Posts mit dem Label Wissenschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wissenschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 28. September 2024

Wickel

 Keine Kirche  hält ihre Gläubigen so eng am Wickel wie die "moderne Wissenschaft" Ihre Gemeinde.

F. Nietzsche

Mittwoch, 13. Dezember 2023

Wissenschaft & Geldbeutel

 Ich liebe und verehre die Gelehrsamkeit ebensosehr, wie es die Gelehrten tun; richtig angewandt, ist sie des Menschen edelste und mächtigste Errungenschaft. Bei denen jedoch (und deren Zahl ist unendlich), die auf sie allein ihren Wert und ihr Wirken gründen, die den Verstand an ihr Gedächtnis abtreten, die sich hinter dem Schatten andrer verstecken und die ohne ihre Bücher zu nichts taugen, hasse ich sie noch ein bißchen mehr als, wenn ich so sagen darf, tierische Dummheit.

In meinem Land und zu meiner Zeit profitieren von der Wissenschaft oft die Geldbeutel, selten aber die Geister; denn die trägen unter ihnen beschwert und erstickt sie wie eine rohe, unverdauliche Speise. Die beweglichen freilich pflegt sie zu erhellen, zu läutern und bis ins völlig Immaterielle zu verfeinern. An sich ist sie nahezu wertfrei - eine sehr nützliche Bereicherung für einen begabten Geist, einem unbegabten hingegen abträglich und schädlich. Anders gesagt: Recht angewandt, erweist sie sich als höchst fruchtbar, zum Schleuderpreis aber läßt sie sich nicht erwerben. In der einen Hand ist sie ein Königs-, in der andern ein Narrenzepter.

 Welch größeren Sieg erhofft ihr denn, als euren Gegner erkennen zu lassen, daß er euch nicht zu schlagen vermag? Siegt ihr kraft eurer These, hat die Wahrheit gesiegt; siegt ihr kraft eurer wohlgeordneten Argumentation, habt ihr gesiegt. 


Montaigne

 

Montag, 22. August 2022

Einflüsse

 Wenn wir darin übereinstimmen, daß die ideale Methode, Wissenschaft zu lehren, darin besteht, dem Schüler die Möglichkeit zu geben, Newtons Gesetze von der Bewegung mehr oder weniger selbständig neu zu entdecken — kann man dieselbe Methode dann auch beim Vermitteln ethischer und moralischer Werte anwenden? Zunächst meinen wir unwillkürlich, daß Ethik im normalen Lehrplan nichts zu suchen hat, es sei denn, man spezialisiert sich auf Philosophie oder Theologie. Diese Antwort ist jedoch übereilt, denn bei allem, was wir in irgendeinem Fach unterrichten oder schreiben, vermitteln wir stillschweigend oder sogar ausdrücklich moralische Prinzipien und Werturteile. Der größte Aberglaube unserer Zeit ist der Glaube an die Wertfreiheit der Wissenschaft. Schon das Schlagwort Wertfreiheit beinhaltet ein  Programm und ein Credo.

Kein Schriftsteller oder Lehrer oder Künstler kann der Verantwortung entrinnen, andere zu beeinflussen, ob absichtlich oder nicht, ob bewußt oder nicht. Dieser Einfluß beschränkt sich nicht auf seine explizite Botschaft; er ist um so stärker und heimtückischer, als er größtenteils implizit ausgeübt wird - ein verborgener Verführer, dessen Lehren unbewußt aufgenommen werden,

A. Koestler

___________________

Jedem Kenner des Menschen ist es bekannt, wie schwer es ist, Erfahrungen so zu erzählen, daß sich in die Erzählung kein Urteil einmischt. 

G. Ch. Lichtenberg


9 


Dienstag, 5. April 2022

Bauchrednertum

Ich wollte Mißtrauen erwecken gegen jene transzendente Ventriloquenz, wodurch mancher glauben gemacht wird, etwas das auf Erden gesprochen ist, käme vom Himmel; Ich wollte hindern, daß, da grober Aberglaube aus der feineren Welt verbannt ist, sich nicht ein klügelnder an dessen Statt einschliche, der eben durch dıe Maske der Vernunft, die er trägt, gefahrlicher wırd, als der grobe.

 Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß. In diesen Fehler fallen gewöhnlich die schwärmerischen Erfinder von Hypothesen. 

Lichtenberg

Samstag, 25. Januar 2020

Eine alte und notwendige Frage

Die anthropogene Erderwärmung
Der angebliche wissenschaftliche Konsens zum Klimawandel macht skeptisch - und neugierig. 
WZ vom 22.01.2020
Rudolf Bretschneider
ist Sozialforscher. Er war von 1973 bis 2007 Geschäftsführer und anschließend Konsulent von GFK-Austria. 
"Wenn alle das Gleiche denken, wird nicht viel gedacht", sagte Karl Valentin. Wenn das stimmt, verläuft die Medienberichterstattung zum Klimawandel recht gedankenarm. Immer wieder hört und liest man: "Die Wissenschaft ist sich einig ... ", " ... es besteht Konsens, dass ... die Erderwärmung durch den Menschen und die Zunahme des (bösen) C02 verursacht wird ... der Meeresspiegel meterhoch ansteigen wird" und es fast schon zu spät für die "Umkehr" ist. Vom Weltklimarat und den Klimaforschern der UNO-Gründung IPCC wird die Verringerung der Emissionen von C02 und anderen Treibhausgasen als (fast) einzige Möglichkeit verkündet, um "das Klima zu retten".
Der angebliche wissenschaftliche Konsens in Fragen des Klimawandels macht skeptisch und neugierig zugleich. Klimawandel besteht von jeher: von Warmzeit zu Eiszeit und zurück. Aber Einigkeit in der Wissenschaft ist selten - außer in totalitären Staaten. Zwar weiß man, dass staatliche Fördersysteme, Gruppendruck und Festhalten an gewohnten Forschungsparadigmen (zum Beispiel an jenem von der menschengemachten Erderwärmung) zu einem Gleichklang in der öffentlichen Diskussion führen können; aber abweichende Theorien und Analysen sind immer nötig - schon um Sackgassen zu vermeiden. Freilich werden Vertreter anderer Auffassungen im gegenständlichen Fall rasch und teils recht brutal als "Klimaleugner", "fossile Eliten", "Knechte der Ölindustrie" oder einfach als Anhänger einer "bösen" politischen Gruppierung diffamiert. Auch Behinderungen bei Publikationen, Ausschluss von Begutachtungsverfahren etc. soll es gegeben haben.
Eine alte und notwendige Frage
Dennoch stellt sich auch beim anthropogenen Modell des Klimawandels die alte und notwendige Frage, die schon der Naturforscher Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799) stellte: "Ist das wirklich die einzige Art, dieses zu erklären?" Erste Bemühungen, etwas über den Klimawandel, seine Ursachen und mögliche Folgen zu erfahren, bringen vermischte und verwirrende Befunde.  201 5 sei das wärmste Jahr gewesen, das es je gegeben habe, sagte der damalige US-Präsident Barack Obama. Und: "Die Debatte ist entschieden."
Natürlich sagen Menschen mit "Erdgeschichtsbewusstsein", ein Klimagleichgewicht habe nie geherrscht; das Klima konstant halten zu wollen, sei eine Illusion. Die heutige Erwärmung sei bedrohlich, so die einen. Sie mache rund 1 Grad Celsius über die vergangenen 100 Jahre aus, so die anderen. Außerdem habe es in diesem Zeitraum auch Unterbrechungen der Erwärmung gegeben (zwischen 1945 und 1975). Von einem meterhohen Anstieg des Meeresspiegels reden die Warner, von 2 Millimeter Zuwachs pro Jahr jene, die an alte und neue Messtechnik und weniger an Modellsimulationen glauben. Und dann gibt es noch jene Skeptiker, die eine Weltdurchschnittstemperatur für statistischen Unfug halten.
