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Mittwoch, 13. März 2019

Die Ex-Postler


"...es ist die größte Ungerechtigkeit, die man gegen einen Schriftsteller ausüben kann, wenn man ihn nach itzigen feinen Sitten beurteilen will. Man muß sich durchgängig an die Stelle seiner Zeitgenossen setzen, wenn  man ihm nicht Fehler andichten will, welche bei ihm keine sind. Es war bei den alten Römern nichts gewöhnlicher und nichts weniger anstößig, als Laster, welche offenbar im Schwange gingen, bei ihrem rechten Namen zu nennen.
Ich weiß nicht, mit was für einem Rechte man die oft erzwungne Artigkeit bei Anhörung gewisser Worte, bei Erblickung gewisser Gegenstände rot und unwillig zu scheinen, unter die Tugenden setzen kann? Die Schamhaftigkeit in diesem Verstande ist oft nichts als die Schminke des Lasters."
G. E. Lessing über Plautus

Wie man sieht, ist das Problem nicht neu., ist aber immer noch gut, um Aufmerksamkeit zu gewinnen und demnach gut für's Geschäft

https://kumpfuz.blogspot.com/2015/05/rathkolb-co.html

Donnerstag, 4. Januar 2018

Kollektivschuld

Auf jeden Fall aber dürfte nur derjenige sich das Recht anmaßen, über den andern abzuurteilen und dem andern etwa vorzuwerfen, er hätte dem Druck und dem Zwang eben widerstehen müssen - nur derjenige hätte zu diesen Vorwürfen das Recht, der für seine eigene Person unter Beweis stellen kann, daß er selber es ja so gehalten hat. Nur wer selber lieber ins Konzentrationslager gegangen ist, als daß er dem Druck nachgegeben hätte - eigentlich dürfte nur der über den Nachgiebigen den Stab brechen. Wer nicht in der gleichen Situation war wie der jeweils Inkriminierte, wer z. B. im sichern Ausland gesessen ist, hat es nur allzu leicht, von andern Heldentum oder gar Märtyrertum zu verlangen oder anderen Schwäche und Feigheit vorzuwerfen.
V. E. Frankl

Heute könnte er das nicht mehr sagen, ohne von seinen publizierenden Stammes- und Glaubensgenossen tot  gebissen zu werden.

Samstag, 23. Juli 2016

Zeitgeschichte

"Mit welchem Hochmut vor der Geschichte, mit welcher Feigheit vor der Gegenwart legen wir zuweilen ferneren Jahrhunderten unser Urteil auf.
Geschichte kann Lehre sein für die Gegenwart.
Das läßt sich nicht umkehren.  Die Gegenwart ist kein brauchbares Maß für Geschichte."
(...möchte man sog. Zeitgeschichtlern wie Rathkolb ins Stammbuch schreiben).
Martin Gregor-Dellin.
»Es ist wohl ein halbes Himmelreich, wo Friede ist».
Martin Luther.

Dann müsste es wohl für Atheisten der ganze Himmel auf Erden sein.

Freitag, 22. Mai 2015

Rathkolb & Co.

"Zeitgeschichtler" wie Oliver Rathkolb erinnern mich an Archäologen, die ihre Grabungsstätte nicht zu dem Zweck ausbeuten, ihre und unsere Kenntniss der Geschichte zu vertiefen, sondern um die Fundstücke möglichst effektiv auf dem nächsten Markt zu verscherbeln. Oder anders ausgedrückt: Die alten Münzen werden in gängige Währung umgewandelt.


Freitag, 5. Juli 2013

Rathkolb hat wieder zugeschlagen...

Schon wieder eine "Historikerkommission", die "belastete Strassennamen" ausforschte.

Ich lehne diese eindimensionale Beurteilung historischer Persönlichkeiten ab, nach der die Bedeutung eines Menschen nur von dem einzigen Fakt abhängig gemacht wird, ob er ein Antisemit  war wie z.B. Wagner, Weinheber, Lueger u. a., die ja wohl auch große positive Leistungen vollbracht haben. Einen Menschen nur deswegen abzulehnen, weil er Jude ist, ist ja auch verwerflich. Vereinfachungen, ob so oder so, werden niemals der komplexen Wirklichkeit gerecht.

