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Donnerstag, 26. September 2024

Klimatheologie

 

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Von: Richard Krampl <richardkrampl7@gmail.com>
Gesendet: Dienstag, 24. September 2024 11:14
An: DiePresse Leserbriefe <diepresse.leserbriefe@diepresse.com>
Betreff: "Klimatheologie"

Ich gratuliere Herrn Kumpfmüller zu seinem tollen Leserbrief (23.9.). Auch ich sage immer: "Es gibt keine Krise des Klimas sondern eine Krise der Klimatologie". Es wird fälschlicherweise von einer statistischen Korellation zwischen CO2-Gehalt der Atmosphäre und der Temperatur auf eine kausale Verknüpfung geschlossen. Dies ist der häufigste Fehler in der Wissenschaft. Tatsächlich ist es eher umgekehrt, dass die erhöhte Temperatur die Ursache des erhöhten CO2-Gehaltes ist (weil die erhöhte Temperatur zu einer Beschleunigung des natürlichen Kohlenstoffkreislaufes führt). Die Klimatologen sollten sich einmal intensiver wissenschaftstheoretisch mit Sir Karl Popper auseinandersetzen (verifizieren/falsifizieren). Hier einige Fakten und Anregungen:

- "Nicht das CO2, sondern die Sonne diktiert das Klima" (Univ.-Prof. Dr. Anton Krapfenbauer)

- "Das Klima bedarf nicht des Schutzes." (Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, ÖVP)

- Die globale Durchschnittstemperatur beträgt 14.5°C - seit ca. 40 Jahren gleichbleibend

- "Das erste Opfer globaler Erwärmung: Die Wahrheit" ("Die Presse", 31.12.2018, Seite 18)  

- "Lernen Sie (Klima-) Geschichte!" (frei nach Bruno Kreisky)

- 2 Klimatologen am Rande eines Klimatages (Mittagspause). Sagt der eine zum anderen - und es ist tatsächlich fast so witzig wie ein Witz: "Was das Klima betrifft, habe ich zwei Meinungen: eine dienstliche und eine private."

Wenn man sich vor Augen hält, dass sich nahezu alle Planeten erwärmen, dann wird schnell klar, dass die Ursache der Erwärmung nur die Sonne sein kann und nicht der Mensch bzw. das CO2.

Richard Krampl, Zeltweg


Mittwoch, 27. Oktober 2021

Pressefreiheit, die sie meinen ...

 ...über den Mißbrauch der Informationspflicht

Von Heinz Friedrich.

Niemand hat in unserem Jahrhundert einem bestimmten Typus Presse und damit einer bestimmten Journalisten-Spezies gründ­licher die Leviten gelesen als Karl Kraus. Die Jahrgänge der Fackel von 1899 bis 1936 sind eine einzige Anklage gegen die schwarzen Magier der öffentlichen Meinung, die - nach Kraus -die abendländische Kultur liquidieren. Pamphlet um Pamphlet schleuderte er den ebenso kurzsichtigen wie überheblichen Skribenten entgegen. Erbarmungslos bis zur eifernden Monomanie nahm er Artikel für Artikel unter seine kritische Lupe und atte­stierte dem europäischen Geist journalistisch-feuilletonistischen Trichinenbefall. überall, vermerkt er im November 1908 in ei­nem ,Apokalypse' betitelten Aufruf zur Erhaltung der Fackel, überall dringen die „ Gase aus der Welthirnjauche, kein Atemho­len bleibt der Kultur und am Ende liegt eine tote Menschheit neben ihren Werken, die zu erfinden ihr soviel Geist gekostet hat, daß ihr keiner mehr übrig blieb, sie zu nutzen". Und pessi­mistisch prophezeit er angesichts dieser Diagnose den „Unter­gang der Welt durch schwarze Magie", sprich: durch die miß­brauchte Allmacht der Presse. Denn längst erweise sich das Hirn unserer Zivilisation als „camera obscura, die mit Drucker­schwärze ausgepicht" sei. Diese, durch Druckerschwärze ver­dunkelte Welt werde selbst ihren Untergang noch mit Vergnü­gen ertragen, wenn ihr nur dessen „kinemathographische Vorführung nicht versagt" bleibe.

