Donnerstag, 14. Juni 2018

Zum Theater


Es gibt Regisseure, die nicht eigentlich ein Stück, sondern ihren Kommentar zum Stück inszenieren.
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Es ist heute nicht aktuell, beim Theater von Verzauberung zu reden. Das Theater scheint entzaubert zu sein. Über ein Publikum oder gar über einen Kritiker, der noch die Naivität aufbringt, sich vom Theater verzaubern zu lassen, wird gelächelt. Sogar vom Schauspieler wird verlangt, sich nicht mit seiner Rolle zu identifizieren, er hat als deren gesellschaftskritischer Interpret gleichsam neben sich selber auf der Bühne zu stehen, verdoppelt sozusagen (wie macht man das?). Das Theater scheint durchschaubar geworden zu sein, intellektuell bewältigt, kapiert. Die heutige Kritik vieler Gazetten ist restlos im Bilde: Sie ist eine Ideologie. Stil- oder marxgläubig.
F. Dürrenmatt


Samstag, 9. Juni 2018

Gutestun

Öffentlich Gutestun ist das beste Geschäftsmodell überhaupt, weil unangreifbar.

https://kumpfus.blogspot.com/2008/01/tut-gutes.html

Mittwoch, 6. Juni 2018

Literaturkirche

" ...in diesen Kreisen scheint mir die Literaturwissenschaft größer als die Schriftstellerei geworden zu sein, die ihr zugrunde liegt, ja, ich möchte eigentlich vorschlagen, wäre ich Literaturkritiker, die Literatur endlich fallen zu lassen, um zur Literaturwissenschaft an sich zu kommen."
F. Dürrenmatt 

Verzichtbar


Unter der Überschrift: "Was ich in Deutschland nicht mehr sehen möchte...."

vermerkte in der Zwischenkriegszeit Anton Kuh neben 8 anderen Punkten:
6. Tanzproduktionen mit Weltanschauung 
Nun, ich möchte das auf heutige Theater- und Opernproduktionen ausweiten.

Wurscht

„Die Chinesen haben Yin und Yang, wir haben Yin und Yang und wurscht“
Alfred Dorfer zum österreichischen "Nationalcharakter"....



....erinnert an die "3. Möglichkeit" bei P. Watzlawick.
Tertium datur. 

Montag, 4. Juni 2018

Letztes Wort

"Es sollte ein biblisches Wort geben, das es leider nicht gibt und das da lauten müßte: Wehe dem, der das letzte Wort hat . . . "

Anton Kuh

Samstag, 2. Juni 2018

Nachrichtengebung

»Nachrichtengebung ist Agitation durch Tatsachen bei gleichzeitiger Information der Leser (Hörer, Seher) ... Die Auswahl der Nachrichten, ihre Plazierung, die Zusammenstellung der einzelnen Fakten innerhalb einer Nachricht sowie die Wortwahl und Überschriftengestaltung wird parteilich vorgenommen.«
Wer denkt da nicht an den ORF?
Es ist aber ein Auszug aus dem Journalistischen Handbuch der DDR.
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Insgesamt ist die Berichterstattung des ORF "mehr Ausdruck der Empfindung als" Information - am deutlichsten erkennbar am Wetterbericht, wo dem verehrten Publikum die Sorge abgenommen wird, ob esbestimmte Wetter-Fakten als "sehr warm" oder " extrem kalt" empfinden soll. Und das kann man natürlich auch auf die politische "Information" hochrechnen. Was sie allein mit dem Adjektiv "umstritten" anstellen! Überhaupt die Beiworte! Man möchte ihnen mit Morgenstern zurufen:
"Überprüfen Sie gelegentlich Ihre Adjektive"!

Freitag, 1. Juni 2018

Meilenstein der Erkenntnistheorie


 Der Meilenstein

Tief im dunklen Walde steht er
und auf ihm mit schwarzer Farbe,
daß des Wandrers Geist nicht darbe:
Dreiundzwanzig Kilometer.

Seltsam ist und schier zum Lachen,
daß es diesen Text nicht gibt,
wenn es keinem Blick beliebt,
ihn durch sich zu Text zu machen.

Und noch weiter vorgestellt:
was wohl ist er - ungesehen?
Ein uns völlig fremd Geschehen.
Erst das Auge schafft die Welt.

Chr. Morgenstern