Und jetzt ist er darauf gekommen, dass im 19. Jhdt. auch noch viel zu holen ist. Na sowas! Wahrscheinlich gehen ihm schon die Nazis aus....
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Vor einigen Tagen im STANDARD ein Hetzartikel zum Thema (Autor ein gewisser Th. Trenkler), dem allerdings peinliche Sachfehler anhafteten: Eine "Mandowara-Gasse" wurde moniert, angeblich nach Hitlers und Görings Lieblingssänger - das reicht schon! Nun, der hieß Josef von Manowarda, war zwar tatsächlich auch ein Nazi, aber die Gasse war nicht nach ihm benannt, sondern nach einem WKI-Kriegshelden Max Manowarda. Peinlich! Ebenso wurde eine "Anschlussgasse" - ich glaube in Ottakring - moniert, die aber gar nicht nach dem 38'Jahr so benannt wurde, sondern nach irgendeinem Verkehrsprojekt von früher.
Den Vogel schoss der Autor aber mit seiner "Schlusspointe" ab, wo er gehässig anmerkte, nun würde es bald auch eine Gottfried-Küssel-Strasse geben. Das zeigt, dass er die Problematik überhaupt nicht begriffen hat: Die "beanstandeten" Namen, sofern sie richtig zugeordnet wurden, zeigen auf Personen, die außer ihrem Nazi- oder Antisemiten-Kainszeichen irgendetwas anderes "Großes" vollbracht haben. WIe man damit heute politisch umgeht, das ist die Problematik!

Blinder Eifer schadet nur!

Samstag, 25. Mai 2013

Nazijäger

"Wer sich heute als "Nazijäger" etablieren will, tut dies, weil es opportun ist. Es ist der beste Beweis dafür, daß er auch "damals" opportun gehandelt hätte."

Alfred Goubran
(wohl ein "unverdächtiger" Autor)

Montag, 29. April 2013

Zeitgeschichtler

Gewisse Historiker erinnern mich an Vögel, die über den Müllhaufen der "Zeit-Geschichte" kreisen und nach Verwertbarem für ihre Ernährung suchen - in erster Linie Nazi-Reste. Sie leben offensichtlich gut davon. Sie nennen sich "Zeitgeschichtler", ich würde sie eher "Zeitgeistler" nennen.

"A decent way of living" ???

Zeitgeschichtler nach Art des sattsam bekannten O. Rathkolb (und seine Entourage) schürfen in der jüngeren Vergangenheit nach Rohstoffen, die sie zu heute gängigen Münzen prägen können.

" Historiker sind wie taube Menschen, die ständig auf Fragen antworten, die ihnen niemand gestellt hat".
L.Tolstoj

Donnerstag, 14. März 2013

Überraschungspapst

So ein Pech! Da war im ORF und anderen "embedded" Medien gerade das schönste "moral bombing" anläßlich des 75-Jahre-Anschluss-Gedenkens im Gange, da platzt die völlig unpassende und verfrühte Meldung von der Papstwahl herein. Aber man muss keine Sorge haben, dass Bomber-Rathkolb um die Früchte seiner Wühlarbeit gebracht wird, die nächsten Angriffswellen werden bald wieder anrollen. Außerdem bieten sich ja Möglichkeiten rund um die Diktatur-Vergangenheit des neuen Papstes; punkto Antisemitismus wird da wohl allerdings nichts zu finden sein, auch wenn Franziskus I. einige Jahre in Deutschland verbracht hat.
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Bemerkenswert: Offenbar hat sich der Heilige Geist mit dem Zeitgeist arrangiert, weil die erste Meldung gerade rechtzeitig zur Prime-Time präsentiert werden konnte.

