Montag, 15. März 2021

Übel Übel

 Alles läßt sich nicht zwingen, und die Kunst des Lebens läuft darauf hinaus, von zwei Übeln das kleinere zu wählen. 

Th. Fontane

Freitag, 12. März 2021

Dampfkraft

"Die Kunst der Lebensführung besteht bekanntlich darin, mit gerade so viel Dampf zu fahren, wie gerade da ist." 

"Ich bin zeitlebens ein nervenkranker Mann gewesen, und es hat auch gehen müssen und ist gegangen. Man muß die Kunst lernen und ausbilden, mit halber und viertel Dampfkraft zu arbeiten, und muß sich daran gewöhnen, immer nur stunden oder tageweis Disposition über sich zu haben. Ist man erst darauf eingefuchst, so lernt man diese guten Stunden ausnutzen und schafft durch weise Ökonomie schließlich dasselbe zusammen wie die Kraftmeier und Schlagedodrogs."

Th. Fontane

?🔅?

Und hierzu musste ich Google bis zum Äußersten (aus)reizen:

..........................

Der biedre Riese

War allein mit seiner Größe.

Sprach: »Zwei Dinge kenn' ich einzig,

Die mir einzuflößen Ehrfurcht

Sind imstande. Nämlich erstens,

Mein Charakter. Darauf zweitens,

Diese Mauer. Beide passen

Wie gegossen aufeinander,

Ganz massiv sind alle beide,

Für die Ewigkeit gegründet.

................................

Und es bebt' und wippt' und wiegte

Und es schwankt' und schwappt' und schwaumelt'

Und es kreischt', es riß, zerspliß,

Ritz an Ritz, die Mauer rings!

Und es stöhnt' und schrie und jaulte

Zeternd Schlagadodro, brüllend

Sank er in zerborstne Klüfte.

Und es schwand und starb sein Laut hin

Ins Getöse, das wild aufdrang

Aus dem neugebornen Chaos.

Schollernd, knallend, krachend, platzend

Rutschten nieder die gelösten

Eisenstücke, Eisenbalken

Quetschten sich dazwischen gellend!

Türme nickten, stürzten drüber,

Diese Balken überwuchtend,

Und sie brachen! Und hinunter

Stürzten Balken, Stücke, Türme,

Die zerrissen in dem Absturz!

Wirrsal, Strudel, Stumpfen, Qualmschutt,

Donnertosende Zerstörung,

Fiel die große Riesenmauer...




Mittwoch, 10. März 2021

Traviato...

 Mein WZ-Posting zur gehypten Traviata-Premiere an der Wr. Staatsoper am. 7.3.2021:

Bei allem Respekt dafür, was Bogdan Roščić unter schwierigsten Umständen auf die Beine stellt: Inszenierungen dieser Art degradieren die Musik zu einem Soundtrack für eine perfekt inszenierte Show. Der Geist des Zu-Schauers wird permanent damit beschäftigt, die visuellen Botschaften zu lesen und zu entschlüsseln und nimmt die Musik nur als mehr oder weniger wohlige Untermalung wahr. Primo lo spettacolo è poi … Im Übrigen alles Ansichtssache. Und: Auch bei mancher Zeffirelli-Inszenierung musste man zuweilen aus Notwehr die Augen schließen….

Bezeichnend auch die Einführungs-Matinee im StOp-Streaming, in der den Ausführungen des Regisseurs gut die Hälfte der Sprechzeit gegönnt wurde. Generell lehne ich solche Interviews (oder das Regie-Geschwurbel in Programmheften) ab: Es zählt für mich nur, was auf der Bühne gezeigt wird. Das ist leider nur zu oft erbärmlich, aber dafür mit ideologischem Brimborium angereichert. Aber wer keinen rechten Zugang zur Musik hat, muss sich halt am 'making of' schadlos halten.

Siehe auchhttps://kumpfus.blogspot.com/2008/01/feuilleton.html


 

Dienstag, 23. Februar 2021

Ideale

 Wer ist denn unbedrückt? Wer sagte nicht jeden Tag: »Eigentlich eine sehr fragwürdige Geschichte«.  Es ist Torheit mit dem Im-Urwald-Umherkriechen oder In-einem- Termitenhügel-Nächtigen; wer's mag, der mag es, aber für unsereins ist es nichts. In der Bresche stehen und aushalten, bis man fällt, das ist das beste. Vorher aber im kleinen und kleinsten so viel herausschlagen wie möglich und ein Auge dafür haben, wenn die Veilchen blühen oder das Luisendenkmal in Blumen steht oder die kleinen Mädchen mit hohen Schnürstiefeln über die Korde springen.

Th. Fontane

...oder die Fiakerschimmel in der Prater-Hauptallee oder die Flugenten in der Rosenlacke oder ...



Zeitgeist

 ,,Wenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bemächtigt und in dem Grade triumphiert, daß die entgegengesetzte sich in eine Ecke zurückziehen und für den Augenblick im stillen verbergen muß, so nennt man dieses Übergewicht den Zeitgeist, der dann auch eine Zeitlang sein Wesen treibt."

 

"Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln."

J. W. Goethe 

 

Dienstag, 16. Februar 2021

Ich sehne mich nicht mehr nach Wechsel.

"Ich sehne mich nicht mehr nach Wechsel und erkenne in friedlichem Abwickeln der Tage das höchste Glück. Zu diesem Glück gehören auch Bücher, mit denen ich längst lieber verkehre als mit den Menschen. Sie bringen mich in Berührung mit dem Besten, was die Besten besitzen, und das Gestörtwerden durch die Unleidlichkeiten unsres Geschlechts fällt fort."

Mit "Geschlecht" meinte Theodor Fontane die lieben Mitmenschen und Zeitgenossen.

Mittwoch, 27. Januar 2021

Obstinatus obdura!

 "Alle Menschen wollen leben, aber keiner weiß, weshalb er lebt."

(Schopenhauer)


Trotzdem:                         At tu, Francisce, obstinatus obdura! 

(nach Catull) 

Dienstag, 26. Januar 2021

Die Verweigerer

Ich habe eine tiefe Skepsis und Abneigung gegen  habituelle "Rebellen": 

Die sind immer nur so lange aufmüpfig, bis sie es geschafft haben, ihrerseits in eine Position zu kommen, die andere zu einer Rebellion herausfordern -  die sie dann selbstverständlich hart unterdrücken.

>>>>  https://twitter.com/kumpfuz/status/1349089681904955396?s=20