Bettina Steiner über den Roman „See der Schöpfung“ von Rachel Kushner.
Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
Freitag, 2. Mai 2025
Die Linken
Sonntag, 27. Oktober 2024
Weltverbesserer
Montaigne:
Jene, die ..... versucht haben, die Sitten der Welt durch neue
Lehren zu reinigen, bessern den äußeren Schein der Laster; die des inneren
Wesens lassen sie unbehelligt, wenn sie ihnen nicht gar Vorschub leisten; und
dieser Vorschub ist sehr zu befürchten: unter dem Vorwand dieser äußeren und
willkürlichen Weltverbesserung, die weniger kostet und größere Ehre einbringt,
entschlägt man sich gern jeder anderen Rechtschaffenheit und läßt dergestalt
wohlfeil den andern innerlichen und
eingefleischten Untugenden die Zügel schießen.
Dienstag, 31. Oktober 2023
Denn sie wissen nicht,
...was sie tun.
Unser Sozial- und Gesellschaftssystem ermöglichte es den rotgrünen Träumern erst, jenen Grad der Unabhängigkeit und Liberalität im Denken zu erreichen, in dem man sich keine Sorgen um Essen und Wohnen machen muss.
"Erst kommt das Fressen und dann die Moral" (Brecht) - vor allem dann als Ausweg, wenn einem das "Fressen" eh schon zum Halse heraus hängt.
Charity wächst nur auf fetten Böden.
Montag, 7. August 2023
Hochadel
Aus einem Leserbrief, Quelle unbekannt:
„Dieses präpotente
Meinungsdiktat der moralisch Erhabenen wird unerträglich. Dabei zeigt der
moralische Hochadel der Grünen einmal mehr, dass er von den tatsächlichen
Sorgen der schweigenden Mehrheit der Menschen in diesem Land keine Ahnung hat.“
Sonntag, 7. August 2022
30 % der Autos müssen weg!
Leserbrief an WZ wg. Artikel am 30.7.22 mit der Überschrift: "30 Prozent der Autos müssten weg….."
(abgeschickt, aber nicht veröffentlicht).
Die vielzitierte Gentrifizierung tritt in mancherlei Gestalt auf, gemeinsames Ziel ist in jedem Fall die Verdrängung der Alt-Mieter aus ihren Altbauwohnungen, wobei „alt“ hier sowohl die Mietdauer als auch des Lebensalter der Bewohner bedeutet. Im Wesentlichen gibt es zwei Methoden: Die eine ist die offene und brutale "kapitalistische", wie sie von sog. Investoren gehandhabt wird; dagegen kann man sich u. U. mit Rechtanswälten wehren, wenn man dazu das Geld hat. Gegen das andere Verfahren, ich nenne es das versteckte "ideologische", ist man wehrlos, denn wie soll man sich gegen politischen Druck wehren - außer einmal alle heiligen Zeiten an der Urne?
In meinem konkreten Fall „sitze“ ich seit über 50 Jahren in einer ursprünglich devastierten Wohnung im Herzen der Leopoldstadt, die im Laufe der Jahrzehnte mit viel Aufwand immer wohnlicher gemacht wurde; naturgemäß ist der Mietzins für die neuerdings "hippe" Gegend niedrig und aus Sicht der Vermieter skandalös.
Von Anfang an war ich ein eingefleischter Öffi-Benutzer, ein sog. ‚early adopter‘ der Sparangebote wie Jahreskarte, Vorteilskarte und jetzt Ö-Klimaticket. Daneben hielt ich mit aber auch seit fast 50 Jahren ein Automobil, das mit den Jahren immer kleiner – sprich kürzer – wurde und anfangs meinen nicht-beruflichen Aktivitäten (Ferien, Urlaub) diente und jetzt, da ich am rechten Fuß der Alterspyramide angelangt bin, meine verbliebenen sozialen und touristische Aktivitäten unterstützt; wohlgemerkt nur jene, die öffimäßig nicht zu realisieren sind. Dafür zahle ich natürlich seit Jahren die nicht gerade wohlfeile Parkgebühr der Gemeinde Wien, die ich aber immer öfter als eine offene Verhöhnung empfinde - wenn ich z. B. 20 Minuten und mehr im Grätzel um die Praterstraße herumkurven muß, um ein bescheidenes Plätzchen für mein Minigefährt zu finden.