Dienstag, 12. März 2013

NS+Philharmoniker


Die "mediale Lust" zum NS-Thema ist insgesamt noch immer sehr groß, zumindest beim ORF, der beispielsweise im "Kultursender" ORFIII ein geschätztes Drittel seiner Sendezeit, sieht man vom Wetterpanorama ab, der Antinazi-Bewußtseinsbildung widmet.  Daß Prof. Rathkolb (laut WZ) "keinen Schlußstrich" ziehen will, ist aus seiner Sicht verständlich, ist es doch seine ganz private Erfolgsstory. Ich persönlich halte es  nach wie vor für verlogen, die Unmoral vergangener Zeiten anzuprangern, um daraus höchst gegenwärtiges Kapital zu schlagen.
Fairerweise muss ich sagen, dass die gestrige Sendung in ORF2 über die Philharmoniker-Vergangenheit doch sehr interessant war; ich bedaure nur, dass es der Arbeit einer solchen,  extra auf Nazi-Trüffel konditionierten Suchtruppe bedarf, um alle diese aufregenden Bild-Dokumente über die Philharmoniker-Geschichte  im TV sehen zu können. Auf den redaktionellen Kon- und Subtext des ORF hätte ich getrost verzichten können.
Merkt man dort denn nicht, dass es schön langsam des Guten zuviel wird, dass man mit diesem boulevardesken Trommelfeuer gerade das fördert, was man angeblich verhindern will?
Oder ist das vielleicht sogar der erhoffte Zweck?

Sonntag, 3. Februar 2013

Relaunch von Portisch's "Österreich I"

Laut Berichten wird die alte Serie von Hugo Portisch nun in "...aktuelleren Zusammenhang gesetzt..."
Gerade das stimmt mich skeptisch, zumal wenn man hört, dass Prof. Rathkolb bei diesem Relaunch seine Hand im Spiel hat, einer jener Historiker, die nicht willens oder fähig sind, Zeitgeschichte aus der jeweiligen Zeit zu verstehen, sondern alles aus der Kenntnis der weiteren Entwicklung be- und verurteilen. Im Übrigen steht zu hoffen, dass möglichst viele Redakteure diese Sendungen anschauen, denn noch immer ist aktuell das Diktum Kreisky's: "Lernen's Geschichte..." - und damit hat er sicher auch die Geschichte vor 1938 gemeint.

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Diese Historiker vom Schlage Rathkolb's haben die Mentalität der Bilderstürmer - in ihrer Unfähigkeit, das Wertesystem der Vergangenheit erst einmal kennenzulernen. Niemand verlangt ja, dass sie es akzeptieren.

Samstag, 19. Januar 2013

Rathkolbismus

O. Rathkolb hat wieder zugeschlagen, diesmal im KURIER: Er hat in alten Zeitungen "entdeckt", dass die Wr. Philharmoniker in der Nazizeit Seyß-Inquart geehrt haben. Na sowas!
Was sind das nur für Historiker, deren "Forschung" im Durchkämmen alter Zeitungen nach kompromittierenden Meldungen besteht; freilich, ihr Aus- und Fortkommen ist damit auf lange Zeit gesichert. Ich darf dazu den - hoffentlich unverdächtigen - Sebastian Haffner nochmals zitieren:
"Wer die Vergangenheit an den Maßstäben der Gegenwart mißt, zeigt nur seinen Mangel an historischem Sinn". 
Nicht, dass man solche "Forschungsergebnisse" verschweigen sollte, aber gleich auf die Titelseite des KURIER? Da fragt man sich doch: "Wem nützt das" - außer der Inseratenabteilung?
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Interessant die fast durchwegs deutlich(st) ablehnenden Leserkommentare im Online-Forum. Der Thread wurde dann auch bald abgedreht.
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Neueste Entwicklung: Jetzt spricht man schon von Restitutionen (WZ vom 25.1.12). Das also ist des Pudels Kern - oder soll man sagen: Die Katze ist aus dem Sack! Nicht der Wissenschaft dienen die Schnüffeleien, sondern handfestem Ertrags-Streben!
Zitat aus der WZ: "...es gibt Defizite..." - aus denen man gerne Benefits machen möchte - klar!