Nun: inzwischen werden uns diese „kinemathographischen Vorführungen" des abendländischen Zerfalls Abend für Abend per Mattscheibe frei Haus geflimmert. Im Schaukelstuhl und bei kühlem Bier genießen wir, was noch keiner Generation zuvor zu genießen vergönnt war: den Nervenkitzel der eigenen Ago­nie. Denn seit den Anklagen von Karl Kraus hat sich in der Presse und anderswo nichts geändert - zumindest nicht zum Besseren. Im Gegenteil, die modernen Multiplikatoren, bezeich­nenderweise „Massenmedien" genannt, haben inzwischen das ihre tatkräftig zur Lust am Untergang beigetragen. Unbeküm­mert wird tagtäglich die Pressefreiheit auf und unter dem Strich, wohin sie gelockt wurde, genotzüchtigt - wobei die Hinter­treppe, auf der dies geschieht, als Boulevard ausgegeben wird.

Karl Kraus ist tot. Er starb 1936. Zu Hitler fiel ihm, nach eigenem Zeugnis, bereits nichts mehr ein- aber wie verzweifelter noch wäre er wohl verstummt angesichts unserer gegenwärtigen Schlagzeilen-Hysterie, deren sadistisch-masochistische Ober­töne eine erschreckend inhumane Grundhaltung gewisser Mei­nungshüter verraten. Der geistige Mief, der aus den schein-ethi­schen Kulissen von Pressefreiheit, Informationspflicht, Aufklä­rung und sogenanntem kritischen Bewußtsein hochsteigt, verschmutzt die menschliche Umwelt keineswegs geringer und auch keineswegs weniger tödlich als die Abgase der Blechge­schwader und der Auswurf der Ölschlote - nur: davon redet kaum einer, weil die Angst vor dem ins Kraut schießenden publi­zistischen Informationsterror hierzulande beklemmend groß ist. Die Tage eines Karl Kraus, da immerhin ein paar miese Schreiber vor jedem neuen Heft der Fackel zitterten, sind längst dahin, und ungehemmt darf heute jeder Zeilenschinder seinen publizi­stischen Rang nach dem Winkel des eigenen beschränkten Hori­zontes selbst bestimmen und behaupten, er entfalte bei diesem eigenartigen Geschäft seine Persönlichkeit, sowohl geistig als auch moralisch. …

Die Medien, diese teuflischen Multiplikatoren des menschli­chen Unsinns, weben eifrig den Schleier anthropologischer Illu­sionen, der jede wirkliche Aufklärung der Gesellschaft verhin­dert, und zwar aus den gleichen Gründen, die sie andernorts mit pseudomoralischer Entrüstung anprangern - aus den Grün­den nämlich des materiellen Profits und der demagogischen Macht. Denn längst werden auf den Boulevards der bürgerlichen und auch der journalistischen Dämmerung nicht mehr die heuch­lerisch beschworenen Güter der Pressefreiheit und der soge­nannten Informationspflicht feilgeboten, sondern hier werden Nachrichten als seelenpornographische Nervenkitzel zum Höchstpreis verhökert, um dem trivialem Klatschbedürfnis der Masse entgegenzukommen. Ersetzen die medialen Multiplika­toren doch nicht nur den Brunnen, an dem die Weiber einst ihre Zungen entfesselten, sondern auch den Pranger auf dem Markt, den die Menge mit pharisäischem Behagen angaffte.

….. Auf solche Einwände angesprochen, reagieren die Nachrichten-Macher stets mit moralisch-kritisch-freiheitlichen Beteuerungen und biederem Augenaufschlag. Wissen sie doch genau, daß, wer über die Multiplikatoren der öffentlichen Meinung verfügt, auch über beträchtliche Macht verfügt- und Macht hat leider, trotz ihrer fragwürdigen Aspekte, noch immer das letzte Wort. Ihr dieses letzte Wort wenigstens in der gefährlichen pseudo-journalisti­schen Spielart zu entziehen, ist ein schwieriges Geschäft, weil die häufigste Erscheinungsform der Zeitungslüge die Halbwahr­heit ist. Nichts aber läßt sich schwerer widerlegen als Halbwahr­heiten, weil sie dem zur Rede gestellten Schreiber jede nur er­denkliche Ausflucht gestatten, zumal dann, wenn diese Ausflucht noch durch den weinerlichen Hinweis auf die Ein­schränkung der Meinungsfreiheit akzentuiert wird

Aus dieser Perspektive angeschaut, erweisen sich die Schlag­zeilen besagter Blätter und geistig benachbarter Medien als Kilometersteine der menschlichen Dummheit auf dem Weg in die Verfinsterung. Die Ironie ohne tiefere Bedeutung und die Pointe als Presseausweis genügen kaum als Rechtfertigung eines An­spruchs auf Pressefreiheit. Auch die Pressefreiheit muß, wie jede Freiheit, in einem immerwährenden Prozeß stets neu errungen und durch die redliche Tat bestätigt werden, wenn sie nicht zum Aberwitz absinken soll. Wer unter Pressefreiheit lediglich die Verlegung von Stammtischgemaule und Bargeflüster in die Re­daktionen versteht, hat sie bereits gründlich mißverstanden und mißbraucht. Unabhängigkeit im Titel und Impressum eines Pu­blikationsorgans ist eine Verpflichtung, aber kein journalisti­scher Freibrief.

Montag, 18. Januar 2021

Würstelmeinungen

 Wenn man von den Medien am laufenden Band die absonderlichsten Meinungsabsonderungen vorgesetzt und  dazu in rauhen Mengen Kren und Senf auf den Teller gedrückt bekommt, so tut es gut, wenn man wenigstens ab und zu in seriösen Printpresse eine geniessbare Wurst dazu serviert wird. KURIER und PRESSE zähle ich übrigens nicht mehr dazu; und um den seriösen STANDARD zu lesen muss man eine Rot-Grün-Blindheit haben.

Dass der Kanzler infolge seiner Jugend noch kein Weltmeister im Kompromisse-Schließen ist, sollte man ihm nicht vorwerfen. Wichtig ist, dass er dazu lernt. Das fällt ihm sichtlich nicht leicht, aber er tut es. Man kann nicht verlangen, dass er schon die Reife und Abgeklärtheit eines "alten Hasen" hat. Hauptsache ist momentan, dass er dort, wo es notwendig ist, rasch Entscheidungen trifft. Dass die im Nachhinein sich nicht immer als richtig herausstellen, liegt in der gandenlosen Natur der Sache, des Virus COVID-19!

Mittwoch, 20. November 2019

Meinungsbilder

"Ich glaube, es ist nicht gesund, wenn sich die veröffentlichte Meinung zu weit vom Meinungsbild der Gesamtbevölkerung unterscheidet. Verstärkend wirkt das Phänomen, dass die parteipolitischen Präferenzen von Journalisten in Deutschland nicht den gesellschaftlichen Durchschnitt widerspiegeln. Journalisten sind mehrheitlich im rot-grünen Spektrum verortet. Es braucht wieder mehr Pluralismus. Mehr Unterschiede in der demokratischen Mitte. Damit es weniger Polarisierung an den Rändern gibt."
Mathias Döpfner, Springer-Verlag.
In Österreich ist es eher noch "schlimmer", weil hier der ORF ton- und bildangebend ist und dessen Ausrichtung ist ja bekannt. Und die sogenannten "seriösen Blätter" spielen auch alle nur in derselben Tonart.
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Und als würzige Draufgabe noch ein bißchen Lichtenberg:
»Heutzutage machen drei Pointen und eine Lüge einen Schriftsteller. «
 »Wenn die Frankfurter Rezensenten wüßten, wie sie bei vernünftigen Leuten stünden, so würden sie gewiß jeden loben, den sie verworfen wissen wollen. «
"das Geschrei der Zeitungsschreiber und der Barden...."
Heute sind es nicht mehr nur die Frankfurter Rezensenten, sondern vor allem die Hamburger. 

