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Donnerstag, 26. August 2021

Zeitungen

"Zeitungen sind der Sekundenzeiger der Geschichte. Derselbe aber ist meistens nicht nur von unedlerem Metalle als die beiden andern, sondern geht auch selten richtig. - Die sogenannten »leitenden Artikel« darin sind der Chorus zu dem Drama der jeweiligen Begebenheiten. - Übertreibung in jeder Art ist der Zeitungsschreiberei ebenso wesentlich wie der dramatischen Kunst, denn es gilt, aus jedem Vorfall möglichst viel machen. Daher auch sind alle Zeitungsschreiber, von Handwerks wegen, Alarmisten: Dies ist ihre Art, sich interessant zu machen. Sie gleichen aber dadurch den kleinen Hunden, die bei allem, was sich irgend regt, sogleich ein lautes Gebell erheben. Hiernach hat man seine Beachtung ihrer Alarmtrompete abzumessen, damit sie keinem die Verdauung verderbe, und soll überhaupt wissen, daß die Zeitung ein Vergrößerungsglas ist, und dies noch im besten Fall: Denn gar oft ist sie ein bloßes Schattenspiel an der Wand." 


Stammt - natürlich - von Arthur Schopenhauer


https://kumpfuz.blogspot.com/2018/06/zeitungen.html

Mittwoch, 9. September 2020

Gipfel der Verlogenheit

 

Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als die Angst am Leben zu erhalten ... es ist ihr Geschäftsmodell.

Zuerst erzeugen sie Angst und dann schüren sie sie.

"Wie auch heute noch üblich, lenkte man die Volksmeinung unter dem Vorwand, sie wiederzugeben." (G.d.Bruyn)
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Mein Problem mit den Medien: Sie servieren die reinen Tatsachen mit schmutzigen Händen und auf schmutzigem Geschirr. Zum Beispiel würde ich manche Erzeugnisse der Wissenschafts-Küche viel bereitwilliger goutieren, wenn sie nicht von Kellnern mit schmutzigen Fingernägeln aufgetragen würden....

Und hier ein Musterbeispiel, ganz aktuell:


Wen wundert's? Wird ihnen ja täglich eingebleut.

Mittwoch, 27. Februar 2019

Hälften

Eine Zeitung hatte Balfour ungewöhnlich scharf angegriffen. Der Premierminister nahm die Attacke gelassen hin und meinte:
„Ein chinesischer Weiser würde in einem solchen Falle sagen: Die Hälfte der Leute, die die Zeitung gekauft haben, hat den Artikel nicht gesehen. Die Hälfte derer, die ihn gesehen haben, haben ihn nicht gelesen. Die Hälfte derer, die ihn gelesen haben, haben ihn nicht verstanden. Die Hälfte derer, die ihn verstanden haben, haben ihn nicht geglaubt. Die Hälfte derer, die ihn geglaubt haben, sind Leute ohne Bedeutung. Also . . .“

Donnerstag, 23. Februar 2017

Presse

Unseren Redakteuren muss kein Staat den Maulkorb umbinden, sie tragen ihn von selbst  so unreflektiert wie ihre Großväter die Schnurrbartbinde. 
ROLF HOCHHUTH


Man tönt gegen die Inquisition, dabei sind die Journalisten an die Stelle der Dominikaner getreten.
GUSTAVE FLAUBERT

Reportern sage ich nie die Wahrheit.
WILLIAM FAULKNER 

Mittwoch, 17. Februar 2016

Übertreibungen jeder Art

"Die Zeitungen sind der Sekundenzeiger der Geschichte. Derselbe aber ist meistens nicht nur von unedlerem Metalle, als die beiden andern, sondern geht auch selten richtig. - Die sogenannten »leitenden Artikel« darin sind der Chorus zu dem Drama der jeweiligen Begebenheiten. - Uebertreibungen in jeder Art ist der Zeitungsschreiberei eben so wesentlich, wie der dramatischen Kunst: denn es gilt, aus jedem Vorfall möglichst viel zu machen. Daher auch sind alle Zeitungsschreiber, von Handwerks wegen, Alarmisten: dies ist ihre Art sich interessant zu machen. Sie gleichen aber dadurch den kleinen Hunden, die bei Allem, was sich irgend regt, sogleich ein lautes Gebell erheben. Hienach hat man seine Beachtung ihrer Alarmtrompete abzumessen, damit sie keinem die Verdauung verderbe, und soll überhaupt wissen, daß die Zeitung, ein Vergrößerungsglas ist, und dies noch im besten Fall: denn gar oft ist sie ein bloßes Schattenspiel an der Wand."

(A. Schopenhauer)

Dabei hat er noch gar nicht das Fernsehen und seine Journalisten und Moderatoren gekannt.

Samstag, 29. November 2014

Zweidrittelmehrheit

Situation der Presse vor dem "Anschluss":

Von den hundertvierundsiebzig Redakteuren in den Wiener Tageszeitungen waren damals hundertdreiundzwanzig Juden. (Helmut Sündermann „Die Grenzen fallen", München 1939). In der „Neuen Freien Presse" waren von vierundvierzig Redakteuren achtunddreißig Juden, im „Neuen Wiener Tagblatt" entsprachen von zweiunddreißig Redakteuren nur sechs dem sogenannten Arierparagraphen. Ähnlich waren die Verhältnisse in den beiden anderen großen Wiener Tageszeitungen, „Neues Wiener Journal" und „Der Tag".

