Freitag, 26. September 2025

Theorien, die alles erklären


 Jede Theorie liefert nur ein Vermutungswissen, das sich einer kritischen Überprüfung aussetzen muß. Ganz anders sah es aus mit der marxistischen Theorie der Geschichte, mit Freuds Psychoanalyse und Adlers Individualpsychologie. Diese Theorien erweckten den Anschein, praktisch alles erklären zu können, was sich innerhalb ihres jeweiligen Bezugrahmens abspielt. Das Studium jeder der drei Theorien schien die Wirkung einer intellektuellen Bekehrung oder Offenbarung zu haben, ein Augenöffnen für eine neue Wahrheit, die den noch nicht Eingeweihten verborgen war. Waren die Augen erst einmal geöffnet, erblickte man überall bestätigende Beispiele: die Welt war voll von Verifikationen der betreffenden Theorien. Was immer geschah, es wurde bestätigt. Eine solche Wahrheit erschien handgreiflich; und Ungläubige waren einwandfrei solche, die diese handgreifliche Wahrheit nicht sehen wollten; die sich weigerten, sie zu sehen, sei es, weil sie ihrem Klasseninteresse widersprach, sei es, weil ihre Verdrängungen noch «unanalysiert» waren und laut nach Behandlung schrien.

Karl Popper

 Siehe auch :  Tschutora

https://draft.blogger.com/blog/post/edit/8017397482075204889/7705382823671525675

 

Sonntag, 21. September 2025

Eichstätt, Deutschland - Die katholischste Stadt der Welt

Eichstätt, Deutschland - Die katholischste Stadt der Welt

Von Stefan Hofer  (KURIER)

Katholisch und reich. Nein, es geht nicht um den Vatikan, sondern um Eichstätt. Die oberbayerische Kreisstadt hat zwar nur 13.000 Einwohner, „sie wirkt aber größer, als sie ist", sagt Stadtführer Frank Warmuth bei einem Spaziergang. Er kennt die Gründe. „Die steilen Talhänge um die Altmühl konnte man nicht bebauen, so zieht sich die Stadt zehn Kilometer in die Länge". Der zweite Grund sei die Bausubstanz. Wenn viel Barock herumliegt und alle paar Meter ein Kirchturm herausragt, wirkt das insgesamt pompös.

Eichstätt, das beschaulich zwischen Ingolstadt und Nürnberg liegt, ist in Österreich kaum bekannt. Dabei ist die Stadt Bischofssitz und Heimat der einzigen katholischen Universität im deutschsprachigen Raum. Zudem kommen viele Wallfahrer. Die Stadt ist insgesamt sehr herausgeputzt. Oder wie Frank sagt: ,,Ein wenig konservativer, braver" als andere Städte. Und die Altmühl fließt so faul dahin, man muß schon genau schauen, in welche Richtung sie fließt.

Hübsch ist auch der Marktplatz, wo in der Mitte ein Brunnen mit einer Statue des heiligen Willibald steht. Der angelsächsische Missionar ( um 700 geboren) kam über Umwege wie Rom hierher und wurde zum ersten Bischof von Eichstätt. ernannt, oder wie Frank sagt: ,,Er war eher kein Geistlicher, sondern ein Crocodile Dundee seiner Zeit." Was er damit meint: So ruhig wie heute ging es in der Region nicht immer zu. Sie war Schnittstelle dreier Stämme, der Bayern, Franken und Schwaben - die waren sich um das 8. Jahrhundert nicht immer wohlgesonnen. Willibalds missionarische Tätigkeit soll sie befriedet haben.

Heute streitet man höchstens darum, wer die bessere Leibspeise hat - die Schwaben ihre Spätzle, die Franken ihr Schäufele oder die Bayern ihre Weißwurst? Willibald kann dazu nicht mehr befragt werden, omnipräsent ist er aber weiterhin. Ein Gymnasium und die Willibaldsburg tragen seinen Namen.

Und hier  >>>>  verbrachte ich die Jahre 1962-1965.



