliner Luft ist nun dahin.
Berlin bleibt nicht Berlin.
BERLINER LUFT
Hat einst mich geködert,
Sie ist verpufft,
Seit es verschrödert.
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Das obige Bild ist allerdings neueren Datums.....
Sie ist verpufft,
Seit es verschrödert.
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Das obige Bild ist allerdings neueren Datums.....
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