Aus: Milan Dubrovic, Veruntreute Geschichte, Ffm 1987

Laut Karl Poppers Autobiographie sah es auf den Universitäten, zumindest in den sog. geisteswissenschaftlichen Fächern, ähnlich aus. Überrascht auch nicht, weil die deutschsprachigen Eliten aus den "Kronländern" alle nach Restösterreich strömten, sofern sie es konnten.
Man kann daraus vieles erkennen, u. a. auch, welch ein Aderlass das 1938   für Wissenschaft und Kultur war. Popper kritisiert aber auch die mangelnde Zurückhaltung bei der Zurschaustellung dieser "Übermacht".

Inzwischen ist die reconquista dieser Verhältnisse bei den Zeitungen schon wieder weit gediehen, zumindest bei STANDARD und WienerZeitung; bei ersterem schlägt es sich wenigstens in der Qualität nieder.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Besorgt

"Besorgt über die explosive Lage in ..." eröffnet die Sprecherin des ORF das Nachrichten-Journal und legt Besorgnis in die Stimme.
Das ist genau das, was ich nicht vertragen kann: Diese Vermischung von Information und Emotion in der heute üblichen Journalistik.
Der ORF treibt es ja noch weiter mit seinen zuweilen überaus albernen soundclips ("so klingt ein Orkan"), die in den meisten Fällen ja nur vom jeweiligen lokalen Fernsehen "abgezapft" sind und nicht vor Ort captured.

Dienstag, 29. November 2011

Absetzbewegungen

Das Fernsehen habe ich fast ganz aufgegeben, weil es immer blöder wird, beim Radio bin ich auch auf dem Rückzug, seitdem die "Musiksender" fast nur mehr - offenbar aus erzieherischen Gründen - Komponisten bringen , die entweder "wiederentdeckt", weil früher verboten, oder sonst weitgehend unbekannt sind und meistens für meine Ohren schmerzhaft sind.

Wie es aussieht, muss ich aber nun auch meine starke Bindung an die Printmedien lösen - zu sehr muss ich mich über das Vordringen des Boulevards in den sog. "seriösen" Zeitungen täglich ärgern; Anlass ist natürlich die Berichterstattung über die aktuelle Finanzkrise. Fast täglich wird der totale Kollaps herbeigeschrieben, dabei spürt selbst der in Wirtschaftsdingen nicht so bewanderte, dass dies nur aus Hilflosigkeit der komplexen Materie gegenüber geschieht. Mit schwarzen Prophezeiungen wollen sie beweisen, dass sie den Durchblick haben. Ein Waterloo für die Glaubwürdigkeit der ganzen Branche.

"Es kommt auf die Beleuchtung an" sagt Fontane, aber immer dieselbe düstere Beleuchtung richtet das interessanteste Stück zugrunde.

Natürlich kann man sich nicht nur aus Konserven (DVD, CD, Buch) ernähren, aber die Frischkost (alles natürlich BIO!) bekommt mir nicht, daher werde ich nur mehr das Nötigste davon zu mir nehmen.

Samstag, 20. September 2008

Finanzkrise

Die Kommentare zur rezenten Finanzkrise in wirtschaftsfreundlichen Zeitungen offenbaren einen Grad an Gelenkigkeit, die selbst chinesische Schlangenmenschen vor Neid erbleichen lassen. Auch die Gedächtnis-Lücken-Akrobaten laufen zu voller Form auf. So ungefähr müsste sich der "Osservatore Romano" lesen, wenn sich das Evangelium als Fälschung herausgestellt hat.

Freitag, 16. Februar 2007

Leserbriefe I

Heute möchte ich meine Erfahrungen als Leserbrief-Schreiber niederlegen: Begonnen habe ich eher zufällig vor etwa 3 Jahren (2004), als ich mich über die brutale Art und Weise der damals durchgeführten Pensionsreform fürchterlich aufregte (nicht über die Tatsache an sich!). Zur Aufregung war und ist Grund, griff diese Reform doch gravierend in meine Lebensplanung ein: Ich ging ein Jahr später in Pension als geplant und bekomme trotzdem weniger als geplant. Was mich dabei - trotz prinzipiellen Verständnis für die Notwendigkeit - so aufregte, war das "Überfallsartige" der Vorgangsweise, die eine Vorsorge unmöglich machte; zudem wurde in derselben Woche der Kauf der Abfangjäger beschlossen.... Aber eigentlich wollte ich über meine "Karriere" als Leserbriefschreiber berichten: Also ich war erbost und musste ein Ventil aufmachen und so schrieb ich an die ÖVP (später noch mehrmals, erhielt aber nur einmal einen forsch gehaltenen Schimmelbrief als Antwort) und an den Kurier, damals die Zeitung, die ich am meisten las (heute nicht mehr, seit sie auch die moderne, zu nichts verpflichtende Scheinethik vertritt). Zu meiner Überraschung wurde meine Zuschrift veröffentlicht. Dadurch auf den "Geschmack gekommen" schrieb ich in der Folge weitere Briefe, auch an andere Zeitung und Zeitschriften, auch "SPIEGEL" und "SZ" und wurde auch realtiv häufig veröffentlicht.
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Inzwischen: März 2021, bin ich schon lange kuriert von dieser kleinen "Leidenschaft". Da offenbar an den "Pforten" der Eingangspost nicht die besten und vifsten Leute einer Zeitung sitzen, sondern eher Volontäre o. ä., passierte es mir oft, dass die Ironie einer Zuschrift nicht verstanden oder der Brief sinnentstellend gekürzt wurde. Und auf einen "Briefwechsel" mit einem Journalisten braucht man sich ohnehin erst gar nicht einlassen: Wenn er überhaupt mit einem "redet", also schreibt, so immer von oben herab und er hat naturgemäß immer recht. Auf jeden Fall aber das letze Wort.  - Ein besonders negatives Beispiel ist Hans Rauscher vom STANDARD: Ich habe ihn einmal im Forum als "Hämeprediger" bezeichnet, was einen kleinen Shitstorm seitens seiner Jünger hervorrief.