Ja, und dann ist da noch die Frage, was bisherige und künftige Temperaturveränderungen antreibt: das C02, das unter anderem als Treibhausgas wirkt? Der Mensch als C02rProduzent? Oder beeinflussen andere Veränderungen den Temperaturwechsel? Verursacht etwa gar die Erwärmung den steigenden C02Gehalt in der Atmosphäre, und der menschliche Anteil daran entpuppt sich als zu vernachlässigende Größe (wie das Geologen sehen)? Frei nach Johann Nestroy könnte man sagen: "Es scheint alles ganz klar. Das Problem ist nur, man kennt sich alle Augenblick net aus." Dennoch kristallisieren sich durch Fachlektüre ein paar Dinge heraus.
Zunächst: Die Debatte ist mitnichten entschieden. In Ländern wie Österreich hat sie allerdings noch kaum begonnen, und auch in Deutschland versucht man, sie zu verdrängen oder als Verschwörungstheorie zu stigmatisieren. Ja, den Klimawandel gibt es. Zur Zeit des Römischen Reichs und zwischen 950 und 1250 nach Christus war es sehr wahrscheinlich deutlich wärmer als heute, dafür gab es zwischen dem 15. und dem Anfang des 19. Jahrhunderts eine "kleine Eiszeit". Klimaforscher, die die Einmaligkeit der heutigen Entwicklung beweisen wollen, glätten derartige Veränderungen in den Daten. Auch relativ schnelle Temperaturanstiege sind kein Phänomen des 21. Jahrhunderts, sondern können an alten Eiskernen und Seeablagerungen nachgewiesen werden.
Erkenntnisse der Erdgeschichte bringen überhaupt mache Dinge in den Blick, die Forscher, die die Klimaentwicklung nur durch Computersimulationen analysieren, geflissentlich übersehen. Sie gehen beharrlich von einer ganz zentralen Rolle des C02 bei den Temperaturveränderungen aus: Bei einer Verdopplung des C02 in der Atmosphäre (0,04 Prozent) komme es zu einem berechenbaren Anstieg der oberflächennahen Temperatur (Klimasensitivität). Die Werte für diese variieren je nach Forschungsansatz außerordentlich stark; auch nimmt man implizit an, dem C02Anstieg folge der Temperaturanstieg. Das ist aber offensichtlich nicht zwangsläufig der Fall - zwischen 1940 und 1975 gab es trotz steigendem C02Gehalt der Atmosphäre einen Temperaturrückgang. Und noch peinlicher: Viele Modellrechnungen des IPCC zeigten eine klare Differenz zwischen beobachteten (gemessenen) und via Modell errechneten Temperaturen. Normalerweise verwirft man ein Modell, das die bekannte Realität nicht abbildet. Noch dazu, wo andere Analysen zu deutlich niedrigeren Treibhauseffekten für C02 kommen.
Ursache und Folge
