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Samstag, 28. Januar 2023

Komfortabler Humanismus

"Humanismus, ein sogenannter Humanismus: ein komfortabler"; plumpe Gewalt, aus der plumpe Philosophien gemacht worden sind; Verirrungen, die sich revolutionär nennen, mit ıhrem subtileren galligen, teuflisch schlau dosierten Haß, der wegen seiner Abgefeimtheit weit schwerer zu erkennen ist als die Dummheit der reaktionären Rohlinge, all das, was man uns einträufelt, was ın uns eındringt, was wir von uns geben, und was wieder auf uns zurückfällt, was wir aufbauen und zum Monument erheben, all das nennt sich Kultur. 

Eugene Ionesco 

💢💢💢

Das ist die Art Humanismus, wie ihn manche Zeitungen gerne pflegen, z. B in Österreich der KURIER! Kostet nix und macht einen schlanken Fuß!

Und für den STANDARD trifft Folgendes zu: "subtiler galliger, teuflisch schlau dosierter Haß", der sich in Häme kleidet, im STANDARD-Forum oft nicht einmal das. Aber den Kolumnisten Hans Rauscher (rau) als Hämeprediger zu bezeichnen, ist nicht erlaubt.

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Nicht das Predigen der Humanität, sondern das Tun hat Wert. Desto schlimmer, wenn man viel spricht und wenig tut.

 Seume, Spaziergang nach Syrakus

Samstag, 2. Februar 2019

Fressen, Moral

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral" heißt es bei B. Brecht.

Man kann das auch so verstehen: Das Fressen bietet der übersättigten Lifestyle-Schickeria in Kunst, Kultur, Medien und Politik keinen Reiz mehr, also kommt nun die Moral dran. Aber natürlich nicht ihre eigene, sondern die der anderen.

Der Typus des Schreibtischwohltäters wurde geboren.

"Mit Worten erkauft man Taten."
B. Gracian 

Mittwoch, 1. Juli 2015

Diskrepanzen

"Zänkisch [ist] vom Frieden, unduldsam von der Toleranz, pfennigfuchsend von Gott die Rede"
Aus: Günther Grass, Das Treffen in Telgte.

Piri-Piri: TUT GUT

Sonntag, 7. Juni 2015

Salto

Eugen Roth, Der Salto


Ein Mensch betrachtete einst näher
die Fabel von dem Pharisäer,
der Gott gedankt voll Heuchelei
dafür, dass er kein Zöllner sei.
Gottlob! rief er in eitlem Sinn,
dass ich kein Pharisäer bin!
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Lukas 18, 9–14:

Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Beispiel:
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Freitag, 21. Februar 2014

Prediger und Trinker

Weintrinkende Wasserprediger sind mir zuwider, vor wassertrinkenden Wasserpredigern fürchte ich mich, Weintrinker pflegen gottseidank nicht zu predigen, höchstens zu preisen.

Montag, 27. Mai 2013

Heuchler

"Ein Mann, der moralisiert, ist normalerweise ein Heuchler."

O. Wilde, Lady Windermeres Fächer.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Bregenzer Festspiele

Für wen sind die Bregenzer Festspielen gedacht?
Nun, erst einmal für jene Kreuzworträtselfreunde, die immer schon mal wissen wollten, was sich hinter "bekannte Oper von Verdi" verbirgt. Tipp: Es ist nicht "Ernani"!
Und dann für jene, die für ihre moralische Selbstbefriedigung eine Vorlage brauchen. Was eignet sich da besser als vergessene Stücke von vergessenen jüdischen Komponisten, die ein Opfer des Holocaust waren; wenn auch das Thema die Shoa ist - noch besser.
Nicht ganz unerwünschter Nebeneffekt: Man ist weitgehend vor Kritik gefeit, denn welcher Kritiker führt schon so eine feine Klinge, die zwischen inhaltlicher und künstlerischer Kritik so differenziert unterscheidet, ohne daß man ihm einen Strick daraus drehen kann?

Samstag, 26. Dezember 2009

Gutmenschen II

Ein Gutmensch braucht kein guter Mensch sein, er muß nur gut verdienen.
Deshalb ist diese Spezies (ich nenne sie ja lieber "Edelmenschen") im ORF wie generell im gelben (rot+grünen) Medienbereich so gut vertreten: In diesen Berufen gehört ja außerdem eine gewisse Begabung zur Selbstdarstellung zur Job-Beschreibung.
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"Gott bewahre mich, ein rechtschaffener Mensch nach der Beschreibung zu sein, die ich täglich fast jedermann von sich selbst machen und als rühmlich ausgeben sehe."
Montaigne, Essais
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Ich persönlich halte mich für einen leidlich guten Menschen insofern, als ich mich bemühe, den Menschen, die mir nahestehen oder mit denen ich gesellschaftlich zu tun habe (den "Nächsten" eben), möglich kein Leid zuzufügen. Bei den meisten aber wächst die Nächstenliebe mit dem Quadrat der Entfernung zum Objekt, wobei Vorzeigbarkeit die Voraussetzung ist.
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Nehmt mir die Sorgen,
Die Angst vor dem Morgen,
Dann weih' ich mich ganz
Der Toleranz.

Sonntag, 25. März 2007

Favoriten II

VOLKSFÜRSORGER.
Demokratisch ist Verpflichtung,
Mancher ist auch sozial.
Wählt das Volk die andre Richtung,
Wird er gerne radikal.

SKEPSIS.
Im Hohen Haus der Nation
Preist sie Integration,
Die Tochter hat sie, wie ich hör'
Dann lieber doch im Sacré Coeur.

HOBBY.
Als Doktor von Tieren
Verdient er sein Brot,
In Waidmanns Revieren
Schießt er sie tot.

FORMAT.
Dem Redakteur
Fällt es nicht schwer,
Große Sachen
Klein zu machen.