                             

                             

Samstag, 20. September 2025

Toleranz

 …. Toleranz muß dort ihre Grenze finden, wo sie das Zustandekommen einer humanen Lebensordnung -  im Individuum oder in der Gesellschaft - behindert. Der Verzicht darauf, sich zu einer hierarchischen Ordnung der menschlichen Bedürfnisse und Talente ausdrücklich zu bekennen und der Verzicht darauf, unserer Einsichts- und Selbstbestimmungsfähigkeit den Vorrang vor allen anderen Tugenden zuzuerkennen, mag in der Optik einer libertinistischen Ethik als besonders duldsam gelten. Er dokumentiert jedoch eine Einstellung, die nicht sieht, daß die Selbstverwirklichung des Menschen eine Aufgabe darstellt, die Orientierung an einem Sollensmodell voraussetzt. Auch der Wille zur Humanität setzt also dem Willen zur Duldung klare Grenzen…..….. und ergibt sich aus dem Willen zum Werten von selbst. Wenn dies wirklich eine Überzeugung und ein Wille ist, werden wir uns nicht damit begnügen können, die humane Wertordnung zu proklamieren, sondern versuchen müssen, sie durchzusetzen. Hier beginnt das schwierige Geschäft einer bewußt humanen - also sich nicht einfach auf das Prinzip Freiheit verlassenden - Politik und Pädagogik. Der Widerspruch zwischen dem Gebot, den Freiheits- und Entfaltungsraum des anderen zu respektieren und der Aufforderung, ihn nicht einfach sich selbst zu überlassen, ist überhaupt nicht lösbar, sondern kann nur im Gleichgewicht gehalten, aufgehoben werden durch eine unentwegte Anstrengung, die das bei einigen schon voraussetzt, was für viele gewonnen werden soll: Weisheit, Besonnenheit und Mut.

 Aus: G. Szczesny Die Disziplinierung der Demokratie


Donnerstag, 11. September 2025

Bogdan Roščić

https://draft.blogger.com/blog/post/edit/8017397482075204889/2858638400927335213 

Zweifellos ein hochintelligenter und gewiefter Manager. Diese Rolle wird in Zukunft wohl von Ki-Androiden übernommen werden, falls die entsprechend gekühlt werden können.


Herausforderung


Das, was jeder Mensch unter allen Lebensumständen und allein auf sich gestellt zu bestehen hat, was nicht zu ändern und zu umgehen ist, sind die Grundbedingungen seiner Existenz: er erfährt sich als ein unvollkommen ausgestattetes, widersprüchlich angelegtes Wesen. Seine Lebenszeit ist begrenzt. Es bedrohen ihn Alter und Krankheit, Unglücksfälle und Enttäuschungen. Er scheitert bei der Lösung privater und sozialer Probleme ebenso wie bei dem Versuch, den Dingen auf den Grund zu kommen und weiß letztlich nicht zu sagen, worauf dieses Leben, aus dem er ebenso ungefragt entfernt werden wird, wie er in es hineingeraten ist, eigentlich wurzelt und welchen Sinn es hat. Es sind diese Grund- und Grenzerlebnisse, die die stärkste und beständigste Herausforderung für den Menschen darstellen, und es sind für ihn also jene Fähigkeiten am unerläßlichsten, die es ihm erlauben, diese Herausforderung zu bestehen: Einsicht, Mut, Gelassenheit. Diese Eigenschaften sind schon in der antiken Philosophie in den Rang von Kardinaltugenden erhoben worden. Sie hießen dort: Weisheit, Tapferkeit (im Sinne von Fähigkeit zur Anspannung des Willens) und Besonnenheit (im Sinne von Selbstbeherrschung).

