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Dienstag, 13. Mai 2014

Die lächerlichen Preziösen









Samstag, 5. Januar 2013

Chili con carne

Wer sich heute in einem Durchschnittsrestaurant eine "Chili con carne" bestellt, kann mit ziemlicher Sicherheit damit rechnen, dass ihm eine geschmacklich undefinierbare Bohnenpampe aufgetischt wird, die mit Chili nichts mehr zu tun hat - warum wohl?

Nun, die große Masse der Leute folgt der medial verbreiteten Meinung, dass "scharf" ungesund sei und Wirte sowie  Köche trauen sich ganz einfach nicht, ein ordentliches Chili zu servieren - aus Angst vor den üblichen Beschwerdeführern. So werden wir tagtäglich von den Durchschnittsgeschmacksaktivisten terrorisiert- genauso wie von den Gläubigen der Politischen Korrektheit, der Klimawandel-Religion etc. Zum Schluss weiß dann niemand mehr, wie ein wirkliches "Chili" schmeckt und das Original wird zum Exoten.

Parallele zum modernen Theater: Man serviert die alten Stücke  dem modernen Geschmack angepasst, lässt dabei aber die originalen "Gewürze" weg - und das Ergebnis wird von allen jenen beklatscht, die niemals den ursprünglichen Geschmack kennengelernt haben. Beispiel: Erst kürzlich wieder einmal ein Tschechow im Burgtheater (Onkel Wanja). Herausragende Einzelleistungen von Schauspielern (Voss, Ofczarek,  Orth) in einem total falschen Ambiente. Warum sich die Damen in den Arzt Astrow verlieben sollten, der von "Star" Michael Maertens in gewohnter Schlaffi-Manier (und Maertens-Manierismus) dargestellt wird, bleibt völlig  schleierhaft. Und Ofczarek ist für Wanja deutlich zu jung.

Warum serviert man solche Stücke überhaupt? - Aber in der Literatur kann ich wenigstens noch das Original lesen - Geschmackserlebnis lassen sich leider nicht mehr restaurieren!
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 P. S.: Warum treibt niemand Hr. Maertens seinen Hamburger Slang aus? Ich kann das hanseatische "aj" nicht mehr hören - ich meine, in unseren Theatern.

Ich finde es unfair: Ein Tiroler, der zum Theater will, muss seine Guttural-Laute ausmerzen, ein Hamburger, der am Burgtheater Star-Status genießt, darf seine hanseatische Vokal-Färbung beibehalten!?
Hört die jetzige Generation den Unterschied gar nicht mehr - oder hält sie es womöglich schon für Burgtheaterdeutsch?

Samstag, 11. April 2009

Hauptsache Politisch korrekt

Öffentliche ("politische") Korrektheit ist der beliebteste Persilschein für private Schweinerei - oder wie ich es anderer Stelle ausdrückte, das Navi für Leute, denen es zu mühsam ist, die Karten der Moral zu lesen.
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".... Ich meinerseits stand verständnislos vor dem Phänomen jener Pädagogen und Philosophen, die große Theorien über das Zusammenleben entwickelten, sich auch noch dem Thema des Friedens zuwendeten und in der näheren und weiteren Umgebung, in vielen Ländern der Welt Bösewichter und Unruhestifter ausmachten und anprangerten, die aber dort, wo sie selbst lebten und zu bestimmen hatten, nichts als Unfrieden hinterließen, weil sie sich zu keiner Spur von Treue bereit finden wollten, wodurch sie sich in ihrer »Selbstverwirklichung« eingeschränkt empfunden hätten. Wirklich verwirklicht haben sie aber nur das Unheil jener, die das Unglück hatten, ihnen zu begegnen und zu vertrauen."

Aus: Alois Brandstetter, Die Burg.
                Ich möchte auch noch hinzufügen: "jener....Philosophen, Soziologen, Journalisten, die....".
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"Ich bin auch ohne die zehn Gebote kein Spitzbube und brauche dieselben nicht sofort bei der Hand zu haben, wie jene, die ihrer Sache nicht so ganz sicher sind."

Daniel Spitzer
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Siehe auch:
Geachtet werden Menschen nur, 
Die sauber halten Haus und Flur, 
Denn Glanz und Ordnung müssen sein, 
Auch wenn man privatim ein Schwein.

Dienstag, 13. März 2007

Zielkonflikt

Du sitzt auf einer Bank unter einem Baum, weil Du den ersten richtigen Frühlingstag geniessen willst. Da setzt sich eine Frau mit Kind neben Dich - nach Aussehen und Sprache zu schließen aus der Himmelsrichtung südöstlich von Wien - und zündet sich, ohne zu fragen, eine stark riechende Zigarette an. Welches Deiner hehren Prinzipien kommt hier zur Anwendung?

Der Rauch stört Dich sehr, Rauchen prinzipiell sowieso und schon gar in der Öffentlichkeit. Die Frau ist eindeutig eine Zuwanderin, die Anspruch auf besonderen Schutz hat, auf keinen Fall aber das Gefühl haben soll, dass sie angestänkert wird; auch als Macho willst Du unter keinen Umständen gelten. Andererseits gibt sie dem Kind ein schlechtes Beispiel. Auch wenn Du aufstehst und weggehst, könnte sie es als Kränkung empfinden. . .

Schwierig, schwierig! Gibt es dafür Verhaltensregeln der NGO's?

Donnerstag, 8. Februar 2007

Politisch korrekte Werbung

Raffiniert diese neue Werbung von BILLA: Als Leitfigur ein Typ, der 100%ig auf Politische Korrektheit hin optimiert ist - der "Hausverstand". Dem kann man dann problemlos eher bodenständige Typen an die Seite stellen, den Opa im Lodenjanker, das blonde Dirndl etc.

So ist "political correctness" zu einem reinen Sicherheitsparameter der Wirtschaft verkommen, die allein den Zweck hat, bei mächtigen Zielgruppen nicht anzuecken bzw. keine Angriffsfläche zu bieten.

Ursprünglich war PC ja wohl als Anleitung zur Anständigkeit gedacht für jene, die sich von Natur aus damit schwer tun - und das ist ja nichts Schlechtes - aber heute ist sie nicht mehr als eine Formel in der Erfolgsgleichung.