Samstag, 14. Juli 2018

Meinungen

Die meisten denken mit Aristoteles: „Was vielen richtig scheint, das, sagen wir, ist“: ja, es giebt keine noch so absurde Meinung, die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten, sobald man es dahin gebracht hat sie zu überreden, daß solche allgemein angenommen sei. Das Beispiel wirkt auf ihr Denken, wie auf ihr Thun. Sie sind Schaafe die dem Leithammel nachgehn, wohin er auch führt: es ist ihnen leichter zu sterben als zu denken. Es ist sehr seltsam daß die Allgemeinheit einer Meinung so viel Gewicht bei ihnen hat, da sie doch an sich selbst sehn können, wie ganz ohne Urtheil und bloß kraft des Beispiels man Meinungen annimmt....
Die Allgemeinheit einer Meinung ist, im Ernst geredet, kein Beweis, ja nicht einmal ein Wahrscheinlichkeitsgrund ihrer Richtigkeit. Die welche es behaupten, müssen annehmen 1) daß die Entfernung in der Zeit jener Allgemeinheit ihre Beweiskraft raubt: sonst müßten sie alle alten lrrthümer zurückrufen, die einmal allgemein für Wahrheiten galten: z.B. das Ptolemäische System, oder in allen protestantischen Ländern den Katholicismus herstellen: - 2) daß die Entfernung im Raum dasselbe leistet: sonst wird sie die Allgemeinheit der Meinung in den Bekennern des Buddhaismus, des Christenthums, und des Islams in Verlegenheit setzen.
Was man so die allgemeine Meinung nennt, ist, beim Lichte betrachtet, die Meinung Zweier oder Dreier Personen; und davon würden wir uns überzeugen, wenn wir der Entstehungsart so einer allgemeingültigen Meinung zusehn könnten. Wir würden dann finden, daß Zwei oder Drei Leute es sind, die solche zuerst annahmen oder aufstellten und behaupteten, und denen man so gütig war zuzutrauen, daß sie solche recht gründlich geprüft hätten: auf das Vorurtheil der hinlänglichen Fähigkeit dieser nahmen, zuerst einige Andre die Meinung ebenfalls an: diesen wiederum glaubten Viele andre, deren Trägheit ihnen anrieth, lieber gleich zu glauben, als erst mühsam zu prüfen. So wuchs von Tag zu Tag die Zahl solcher trägen und leichtgläubigen Anhänger: denn hatte die Meinung erst eine gute Anzahl Stimmen für sich; so schrieben die Folgenden dies dem zu, daß sie solche nur durch die Triftigkeit ihrer Gründe hätte erlangen können. Die noch Uebrigen waren jetzt genöthigt gelten zu lassen was allgemein galt, um nicht für unruhige Köpfe zu gelten, die sich gegen allgemeingültige Meinungen auflehnten, und naseweise Bursche, die klüger seyn wollten als alle Welt. Jetzt wurde die Beistimmung zur Pflicht.
Nunmehr müssen die Wenigen welche zu urtheilen fähig sind, schweigen: und die da reden dürfen, sind, solche, welche völlig unfähig eigne Meinungen und eignes Urtheil zu haben, das bloße Echo fremder Meinung sind: jedoch sind sie desto eifrigere und unduldsamere Vertheidiger derselben. Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht sowohl die andre Meinung zu der er sich bekennt, als die Vermessenheit selbst urtheilen zu wollen; was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewußt sind. - Kurzum Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen Alle haben: was bleibt da anderes übrig als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen? 

Schopenhauer, Eristische Dialektik

https://kumpfus.blogspot.com/search?q=Regal

Donnerstag, 3. August 2017

Durchschuss

In der WZ vom 31.7.  ein Artikel über die Anwendung von KI in Literatur und Zeitungswesen:
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/medien/908074_Literatur-aus-dem-Automaten.html
"Computerprogramme verfassen nicht nur standardisierte Texte, sondern analysieren auch narrative Muster literarischer Werke."
Das wird insbesondere die Zeitungsherausgeber freuen:  Da kommt die Information schon fertig aufbereitet von der Agentur und braucht in der Redaktion nur mehr mit Meinung durchschossen und mit Ideologie nach Art des Hauses abgeschmeckt werden.
Aber auch das wird über kurz oder lang der Computer übernehmen, menschliche Redakteure sind einfach nicht so berechenbar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Zeilendurchschuss

Donnerstag, 23. Februar 2017

Presse

Unseren Redakteuren muss kein Staat den Maulkorb umbinden, sie tragen ihn von selbst  so unreflektiert wie ihre Großväter die Schnurrbartbinde. 
ROLF HOCHHUTH


Man tönt gegen die Inquisition, dabei sind die Journalisten an die Stelle der Dominikaner getreten.
GUSTAVE FLAUBERT

Reportern sage ich nie die Wahrheit.
WILLIAM FAULKNER 

Dienstag, 27. Oktober 2015

Wohlfeile Gesinnung

Gesinnung gibt es immer gratis. Die Manifeste der Engagierten sind meistens so peinlich wie die Gegenerklärungen derer, die sich für nicht engagiert erklären.
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Die fürchterliche Apparatur der Meinungsmaschinen....

Heinrich Böll

Montag, 5. Oktober 2015

Gute Presse

Man feiert  momentan irgendein Jubiläum der Pressefreiheit. Diese ist zweifellos ein hohes Gut, aber wie alles Gute kann es auch Böses schaffen, wenn es übertrieben wird. Bei uns ist die Presse so  frei, dass dafür die Politiker unfrei geworden sind: Sie handeln nicht mehr im Interesse ihrer Wähler, sondern arbeiten nur mehr für eine "Gute Presse". Und manche Presseorgane sind  überhaupt so "frei", dass sie diese im Tausch gegen saftige Inseratenaufträge auch promptest liefern.