Obgleich uns alle diese Begriffe geläufig sind, muten sie doch fremd und antiquiert an. Wir sind auf andere Tüchtigkeiten eingestellt. <Gelassenheit –Mut - Weisheit> haben weder in der christlichen Ethik noch in der aufgeklärten Fortschrittsmoral einen hohen Stellenwert. Wenn wir jedoch eine Prüfung und Selbstprüfung unterhalb der Zone der gängigen Denk- und Urteilsschemata ansetzen, und fragen, auf welchen Menschen wir Menschen eigentlich hinauswollen, wie wir gerne wären, welche Eigenschaften uns wahrhaft wünschenswert erscheinen, dann stellt sich heraus, daß - wenn auch verschüttet und verdrängt - die überragende Bedeutung der Tugenden, die schon die ersten Philosophen für die erstrebenswertesten hielten, jedermann gegenwärtig ist; weil jedermann irgendwann erfahren hat, daß in den kritischen Situationen des Lebens nichts von dem hilft, was uns gewöhnlich an Gütern und Talenten empfehlenswert zu sein scheint: Besitz, Macht, Wissen, Erfolg, Leistungs- und Fortschrittswille. Im Gegenteil: je mehr wir an diesen Werten hängen, je unkritischer und distanzloser wir uns mit ihnen identifizieren, um so unfähiger werden wir, die nicht hinwegreformier- und nicht hinweg revolutionierbaren Rätsel und Übel der Welt zu sehen, geschweige denn zu überstehen. 

 Aus: G. Szczesny Die Disziplinierung der Demokratie

Montag, 25. August 2025

Führer

"... ein immerhin annehmbares Übereinkommen zwischen Traditionalismus und Futurismus, das uns auf jener Ebene befestigen könnte, wo allein der historisch handelnde Mensch  seinen Platz hat und von wo es nur Abstiege gibt, nach links oder nach rechts."

H. v. Doderer

Leider gibt es bei uns nur mehr ganz selten Politiker, die historisch hinreichend gebildet sind,  um historisch zu handeln, dafür tummeln sich in den "Abstiegen" jede Menge von Leuten, die das Echo in ihrer Blase für Wissen halten.

Ich saß in den späten Sechziger Jahren beim seligen Prof. L. Rosenmayr im Hörsaal zusammen mit später prominent gewordenen Linken (O. Bronner, M. Fischer, G. Hoffmann-Ostenhof e. a.). Ich habe den Verdacht, dass sie nur deshalb  Soziologie studierten, weil der Wortstamm mit Sozialismus gleich ist. Sie haben sich aus den Vorlesungen nur das Thema 'opinion leadership' gemerkt - v. a. der erstere - und das so erfolgeich, dass mittlerweile der ganze Staat dem 

ORFALTERSTANDARD-Meinungs-Syndikat  zu folgen hat.




Freitag, 22. August 2025

Feine Geschichten


 Von Zoe ]enny ( aus DIE PRESSE)

 "...Gestern war wieder der Schriftsteller bei mir, der von seinem paranoiden Verleger an der kurzen Leine gehalten wird. Er saß wie angeschossen mit eingesacktem Oberkörper im Sessel. ,,Es ist vorbei",' sagte er, ,,meine Zunft ist am Ende." Was denn los sei, fragte ich, und er erzählte mir von einer Freundin, deren Tochter im Deutschunterricht ein Gedicht über den Frühling hatte schreiben müssen. Die Tochter habe sich mit ein paar Klassenkameraden abgemüht, um ein halbwegs passables Ergebnis zu präsentieren, während eine andere Gruppe einfach ChatGPT benutzt habe. Das von der KI generierte Gedicht stieß bei dem ahnungslosen Lehrer auf größte Begeisterung, er klatschte in die Hände, sprach von lyrischem Talent und hängte das Gedicht an die Wand.

„Das gab mir zu denken", fuhr der Schriftsteller fort „und ich habe ChatGPT gebeten, eine Geschichte in meinem Stil zu schreiben." Er lehnte sich vor. ,,Dreißig Sekunden, Frau Doktor Grünwald", er streckte drei Finger in die Luft, ,,und die KI spuckte eine feine Geschichte aus. In ein paar Jahren wird sie so gut sein, dass man keinen Unterschied mehr erkennt. Ich bin im Begriff, obsolet zu werden - wie alle Künstler, Schriftsteller und Journalisten. Ein Damoklesschwert hängt über uns, wir werden in der Bedeutungslosigkeit versinken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Roman einen Literaturpreis erhält und sich dann herausstellt, dass er von einer KI verfasst wurde."


Es ist eh nur mehr eine Frage der Zeit, bis ein KI-Text den Bachmann-Preis gewinnt.

