Alles läßt sich nicht zwingen, und die Kunst des Lebens läuft darauf hinaus, von zwei Übeln das kleinere zu wählen.
Th. Fontane
Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
Alles läßt sich nicht zwingen, und die Kunst des Lebens läuft darauf hinaus, von zwei Übeln das kleinere zu wählen.
Th. Fontane
"Die Kunst der Lebensführung besteht bekanntlich darin, mit gerade so viel Dampf zu fahren, wie gerade da ist."
"Ich bin zeitlebens ein nervenkranker Mann gewesen, und es hat auch gehen müssen und ist gegangen. Man muß die Kunst lernen und ausbilden, mit halber und viertel Dampfkraft zu arbeiten, und muß sich daran gewöhnen, immer nur stunden oder tageweis Disposition über sich zu haben. Ist man erst darauf eingefuchst, so lernt man diese guten Stunden ausnutzen und schafft durch weise Ökonomie schließlich dasselbe zusammen wie die Kraftmeier und Schlagedodrogs."
Th. Fontane
?🔅?
Und hierzu musste ich Google bis zum Äußersten (aus)reizen:
Der biedre Riese
War allein mit seiner Größe.
Sprach: »Zwei Dinge kenn' ich einzig,
Die mir einzuflößen Ehrfurcht
Sind imstande. Nämlich erstens,
Mein Charakter. Darauf zweitens,
Diese Mauer. Beide passen
Wie gegossen aufeinander,
Ganz massiv sind alle beide,
Für die Ewigkeit gegründet.
................................
Und es bebt' und wippt' und wiegte
Und es schwankt' und schwappt' und schwaumelt'
Und es kreischt', es riß, zerspliß,
Ritz an Ritz, die Mauer rings!
Und es stöhnt' und schrie und jaulte
Zeternd Schlagadodro, brüllend
Sank er in zerborstne Klüfte.
Und es schwand und starb sein Laut hin
Ins Getöse, das wild aufdrang
Aus dem neugebornen Chaos.
Schollernd, knallend, krachend, platzend
Rutschten nieder die gelösten
Eisenstücke, Eisenbalken
Quetschten sich dazwischen gellend!
Türme nickten, stürzten drüber,
Diese Balken überwuchtend,
Und sie brachen! Und hinunter
Stürzten Balken, Stücke, Türme,
Die zerrissen in dem Absturz!
Wirrsal, Strudel, Stumpfen, Qualmschutt,
Donnertosende Zerstörung,
Fiel die große Riesenmauer...
Mein WZ-Posting zur gehypten Traviata-Premiere an der Wr. Staatsoper am. 7.3.2021:
Bei allem Respekt dafür, was Bogdan Roščić unter schwierigsten Umständen auf die Beine stellt: Inszenierungen dieser Art degradieren die Musik zu einem Soundtrack für eine perfekt inszenierte Show. Der Geist des Zu-Schauers wird permanent damit beschäftigt, die visuellen Botschaften zu lesen und zu entschlüsseln und nimmt die Musik nur als mehr oder weniger wohlige Untermalung wahr. Primo lo spettacolo è poi … Im Übrigen alles Ansichtssache. Und: Auch bei mancher Zeffirelli-Inszenierung musste man zuweilen aus Notwehr die Augen schließen….
Bezeichnend auch die Einführungs-Matinee im StOp-Streaming, in der den Ausführungen des Regisseurs gut die Hälfte der Sprechzeit gegönnt wurde. Generell lehne ich solche Interviews (oder das Regie-Geschwurbel in Programmheften) ab: Es zählt für mich nur, was auf der Bühne gezeigt wird. Das ist leider nur zu oft erbärmlich, aber dafür mit ideologischem Brimborium angereichert. Aber wer keinen rechten Zugang zur Musik hat, muss sich halt am 'making of' schadlos halten.
Siehe auch: https://kumpfus.blogspot.com/2008/01/feuilleton.html
Wer ist denn unbedrückt? Wer sagte nicht jeden Tag: »Eigentlich eine sehr fragwürdige Geschichte«. Es ist Torheit mit dem Im-Urwald-Umherkriechen oder In-einem- Termitenhügel-Nächtigen; wer's mag, der mag es, aber für unsereins ist es nichts. In der Bresche stehen und aushalten, bis man fällt, das ist das beste. Vorher aber im kleinen und kleinsten so viel herausschlagen wie möglich und ein Auge dafür haben, wenn die Veilchen blühen oder das Luisendenkmal in Blumen steht oder die kleinen Mädchen mit hohen Schnürstiefeln über die Korde springen.
Th. Fontane
...oder die Fiakerschimmel in der Prater-Hauptallee oder die Flugenten in der Rosenlacke oder ...
,,Wenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bemächtigt und in dem Grade triumphiert, daß die entgegengesetzte sich in eine Ecke zurückziehen und für den Augenblick im stillen verbergen muß, so nennt man dieses Übergewicht den Zeitgeist, der dann auch eine Zeitlang sein Wesen treibt."
"Was ihr den Geist der Zeiten heißt,Das ist im Grund der Herren eigner Geist,In dem die Zeiten sich bespiegeln."
J. W. Goethe
"Ich sehne mich nicht mehr nach Wechsel und erkenne in friedlichem Abwickeln der Tage das höchste Glück. Zu diesem Glück gehören auch Bücher, mit denen ich längst lieber verkehre als mit den Menschen. Sie bringen mich in Berührung mit dem Besten, was die Besten besitzen, und das Gestörtwerden durch die Unleidlichkeiten unsres Geschlechts fällt fort."
Mit "Geschlecht" meinte Theodor Fontane die lieben Mitmenschen und Zeitgenossen.
"Alle Menschen wollen leben, aber keiner weiß, weshalb er lebt."
(Schopenhauer)
Trotzdem: At tu, Francisce, obstinatus obdura!
(nach Catull)
Ich habe eine tiefe Skepsis und Abneigung gegen habituelle "Rebellen":
Die sind immer nur so lange aufmüpfig, bis sie es geschafft haben, ihrerseits in eine Position zu kommen, die andere zu einer Rebellion herausfordern - die sie dann selbstverständlich hart unterdrücken.
>>>> https://twitter.com/kumpfuz/status/1349089681904955396?s=20