In autoritären Staaten muss die Presse lügen, in der westlichen "freien" Welt darf sie lügen, was sie auch ausgiebig tut: Natürlich nicht auf die plumpe Art, sondern durch Verschweigen, Weglassen, tendenziöse Präsentation ("der umstrittene ....") - und am liebsten, indem sie die Statistik mißbraucht, welche sich aber bekanntlich eh jedem hingibt. Aus vorliegenden Zahlen kann man alle gewünschten Daten und Fakten generieren - und es ist meistens nicht einmal "gelogen"!

Dienstag, 4. August 2015

Verschiedene Formen von Informationen

  • Nachrichten:  Eine Information über Tatsachen, die für die Adressaten vermutlich neu und interessant sind und unter diesem Aspekt aus möglichen Zusammenhängen gerissen werden;
    • meist (aber nicht zwingend) ohne die unterhaltenden Elemente des
  • Features.
    • i. U. zum Kommentar unter striktem Verzicht auf die Meinung des Schreibers; 
    • i. U. zur Reportage ohne subjektive Elemente und Impressionen;
    • i. U. zum Korrespondentenbericht ohne (oder mit vorsichtiger) Deutung;

Aus: Wolf Schneider, Deutsch für Profis -  ein Buch, das offenbar heute kaum ein Journalist gelesen hat.


L. Murschetz

Dienstag, 20. Januar 2015

Journalistenehre

Aus Alois Brandstetters "Vom Leumund des Löwen":
"Der Chefredakteur einer angesehenen Zeitung sollte schon von Haus aus so gut situiert sein, daß er auf dubiose und obskure Gelder aus dunklen Kanälen dankend verzichten kann. Und nicht nur der Chefredakteur selbst, auch seine Redakteure und Mitarbeiter sollten so gut entlohnt werden, daß sie sich ein wenig Ehre leisten können. Der Journalist sollte anständig verdienen."

Ist schon recht. Allerdings glaube ich, dass die meisten Journalisten mit mehr Geld nur umso lauter das Lied ihres Brotherrn  singen würden.

Samstag, 17. August 2013

Drese

Lese u. a. gerade die Erinnerungen von C. H. Drese, dem früheren Staatsoperndirektor.
Etwas larmoyant und mit der typischen deutschen leichten Herablassung gegenüber Österreich.
Amüsant ist, dass er sich quasi im gleichen Atemzug über den Antisemitismus in Wien und über die Wiener Presse beschwert. Da dürfte ihm etwas entgangen sein...

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August: Fertiggelesen, etwas mühsam, insgesamt ein unerfreuliches Buch. Immer sind die "Wiener", die "Österreicher" schuld an allen Mißerfolgen. Drese gehörte zu jenen, die sich immer über Verfolgung beklagen, bis sie dann wirklich verfolgt werden. Die Art, wie man ihn abserviert hat, war ja dann wirklich nicht von der feinen Art.

Freitag, 20. Juli 2012

Unterpflasterboulevard

Der STANDARD grenzt sich gerne und häufig - wohl auch zu Recht - vom Boulevard ab. Dafür spielt sich der Großteil der Beiträge im STANDARD-FORUM auf Unterpflasterniveau ab.

Samstag, 7. Januar 2012

Schläfer

Den Boulevard füttert die SPÖ mit direkten Zuwendungen für Jubel-Inserate. Bei den sog. seriösen Medien, die unter ihrem Einfluss stehen oder die sie sich durch Postenbesetzungen unter den Nagel gerissen hat, macht sie das subtiler, so z. B. bei der Wiener Zeitung.
Da lässt sie die "unabhängigen" Redakteure an der langen Leine, aber wenn es ans Eingemachte geht - wie zuletzt bei der "Affäre Niko Pelinka" - müssen diese ihren Dank abstatten: Der rüde ORF-Postenschacher ist dann ein "Bonsai-Problem" für Leute, die nicht "über den Tellerrand" schauen können.
Das Bild des WZ-Chefredakteurs R. Göweil sagt alles:

Hach - wie interessant!