 

Freitag, 25. Juli 2025

Gesichter gibt es.....

 

Mit so einem Gesicht macht man heute Werbung! (BA-CA)

Für wen wurde das Pfand eingeführt?


 Pfand drauf (12.7.25)
"Wem das Pfand hilft?" Diese Frage ist leicht zu beantworten. In erster Linie der Automaten-Industrie, aber ebenso den großen Verbraucherketten, die sich auffällig ruhig verhielten trotz der anfallenden  Rieseninvestitionen! Hatten doch ihre Mathematiker und Statistiker schon längst genau berechnet, was für sie "im Körberl bleibt" durch die nicht retournierten Pfandgebinde. Trotz langem und intensivem Lobbying in Brüssel dauerte es doch noch fast 3 Jahrzehnte, bis man am deutschen Pfand-Wesen zumindest die übrige EU genesen lassen konnte. Der Durchbruch wurde endlich durch eine Allianz mit dem Klimatismus geschafft,  strikt nach dem zeitgenössischem Patent-Rezept: Tue "Gutes" und verdiene daran Unsummen - völlig unanfechtbar und sogar unbehelligt durch die üblichen Verschwörungs-Verdächtiger.
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War ein Leserbrief von mir, der natürlich nicht veröffentlicht wurde. Zu deutlich geht offenbar daraus hervor, dass ich das Ganze für eine Gehorsamkeitsübung zum Klimaschutz halte. So wie die Recycling-Technik heute fortgeschritten ist, könnte man das auch anders regeln.
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Folgendes habe ich vor Jahren in meinem anderen Blog "Piri-Piri" verfasst. 



Mittwoch, 23. Juli 2025

Allgemeiner Fehler 214

 


Dieser Fehler kam oft .... hieß nichts anderes als: LmA!

STANDARDummheit


Eigentlich wollte ich antworten, dass ich die Antworten gerne an SENECA weiterleiten wolle - aber ich ließ es dann bleiben, denn Leute dieses geistigen Kalibers halten Seneca womöglich für einen Fußballer.

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Ironie ist im STANDARD nur gegen rechts gestattet - wahrscheinlich, weil sie nur die verstehen!

 

Sonntag, 6. Juli 2025

Höhergesellschaftliche Moral


Die sozialen Gründe, die gegen den Alkohol sprechen, sind überzeugend. Aber er ist immerhin Tröster in Augenblicken der Zerrüttung und Dumpfheit, ein Helfer über tote Punkte ein Auflockerer der Käsigkeit geronnener Seelen. Vollsinnigen Menschen den Alkohol zu verbieten, scheint Eingriff in ihre Menschenrechte, gegen den sich aller Freiheitsinstinkt auflehnen muß , wie gegen jederlei Erweiterung staatlicher Vormundsbefugnisse. Und es gibt schlimmere Gifte als den Alkohol, die frei sind. Zum Beispiel die Liebe, deren Übung noch nicht einmal mit einer Wollustbarkeitssteuer belegt ist. Aufgabe des Staates kann es nur sein, mich zu hindern, den anderen zugrunde zu richten. Will ich mich selbst zugrunde richten, so geht ihn das nichts an. Er verbietet ja auch seinen Bürgern nicht, sich den Magen oder die Augen zu verderben, in zerrissenen Schuhen durch den Kot zu wandern, in Operettentheatern und an Zeitungslektüre zu verdummen oder sich in die Hörigkeit hysterischer Weiher zu begeben. Tausend Wege führen zum Untergang. Warum gerade der alkoholisch beleuchtete - der immerhin beleuchtet ist - verboten sein soll, ist nicht einzusehen. Schaffen wir dem Menschen Lebensbedingungen, die ihm gestatten, seiner Vernunft bewußt zu werden und die Freude-Möglichkeiten auszuschöpfen, die aus dem Gebrauch der Vernunft erfließen, dann wird er die Hilfe des Alkohols nicht töricht mißbrauchen. Der Arbeiter, der drei Viertel seines Wochenlohnes an einem Abend versoffen hat - höhergesellschaftliche Moral ist über ihn in sittliches Schäumen geraten - ist kein Beweis für die Entartung der Arbeiter, sondern für die Entartung durch Arbeit. Der Mann hat gewiß nicht, - wie Ihr, Schäumende - genug Stunden der Freiheit und des beschaulichen Müßiggangs und der leichten Daseinsführung gehabt, um die besseren Lebensgenüsse schmecken zu lernen. Nichts, was die heutige Generation der Robotenden tut, keine Rohheit, Dummheit, Niedrigkeit, zeugt wider die Robotenden, alles nur wider die Seelenverheerung durch Robot. Es ist borniert, den Gaumen rohen Geschmacks anzuklagen, der gezwungen ward, sich abzustumpfen. 