Das Interregnum der Grünen in der Bezirksverwaltung Leopoldstadt war zwar nur von
kurzer Dauer, aber offenbar sehr nachhaltig. Teils haben sie noch selber die Parkplätze
weggeschmolzen, teils haben sie offenbar die Bestands-Beamtenschaft unterwandert oder wirksam umerzogen. Jedenfalls wird seit dieser Zeit der Parkraum permanent und systematisch
verringert, sei es durch sehr großzügige Gewährung von Sperren zugunsten der
Baufirmen (ein Schelm, wer....) oder durch gezielte Parkraumvernichtung zugunsten aberwitziger Fahrradspuren
gegen die schmale Einbahn. Es ist mir durchaus klar, dass man der zunehmenden
Fahrrradbegeisterung Rechnung tragen muss, aber bitte nicht durch fanatische, praxiswidrige Ho-ruck-Aktionen!
Gegen die Immobilienhaie, in deren Beuteschema ich natürlich ideal passe und die gerade in der Leopoldstadt aus historischen Gründen sehr aktiv sind, kann ich mich mit Hilfe von Rechtsanwälten (noch) wehren, aber was soll man gegen die Vertreibungstaktik einer Stadt- und Bezirksverwaltung machen, die auf einer grünen Hype-Welle stimmenheischend dahinsurft und dabei die alteingesessenen Bewohner unter sich begräbt? Denn offenbar arbeiten die Kräfte der Biologie für manche zu langsam.
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Eine "lustige" Episode an der Kreuzung Novaragasse mit der Weintraubengasse:
Ein junger E-Scooter-Fahrer fährt in der Mitte der Novaragasse gegen die Einbahn mit full-speed, obwohl es dort ausnahmsweise gar keine Fahrrad-Markierung gibt. Von der Weintraubengasse, die an und für sich Vorrang gegenüber der Novaragasse hat, kommt ein älterer Radler in der Einbahnrichtung auf einem alten Fahrrad, ganz normal und korrekt auf der rechten Seite der Straße. An der Kreuzung stossen die beiden zusammen - gottseidank ohne ernste Folgen außer einem heftigen Schimpfduell: Der E-Mensch beruft sich auf den Rechtsvorrang....
Käme die Sache vor Gericht, käme es hauptsächlich auf die "Gesinnung" der Richter*In an ...... oder ?
???
Man darf ja davon ausgehen, dass für die Propheten und Adepten der neuen Mobilitätsformen die STVO für anachronistisch gilt.
Freitag, 22. Oktober 2021
Zuchtmeister
Es gibt Menschen von finsterer Gemütsart, die alles zum Verbrechen stempeln - nicht aus Leidenschaft, sondern von einem natürlichen Hange getrieben. Sie sprechen über jeden ihr Verdammungsurteil aus, über die einen für das, was sie getan haben, über die anderen für das, was sie tun werden. Es zeugt von einem grausamen, ja niederträchtigen Sinn; und sie klagen mit einer solchen Übertreibung an, daß sie aus Splittern Balken machen, die Augen damit auszustoßen. Überall sind die Zuchtmeister, die ein Elysium in eine Galeere umwandeln möchten. Kommt gar noch Leidenschaft hinzu, so treiben sie alles aufs äußerste.
B. Gracian
bechreibt hier gut die GRÜNEN.
Freitag, 23. April 2021
Legendäres
Jede Zeit und jede Gesellschaft braucht ihre Legenden und nur jene politischen Bewegungen, die diese Legenden bedienen können, haben Chancen auf Erfolg sprich Mehrheiten. Legenden - heute nennt man sie auch gerne "Narrative" - gründen auf Hoffnungen oder Ängsten, häufig auf beiden. Die alten Bedrohungs-Szenarien wie Kriegsgefahr oder Höllenfeuer wirken hierzulande nicht mehr richtig, also sind auch Patriotismus und Kirchenhörigkeit außer Mode. Ebensowenig locken die appetitanregenden Verheißungen einer gerechteren Verteilung der ökonomischen Kuchenstücke die saturierte Arbeiterschaft hinter dem Ofen hervor. Letzteres ist das Grundproblem der heutigen Sozialdemokratie. Die aktuellen politischen Erfolgsgeschichten gründen auf Ängsten und den dazu angepriesenen Lösungs- und Schutzversprechen: Die einen geloben, den Planeten zu retten und die anderen, die autochthone Bevölkerung vor der Migrantenflut zu beschützen. Ein realer Kern der Legende ist immer notwendig, aber die Ausschmückungen machen erst das große Geschäft.
Meine Erkenntnis ist: Es hat gar keinen Sinn, gegen diese Legenden oder "Erzählungen" anzukämpfen, auch wenn man sie als Märchen identifiziert hat. Speziell für Publizisten und Künstler ist es nicht ratsam, gegen den Hauptstrom zu schwimmen, will man sich nicht in einer echolosen Schallkammer wiederfinden.
In Ängsten findet manches statt, Was sonst nicht stattgefunden hat.