Vor allem sind es die Untersuchungen an sogenannten Eisbohrkernen, an denen die großen Aufeinanderfolgen von Temperaturanstieg und C02Konzentration abgelesen werden können; diese Eisbohrkerne - einer aus der Antarktis erschließt die vergangenen 420.000 Jahre - legen folgende Kausalität nahe: Die Temperaturveränderung ist eine Ursache, und die C02Konzentrationsveränderung ist unter anderem die Folge dieser Temperaturveränderung. Erwägen die IPCC-Forscher das alles nicht? Ist das möglich? Die Frage führt in die Labyrinthe der hoch dotierten Forschungspraxis, auf die auch führende Klimaforscher und ehemalige Mitarbeiter des IPCC immer wieder hinweisen: In den gängigen Modellen gehe es eben darum, den menschengemachten Klimawandel herauszuarbeiten. Dass bei den periodischen Temperaturveränderungen Folgen von Sonnenaktivitäten und kosmischer Strahlung (Wolkenbildung) eine Rolle spielen könnten, ist nicht Gegenstand der gängigen Forschung beziehungsweise Modellrechnungen.
Infolge der unsicheren Modellrechnungen ist es hoch an der Zeit (aber vielleicht zu spät), sich von der Fixierung auf eine Ursache namens "menschengemachte C02Emissionen" zu lösen. Es besteht durchaus die Gefahr, dass man das Pferd von hinten aufzäumt und vernünftigere Investitionen hintanstellt. Zumindest sollte man bescheidener in den Behauptungen sein: Wenn man die massiven Klimawechsel der Erdgeschichte nicht hinreichend erklären kann, wieso glaubt man dann, die Minimalverschiebungen der vergangenen 100 Jahre genau zu verstehen - und das trotz wiederholtem Scheitern der eigenen Prognosen?
Eine andere Sichtweise
Nein, die Debatte ist eben nicht zu Ende. In den Niederlanden finanziert das Ministerium für Infrastruktur eine Dialogplattform für Klimaforscher mit unterschiedlichen Standpunkten. Bedeutende Naturwissenschafter und Klimaforscher mit IPCC-Erfahrung stufen die Rolle und Wirkung von C02 deutlich anders ein als der Weltklimarat. Unerschrockene Altpolitiker wie Helmut Schmidt kritisierten seinerzeit (2011) Forschungspraktiken des IPCC und sprachen sogar von "Betrügereien". Es brauchte Jahre, bis die Techniken bei den Modellrechnungen teilweise offengelegt wurden (etwa bei "Data-Tuning", was man mit "Daten frisieren" übersetzen kann).
Was, wenn wieder ein alternatives Forschungsparadigma an Boden gewinnt: Dass die Sonnenaktivitäten, kosmische Strahlung und die damit verbundene Wolkenbildung die Treiber der Temperatur sind? Dass der tatsächliche menschliche Anteil am gesamten C02Kreislaufprozess eher irrelevant ist? Dass Erwärmung und C02Anreicherung auch Chancen bieten (die Erde wird dadurch grüner)? Was immer das C02 "tut" (oder nicht) - es zu bekämpfen, ist höchstwahrscheinlich verlorene Angstmüh. Dass es wärmer wird, ist realistisch, und sich darauf einzustellen, ist auch vernünftig. Es ist immer sinnvoll, sich um die Reinhaltung von Luft, Boden und Wasser zu kümmern, in Baum- und Pflanzenschutz zu investieren, in neue und boreale Wälder, in Energieeffizienz, in große Wasserreservoirs, ins "Grünen der Erde", in den Schutz vor Überflutungen, in sichere Bauformen, in die Verhinderung von Müll und vor allem in "Schools for Future"; in denen Naturwissenschaft und Mathematik und wissenschaftliche Grundsätze vermittelt werden.
Und am Rande sei noch auf die Tatsache verwiesen, dass auch die Eispolarkappen auf dem Mars derzeit schmelzen. Marsmännchen schuld?

Donnerstag, 24. August 2017

Relativ absolut

"So haben wir, wenn sich uns eine neue Lehre verstellt, große Ursache, mißtrauisch zu sein und zu bedenken, daß, bevor sie gemacht wurde, eine andere im Schwange war; und daß, so wie diese von jener umgeworfen ist, in Zukunft eine dritte entstehen könnte, die der zweiten gleicherweise den Stoß versetzt. Bevor die Grundsätze, die Aristoteles eingeführt hat, in Ansehen kamen, war die menschliche Vernunft mit anderen so zufrieden wie wir heute mit denen des Aristoteles."
..............
"Was ist das für eine Sittlichkeit‚ die ich heute in Geltung sehe und morgen nicht mehr, die zum Verbrechen wird, wenn man den Fluß überquert? Was ist das für eine Wahrheit, die an den Bergen aufhört und in der Welt dahinter als Lüge gilt?"
............
 "Schließlich, weder wir noch die Gegenstände haben eine beständige Wirklichkeit. Wir, unser Urteil, alle sterblichen Dinge fließen und rollen ohne Unterlaß fort. Also kann man nicht mit Sicherheit von einem auf das andere schließen und der Urteilende und das Beurteilte schaukeln und verändern sich andauernd. Wir haben keine Beziehung zum Sein, weil die ganze Natur des Menschen beständig in der Mitte zwischen Geburt und Tod steht, nichts als einen dunklen Schein und Schatten wirft und eine ungewisse schwache Meinung. Und wenn man etwa einmal seine Gedanken darauf richtet, ihr Wesen zu fassen, so ist es nicht mehr oder weniger, als wenn jemand das Wasser fassen wollte: je mehr er zusammendrückt und festhält, was seiner Natur nach durch alles hindurchfließt, um so mehr wird er verlieren, was er ergreifen und festhalten wollte. Weil demnach alle Dinge dem Übergang von einer Veränderung zur nächsten unterworfen sind, findet sich auch die Vernunft betrogen, wenn sie darin eine greifbare Substanz sucht; denn sie kann nichts Dauerndes und Bleibendes ergreifen, weil alles entweder entsteht und noch nicht ist oder schon zu sterben beginnt, bevor es noch geboren wurde.
( ... ) Die Blüte des Lebens stirbt und vergeht, wenn das Alter eintritt, und die Jugend endet in der Blüte des Mannesalters, die Kindheit in der Jugend und das Säuglingsalter in der Kindheit, und der gestrige Tag stirbt im heutigen, und der heutige wird im morgigen sterben; und es ist nichts, das bleibt, und nichts, was immer eines wäre. ( ... ) Ebenso geht es der Natur, die gemessen wird, und der Zeit, die sie mißt. Denn auch in ihr ist nichts, das bliebe oder Bestand hätte; sondern alle Dinge in ihr sind entweder geboren oder werden geboren oder sterben. Deshalb wäre es eine Sünde, von Gott, welcher allein ist, zu sagen: er war oder er wird sein. Denn diese Ausdrücke bezeichnen die Wandlungen, die Übergänge und die Vergänglichkeit dessen, was nicht dauern noch seine Wirklichkeit behalten kann. Daher muß man schließen, daß Gott allein ist, nicht nur nach irgendeinem Maß der Zeit, sondern in einer unveränderlichen und unbewegten Ewigkeit, die von keiner Zeit gemessen wird und keiner Wandlung unterworfen ist. Vor dem nichts ist, nach dem nichts sein wird, in welchem kein Ding neuer oder jünger als ein anderes ist; sondern er ist ein wirklich Seiendes, das durch ein einziges Jetzt das Immerdar ausfüllt; und es gibt nichts, was wirklich ist, als ihn allein, ohne daß man sagen könnte: Er war; oder: Er wird sein; ohne Anfang und ohne Ende." 

(die letzten Sätze sind eine Paraphrase von Plutarchs "De E apud delphos")
Montaigne, Essais.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Geheimnisse

Habe heute einen Vogelschwarm beobachtet (leider habe ich die Art nicht erkannt), der in der Form einer geschweiften Klammer (}) über mich hinweg flog.

Die Formation blieb in diesem Muster während der ganzen Zeit nach einem geheimen Gesetz unwahrscheinlich stabil, aber eben nur beinahe.

Irgendwann in nächster Zeit wird man wohl auch diese "Abweichungen" mathematisch beschreiben können. Ich bin nicht traurig, dass ich das nicht mehr erleben werde.

Samstag, 17. Juli 2010

Glaube, Liebe, Hoffnung

Lassen sich letzten Endes auch Glaube, Liebe, Hoffnung digital oder chemisch nachbauen?
-------------
Liebe und Hoffnung werden ja gemeinhin im Gefühlsbereich angesiedelt, der Glaube hingegen als Sache der Vernunft angesehen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob nicht im Original eher "Gottvertrauen" gemeint ist, also auch eher eine emotionelle Kategorie. Mit dem Verstand kommt man m. E. in Sachen Glauben nicht weit. In der Realität ist oft so, daß eine emotionelle Grundsatz-Entscheidung getroffen wird und diese dann mit allen (oft beträchtlichen) Mitteln des Verstandes gerechtfertigt wird.
-------------
Für die Wissenschaft gibt es nichts, was sie nicht erklären kann, und wenn nicht schon jetzt, dann in Zukunft - aber eigentlich möchte ich das nicht mehr in allen Sparten erleben.
-------------
Übrigens: Kaum einer weiß, daß am Anfang der ganzen digitalen Herrlichkeit fast immer ein "analog device" steht wie z. B. der Sensorchip in der Digitalkamera oder ein Mikrophon....und am anderen Ende ist auch ein Analog-Gerät: Auge, Ohr.
Ist die Welt nicht doch analog?
Und was ist eigentlich das Gehirn,, analog oder digital?

Montag, 9. April 2007

Klimawandel


Klartext:
Für den Guten Zweck (FAZ)Wer sich in Gefahr begibt, kommt leicht darin um. 2500 Wissenschaftler aus aller Welt haben sich in den Dienst der Politik gestellt, um insbesondere den Industrieländern zu helfen, „ihre verschwenderische Energiepolitik umzustellen, Das Wissen um die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe, die unsere Wirtschaft. am Laufen halten, hatte nicht genügt, um einen Sinneswandel herbeizuführen. Es musste ein zusätzliches Druckmittel her, um der Umstellung den nötigen Schub zu verleihen. Und gerade in demokratisch verfassten Ländern ist die Politik darauf angewiesen, dass der Schub von der Bevölkerung ausgeht.
So war der Anfang der neunziger Jahre eingeleitete Kyoto-Prozess, dessen Auswirkungen auf das Klima selbst von seinen Befürwortern nicht für wesentlich gehalten werden, weniger ein Umweltprogramm als ein Erziehungsprojekt. Die Weltöffentlichkeit sollte mit seiner Hilfe auf die Folgen ihres allzu sorglosen Umgangs mit endlichen Ressourcen aufmerksam und für politische Gegenmaßnahmen zugänglich ge- macht werden. Für diesen guten Zweck haben sich viele Wissenschaftler, die seit langem mit Sorge die Auswirkungen ungebremsten Wirtschaftswachstums auf der Grundlage konventioneller Energieproduktion beobachten, von der Politik einspannen lassen, zumal sie dafür auch mit Forschungsgeldern überhäuft wurden. Manche wundern sich allerdings jetzt darüber, was die Politik aus ihrer Unterstützung macht. 
Schon dieTatsache, dass dem vierten IPCC-Bericht die „Zusammenfassungen“ für Entscheider vorausgehen, nicht ihm folgen, zeigt, in welchem Maß die Wissenschaft inzwischen instrumentalisiert wird. Gefragt sind nicht differenzierte Erkenntnisse, sondern Angstszenarien, mit denen die Bevölkerung für jede Maßnahme gefügig gemacht werden soll. Was mit einfacher Umweltpolitik nie möglich war - etwa die Besteuerung des Flugbenzins -, rückt nun in greifbare Nähe. Klimapolitik unter Androhung apokalyptischer Strafen hat eine geradezu bunkerbrechende Durchschlagskraft. Das macht sie bei Politikern so beliebt. Die Wissenschaft aber hat  sich in politischen Verhandlungen in einer Weise zur Magd gemacht, die ihre Wissenschaftlichkeit selbst untergräbt - denn die besteht immer noch darin, sich immer von neuem selbst in Frage zu stellen.
Wohltuend, dieser Ausschnitt aus der FAZ vom 7.4.2007. - Niemand bestreitet ja, dass es Anzeichen für einen Klimawandel gibt, aber was die Medien daraus machen .... ist schlicht zum Kotzen. Deswegen würde ich auch das Wort "Magd" im Text durch das Vokabel "Dirne" ersetzen.
Prinzipiell machen die (meisten) Medien aus Bedrohungs-Szenarien feststehende Tatsachen - denn nicht nur 'sex sells', sondern auch 'fear sells', und das umso mehr, als Sex ja schon fad geworden ist.
Die Wissenschaft fordert immer Freiheit für sich, innerhalb ihrer eigenen Kreise herrscht teilweise aber der blanke Meinungsterror, "Abweichler" werden gnadenlos niedergemacht. Der Satz 'publish or perish' steht über allem und diesem Zwang wird alles und jeder geopfert, was oder wer dem dagegen steht.
Was die Prostitution der Wissenschaft gegenüber den Medien betrifft, kann ich selber ein lustiges Liedchen singen: Vor Jahren gab es auf der Uni Wien einen Professor, nennen wir ihn Maier, der gefürchtet war unter den Studenten ob seiner Strenge und Unerbittlichkeit. Es ergab sich, dass ein Fernsehteam angesagt war, das einen Bericht über eine computerunterstützte geographische Anwendung bringen wollte. Der Chefkameramann bzw. Regisseur zeichnete sich durch besonders arrogantes und rüpelhaftes Verhalten aus. Und wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, wie sehr der gestrenge Hr. Professor vor diesem Proleten katzbuckelte und sich 2 Stunden von ihm schurigeln liess. - Der Beitrag selbst dauerte dann keine 2 Minuten.