"...nur jenes letzte Überfließen fehlt mir: der Rausch. Ein bißchen bleibe ich immer nüchtern."
(St. Zweig in einem Brief an H. Hesse)
Darin erkenne ich mich wieder: Ein Fesselballon eben.
Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
Montag, 11. Februar 2013
Sonntag, 10. Februar 2013
Plagiate - Schavan
Ein lakonisches Urteil über das Wesen von Plagiatsstreitigkeiten gab Louis Brandeis, eines der Mitglieder des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, ab.
„Wenn ein Mann aus einem Buch abschreibt", erklärte er, „nennt man das Plagiat. Schreibt er aus hundert Büchern ab, nennt man es Quellenstudium."
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Die Geschichte mit Fr. Schavan schaut mir verdächtig nach einem argen politischen (oder vielleicht sogar privaten) Ränkespiel aus. Jedenfalls hatte man diesen Eindruck bei der Verkündung durch den Uni-Rektor; das war unverhohlen hasserfüllt.
„Wenn ein Mann aus einem Buch abschreibt", erklärte er, „nennt man das Plagiat. Schreibt er aus hundert Büchern ab, nennt man es Quellenstudium."
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Die Geschichte mit Fr. Schavan schaut mir verdächtig nach einem argen politischen (oder vielleicht sogar privaten) Ränkespiel aus. Jedenfalls hatte man diesen Eindruck bei der Verkündung durch den Uni-Rektor; das war unverhohlen hasserfüllt.
Samstag, 9. Februar 2013
Ewig
Der Begriff
"ewig" ist durch die mediterranen Religionen so kontaminiert worden,
dass für uns Heutige ungenießbar geworden ist..
Judentum,
Christentum und Islam sind im Orient entstanden, wo man mit Bildern und
Gleichnissen umgehen konnte. Wir Späteren konnten das alles nur
mehr wörtlich - und daher nicht mehr ernst - nehmen: „Ewiges“ Abo im Himmelreich mit Engeln oder in der Djanna
mit schönen Jungfrauen und süßen Früchten etc. - womit aber ursprünglich nur
der zeitlose Zustand höchster Wonne und tiefsten Friedens irgendwie poetisch
"beschrieben" werden sollte.
Freitag, 8. Februar 2013
Titel in Österreich
Man sagt ja , dass (akademische) Titel in Österreich noch immer eine große Rolle spielen. Im Allgemeinen hat die Bedeutung aber abgenommen - mit einer Ausnahme, dem medizinischen Bereich, u. zw. als "Kunde" im Gesundheitssystem:
Nicht nur, dass man als "Hr. Doktor Sowieso" in Ordinationen und Ambulanzen häufig bevorzugt "aufgerufen" wird, sondern man wird insgesamt auch deutlich freundlicher "behandelt". Als normaler Sterblicher kann es einem schon passieren, dass man in der Ordination oder im Krankenzimmer von einem Dr. oder Prof. angeschnauzt wird, wenn er meint, dass man irgendwas falsch gemacht hat --- undenkbar bei einem Akademiker. Eine Krähe ...
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Aber am Wichtigsten ist im Spital, ob man Zusatzversicherter ist oder noch besser: Barzahler! Da wird man auch von arroganten Professoren wie auf Händen getragen.
Nicht nur, dass man als "Hr. Doktor Sowieso" in Ordinationen und Ambulanzen häufig bevorzugt "aufgerufen" wird, sondern man wird insgesamt auch deutlich freundlicher "behandelt". Als normaler Sterblicher kann es einem schon passieren, dass man in der Ordination oder im Krankenzimmer von einem Dr. oder Prof. angeschnauzt wird, wenn er meint, dass man irgendwas falsch gemacht hat --- undenkbar bei einem Akademiker. Eine Krähe ...
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Aber am Wichtigsten ist im Spital, ob man Zusatzversicherter ist oder noch besser: Barzahler! Da wird man auch von arroganten Professoren wie auf Händen getragen.
Dienstag, 5. Februar 2013
La Cenerentola
Gestern abend die neue Cenerentola in der Staatsoper.
Eine Enttäuschung, eine halblustige
Angelegenheit, kein Spass, eher ein Witz. Hat mich an zerkochte Spaghetti
erinnert, wie ich sie in „Sven-Eric-Land“ des öfteren konsumieren musste. Und
dann die überlangen Umbau-Pausen für ein derart armseliges und primitives
Bühnenbild; war wohl wegen der Autos. Wahrlich ein Supergag!
Die Sängerleistungen durchmischt, der Tenor war m. E. nicht
schlecht, aber die Angelina in meinen Augen katastrophal unterbesetzt.
Nebenrollen z.T. ganz gut. Der Dirigent hat sich die die Buhrufe nicht
verdient, den Applaus allerdings auch nicht.
Vor ein paar Jahren habe ich die C. in der Volksoper
gesehen: Natürlich hatten Sänger und Musiker dort nicht die „Qualität“ wie in
der StOp, aber das Publikum hat sich amüsiert. An die C. im Theater an der Wien vor
vielen Jahren darf ich gar nicht denken – damals hat meine Liebe zu dieser Oper
begonnen.
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Nicht nur am Burgtheater hat der Nordsprech Einzug gehalten, die Staatsoper kommt dem Castrop-Rauxel-Niveau immer näher.