A. Polgar

Sonntag, 1. Juni 2025

Nachtigall

 .... und so schließ' ich messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf!

👇








🪄Na also: Man muss nur das "gesamt" ein bißchen ändern  und es passt wieder!💥

"So fühlt man Absicht und man ist verstimmt." (Goethe: Torquato Tasso)

Oder wie man in Berlin sagt: "Nachtigall, ick hör dir trapsen!“

😉😊😋😇🙈



Mittwoch, 7. Mai 2025

Mensch und Tier

So viele Jahre ohne Tier schon: 

Kein Klagen an der Tür, kein Grüßen 

Kein sehnsuchtsfeuchter Blick, kein Drängen 


Kein Streichen um das Bein, kein Schnurren 

Kein selbstvergeßnes Mahl, kein Lecken 

Kein traumverlornes Ruhn, kein Schlummern - 

So viele Jahre schon gar kein richtiger Mensch mehr.

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Von einer Katze lernen heißt siegen lernen.

Wobei siegen »locker durchkommen« meint, also praktisch: liegen lernen.

Sie sind ein sieghaftes Geschlecht, diese Katzen.

Es gibt ihrer so viele wie Spatzen im Land.

Doch wer streichelt schon Spatzen?

Sie ist gar kein rätselhaftes Tier,

so eine Katze.

Sie will viel Fraß, etwas Liebe, doch meist horcht sie an der Matratze.

Was eine einzige Katze uns lehrt, lehren uns alle:

So viel wie möglich nehmen, ohne zu geben, und dann ab in die Falle.

 

 

Mit einer Katze leben, heißt die Katze überleben.

Jedenfalls dann, wenn man noch mitten im Leben steht.

Eine Katze steht schneller daneben.

Wie alt wird so eine Katze? Maximal zwanzig Jahre.

Viele streckt's aber auch schon früher hin auf die, sagen wir ruhig: Bahre.

Die ist dann vielleicht dein Schreibtisch. Darauf kriegt sie ihre Injektion.

Sie seicht dir noch rasch die Tischplatte voll, und das war's dann auch schon.

Eine Katze haben,

heißt eine Katze verlieren.

Andere mögen von Menschen reden, ich rede von Tieren.

 


R. Gernhardt


Freitag, 2. Mai 2025

Lieber Gott!

 


Franz Kumpfmüller
Sa, 26.04.2025 16:51
Wenn sie einmal entdeckt haben werden, woher die Gesetze der Wahrscheinlichkeit kommen, denen das Universum und der Zufall ja gehorchen und wenn sie Glaube, Liebe,  Hoffnung  einmal digital nachbauen können, ja --  dann wird es wohl eng für den lieben Gott. 



Die Linken

 Bettina Steiner über den Roman „See der Schöpfung“ von Rachel Kushner.

 Die Linken kommen in diesem Roman nicht gut weg, und jeder, der linke Bewegungen beobachtet hat, erkennt so manches wieder: die narzisstischen Führerfiguren. Die Doppelmoral. Die angeblich egalitäre Organisation, die dazu führt, dass sich erst recht Hierarchien ausbilden, nur liegen sie nicht offen und sind daher umso zerstörerischer. Die vielen „rich kids", die sich in besonders radikalen linken Zirkeln finden. Auch die Verbohrtheit und die Neigung, sich völlig in Thesen zu verlieren. Man baut sich aus Thesen seine eigene Echokammer und findet schwer wieder hinaus.