Dienstag, 29. November 2011

Meinungsverleiher


Während Jeder sich schämen würde, in einem geborgten Rock, Hut oder Mantel umherzugehen, haben sie Alle keine anderen, als geborgte Mei­nungen, die sie begierig aufraffen, wo sie ihrer habhaft wer­den, und dann, sie für eigen ausgebend, damit herumstolzie­ren. Andere borgen sie wieder von ihnen und machen es damit eben so. Dies erklärt die schnelle und weite Verbreitung der Irrtümer, wie auch den Ruhm des Schlechten: denn die Mei­nungsverleiher von Profession, also Journalisten u. dgl., geben in der Regel nur falsche Ware aus, wie die Ausleiher der Mas­kenanzüge nur falsche Juwelen.

A. Schopenhauer

Siehe auch:
http://www.blogger.com/blogger.g?blogID=8393308157423288519#editor/target=post;postID=2026452862377602608

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Sonntag, 3. April 2011

Zeitungen

Ich habe mir die Zeitungen vom vorigen Jahre binden lassen, es ist unbeschreiblich, was für eine Lektüre dieses ist: 50 Teile falsche Hoffnung, 47 Teile falsche Prophezeiung und 3 Teile Wahrheit. Diese Lektüre hat bei mir die Zeitungen von diesem Jahr sehr herabgesetzt, denn ich denke: was diese sind, das waren jene auch. 


Lichtenberg (K 266)


Ich denke, über alte Zeitungen zum Exempel jetzt von 1792 an müßte sich ein herrliches Collegium lesen lassen, nicht in historischer, sondern in psychologischer Rücksicht.Das wäre was. Was in der Welt kann unterhaltender sein, als die vermeintliche Geschichte der Zeit mit der wahren zu vergleichen. 


Lichtenberg (L 301)


Wohl zehn Minuten las ich in einer Zeitung, ließ durch das Auge den Geist eines verantwortungslosen Menschen in mich hinein, der die Worte anderer im Munde breitkaut und sie eingespeichelt. aber unverdaut wieder von sich gibt. 
Hermann Hesse, Der Steppenwolf

Montag, 14. März 2011

Hart!Mann! und die Sonntags-Presse

Einem Blattmacher-Team, das sich schon selbst die Diagnose "Vanitas vanitatum" gestellt hat, ist durch Kritik nicht beizukommen. Ebensowenig einem Theatermacher, der mit ständig erigiertem EGO herumläuft, einer, der die Welt gern auf den Kopf stellt, damit sie ihn richtig wahrnimmt.

Zur Mache - äh, Sache, zur Zeitung also: Mühsam ist das diesmal für einen, der diese gerne abends im Bett liest, aber es ist mal was anderes. Ah, das ist ein Blatt im Normaldruck, "Reise", das lese ich zuerst. Kenne ich aber leider schon, von der WZ. Also weiter mit dem verdrehten Preßerzeugnis. Emotionsgefüllte Substantive werden mir entgegengeschleudert, darunter riesige Bilder, deren Sinn sich nicht sofort erschließt. Bis ich zum Text komme, bin ich schon müde. Nur einige Male überwinde ich diese Hürde, dann greife ich zu einem Buch. Na, vielleicht lese ich morgen, wenn ich ausgeruht bin, die wertvollen Artikel - oder auch nicht.

Format erschlägt Inhalt. Modernes Theater eben.

Eigentlich gut, daß ich der freundlichen Dame am Telefon das Abo nicht abgekauft habe. Oder doch schade: So könnte ich es jetzt stornieren.

Freitag, 25. Februar 2011

Zu viele Köpfe...

"Alle öffentlichen Handlungen unterliegen vielfältigen und nicht voraussehbaren Auslegungen, denn zu viele Köpfe urteilen darüber".
Montaigne III/10
Das ist die Kehrseite der "Pressefreiheit".

Mittwoch, 18. Juni 2008

Freier Markt

Die entscheidende Triebfeder im sog. "Freien Markt" ist und bleibt die Gier. Diese wird nur in Schranken gehalten von der Gier der anderen Teilnehmer. Aber auf diesen Mechanismus ist kein Verlass: Immer öfter kommen die Anbieter drauf, daß sie mehr abschöpfen, wenn sie auf der Preistreiberwelle mitschwimmen, statt "konkurrenzmäßig"und theoriekonform zu unterbieten. Die Politiker haben sich ja schon lange von diesem Thema abgemeldet, sie tolerieren die offenen und heimlichen Kartelle, sofern sie sich nicht gleich daran beteiligen.
Am Widerlichsten sind mir aber die Journalisten, die willfährig alle Raubzüge rechtfertigen, indem sie die - meist per Agentur vorgefertigten - "Erklärungen" unters Volk bringen (siehe "Wiener Zeitung", "Die Presse" - aber auch andere....)