Für die Salzburger Cosi ist das Schlimmste zu befürchten. Der gute S.E. Bechtolf ist ein sorgfältiger Arbeiter, aber er hat keine Phantasie, oder vielleicht besser eine an die Ratio gefesselte Phantasie. Er sollte beim schweren deutschen Fach bleiben!
Für die Salzburger Cosi ist das Schlimmste zu befürchten. Der gute S.E. Bechtolf ist ein sorgfältiger Arbeiter, aber er hat keine Phantasie, oder vielleicht besser eine an die Ratio gefesselte Phantasie. Er sollte beim schweren deutschen Fach bleiben!
Montag, 4. Februar 2013
Gutes Gewissen
"Nie tut man so vollständig und frohgemut das Böse,
wie wenn man es mit gutem Gewissen tut"
wie wenn man es mit gutem Gewissen tut"
Jamais on ne fait le mal si
pleinement et si gaiement que quand on le fait par conscience.
(Blaise Pascal).
An Beispielen in der Geschichte mangelt es nicht, nur ein ganz Typisches hier: Churchill > Bomber-Harris > Dresden/Swinemünde. Oder Haynau...
Das Gute Gewissen ist ja "manageable", bzw. gehorcht es einem starken Willen.
Bei diesen legitimierten Verbrechern hat man das Gefühl, sie haben nur auf die Verbrechen der "Bösen" gewarten, um endlich die eigene Sau richtig rauslassen zu können - für die Gute Sache.
An Beispielen in der Geschichte mangelt es nicht, nur ein ganz Typisches hier: Churchill > Bomber-Harris > Dresden/Swinemünde. Oder Haynau...
Das Gute Gewissen ist ja "manageable", bzw. gehorcht es einem starken Willen.
Bei diesen legitimierten Verbrechern hat man das Gefühl, sie haben nur auf die Verbrechen der "Bösen" gewarten, um endlich die eigene Sau richtig rauslassen zu können - für die Gute Sache.
Sonntag, 3. Februar 2013
Relaunch von Portisch's "Österreich I"
Laut Berichten wird die alte Serie von Hugo Portisch nun in "...aktuelleren Zusammenhang gesetzt..."
Gerade das stimmt mich skeptisch, zumal wenn man hört, dass Prof. Rathkolb bei diesem Relaunch seine Hand im Spiel hat, einer jener Historiker, die nicht willens oder fähig sind, Zeitgeschichte aus der jeweiligen Zeit zu verstehen, sondern alles aus der Kenntnis der weiteren Entwicklung be- und verurteilen. Im Übrigen steht zu hoffen, dass möglichst viele Redakteure diese Sendungen anschauen, denn noch immer ist aktuell das Diktum Kreisky's: "Lernen's Geschichte..." - und damit hat er sicher auch die Geschichte vor 1938 gemeint.
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Diese Historiker vom Schlage Rathkolb's haben die Mentalität der Bilderstürmer - in ihrer Unfähigkeit, das Wertesystem der Vergangenheit erst einmal kennenzulernen. Niemand verlangt ja, dass sie es akzeptieren.
Gerade das stimmt mich skeptisch, zumal wenn man hört, dass Prof. Rathkolb bei diesem Relaunch seine Hand im Spiel hat, einer jener Historiker, die nicht willens oder fähig sind, Zeitgeschichte aus der jeweiligen Zeit zu verstehen, sondern alles aus der Kenntnis der weiteren Entwicklung be- und verurteilen. Im Übrigen steht zu hoffen, dass möglichst viele Redakteure diese Sendungen anschauen, denn noch immer ist aktuell das Diktum Kreisky's: "Lernen's Geschichte..." - und damit hat er sicher auch die Geschichte vor 1938 gemeint.
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Diese Historiker vom Schlage Rathkolb's haben die Mentalität der Bilderstürmer - in ihrer Unfähigkeit, das Wertesystem der Vergangenheit erst einmal kennenzulernen. Niemand verlangt ja, dass sie es akzeptieren.
Samstag, 2. Februar 2013
Stammtischbrüder
Politiker zu beschimpfen ist sehr beliebt, speziell bei Journalisten. Die Ironie dabei ist, dass letztere genauso wenig oder soviel Achtung verdienen wie erstere.
Und wie am Stammtisch sind es in den Zeitungen immer jene, welche die ärgsten Beschimpfungen und die grauslichsten Voraussagen von sich geben treffen, die am meisten Zuhörer/Leser haben; wer positiv redet oder schreibt, hat Angst davor, langweilig zu wirken.
Und es stimmt ja leider auch: Wer schimpft, dem wird geglaubt.
Ich gebe zu: Auch ich schreibe lieber "gesalzene" Leserbriefe oder Posts als ausgewogene. Mache ich das trotzdem einmal, fallen garantiert einige andere agressiv darüber her.
Und wie am Stammtisch sind es in den Zeitungen immer jene, welche die ärgsten Beschimpfungen und die grauslichsten Voraussagen von sich geben treffen, die am meisten Zuhörer/Leser haben; wer positiv redet oder schreibt, hat Angst davor, langweilig zu wirken.
Und es stimmt ja leider auch: Wer schimpft, dem wird geglaubt.
Ich gebe zu: Auch ich schreibe lieber "gesalzene" Leserbriefe oder Posts als ausgewogene. Mache ich das trotzdem einmal, fallen garantiert einige andere agressiv darüber her.
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