Wilhelm Busch
https://kumpfuz.blogspot.com/2015/04/feind-nummer-eins-der-politiker-und.html
Donnerstag, 17. September 2020
"Tugendboldschaft"
...ist eine Wortschöpfung von Th. Fontane.
Noch besser:
"Tugendpriester und Gesinnungstrampel"
oder
"Gesinnungstüchtige Großmäuligkeit"
Da befallen mich aber sofort heftigste Assoziationen!
Und gleich noch was Schönes:
"…. ist es gar nichts, aber journalistisch-moralisch angesehn, wenn sich diese beiden Adjektiva so dicht nebeneinander vertragen"
👀
Diese Verb-Schöpfung ist auch merkenswert:
"Zu den Merkwürdigkeiten, gehört auch, daß sich der Sprechanismus als Bekehrungsopfer immer solche aussucht, die auf bestimmten Gebieten eine größere oder kleinere Autorität sind. So daß man von ihm sagen darf: er hat sich nıe mit Kleinigkeiten abgegeben, er ist wählerisch, noblesse oblige. Er sucht sich seinen Mann, und wenn er ganz echt ist, so wird er einen Generalstäbler über die Fehler, die bei Mars-la-Tour gemacht wurden, und Mommsen über Geschichtschreibung bestandpunkten...."
Mittwoch, 11. September 2019
Gerechte Sachen
- Auch die allgemeine und gerechte Sache nimmt mich nur mit Maß und ohne Überschwang für sich ein.
- Ich bin diesen anspruchsvollen und zudringlichen Bindungen, die selbst das Innere in Beschlag nehmen, nicht unterworfen.
- Ich würde der gerechten Sache bis an den Scheiterhaufen folgen, aber nicht bis hinein, wenn es sich vermeiden läßt.
Montag, 15. Oktober 2018
Misstraut den Grünen!
"Also aber rate ich euch, meine Freunde:
Mißtraut allen denen, die viel von ihrer Gerechtigkeit reden!F. Nietzsche
Mißtraut allen, in welchen der Trieb zu Strafen mächtig ist!"
Dienstag, 10. November 2015
Demokraten
Aus: http://kumpfus.blogspot.co.at/2008/01/tut-gutes.html
Donnerstag, 9. Juli 2015
Hitze im Hirn
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Leider muss man heutzutage noch extra und feierlich feststellen, dass man selbstverständlich jedem (echten) Flüchtling ein ordentliches Quartier wünscht und zwar, sobald es irgend geht.
Montag, 22. Juni 2015
Zerstörer
"Sonderbar, dass die Zerstörung so oft von denen ausgeht, die in dem Wahn leben, sie seien die Bewahrer der sogenannten heiligsten Güter".
Aus: Jakob Wassermann, Der Fall Maurizius
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Ebenfalls aus diesem Roman der Zwischenkriegszeit:
"Es wird immer nach der Gesinnung gefragt. Wer die gewünschte Gesinnung hat, darf dann auch niederträchtig handeln."
Freitag, 5. Juni 2015
Artensterben
Wahrscheinlich schon, denn die meisten von ihnen haben ja keine Vorstellung davon, wie sehr diese "Geschöpfe" früher das Leben erschwerten, vor allem auf Reisen. Und historische Reiseberichte sind ja doch nur alte Hüte. Auch steht das Wort "Ungeziefer" sicher schon auf dem Index.
Donnerstag, 14. Mai 2015
Grünes Utopia
A propos 'Greenpeace': "Der grüne Friede eines Kirchhofs...." ,frei nach Schiller.
Freitag, 20. Februar 2015
Entrüster
H. Qualtinger
Wobei der gute Qu. wahrscheinlich nur die "rechte" Untermenge der "Entrüster"-Menge gemeint hat - es gilt aber für die andere Seite genauso, und heute mehr denn je.
Montag, 17. November 2014
Welt Untergang
Immanuel Kant
Donnerstag, 14. August 2014
Theorie und Praxis
Gleichzeitig liest man in den Medien, dass die Intervalle der Salzburger Öffis deutlich verlängert wurden. Passt irgendwie nicht ganz zusammen - oder?
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Schneck
Bis in naher Zukunft ohnehin alle Nahrungsmittel industriell hergestellt werden.
Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Brust_oder_Keule
Samstag, 26. Juli 2014
Adopters
"Am stärksten waren die Nazis im 4. Bezirk...im 8.,18., 6. und 7. Bezirk...heute allesamt Bezirke mit vielen Grünwählern".
Na klar, dort siedeln die sog. Eliten, die "early adopters".
Nur wechselt halt manchmal das Vorzeichen. Hängt vom Wind ab.
Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung
