"Und hütet euch vor den Guten und Gerechten"
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"[...] gute Menschen reden nie die Wahrheit. Falsche Küsten und Sicherheiten lehrten euch die Guten; in Lügen der Guten wart ihr geboren und geborgen. Alles ist in den Grund hinein verlogen und verbogen durch die Guten." ...
In diesem Sinne nennt Zarathustra die Guten bald »die letzten Menschen«, bald den »Anfang vom Ende«; vor allem empfindet er sie als die schädlichste Art Mensch, weil sie ebenso auf Kosten der Wahrheit als auf Kosten der Zukunft ihre Existenz durchsetzen.
"Die Guten – die können nicht schaffen, die sind immer der Anfang vom Ende –
– sie kreuzigen den, der neue Werte auf neue Tafeln schreibt, sie opfern sich die Zukunft, sie kreuzigen alle Menschen-Zukunft!
Und was auch für Schaden die Welt-Verleumder tun mögen, der Schaden der Guten ist der schädlichste Schaden."
Friedrich Nietzsche,Ecce Homo - Warum ich ein Schicksal bin.
Und irgendwie passt auch hieher, was Nietzsche über die Christen sagte:
"Bessere Lieder müßten sie mir singen, daß ich an ihren Erlöser glauben lerne: erlöster müßten mir seine Jünger aussehen!"
Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
Freitag, 4. Oktober 2013
Nächstenliebe je nach Definition und Gusto
Der "Knackpunkt" in der Beziehung SPÖ-FPÖ ist
die unterschiedliche Einstellung zu
Ausländer-, Migrations, Asyl- und Rassismusfragen, also im Wesentlichen
eine Frage der Moral. Das verwundert einerseits, ist doch Moral - außer als
Vorwand - normalerweise keine politische Kategorie; andererseits erstaunt es
auch wieder nicht, hat sich doch der moderne Katalog der moralischen Todsünden
auf die Politische Korrektheit bei den o. e. Themen reduziert - sprich: Man
kann privatim so unmoralisch sein, wie es einem beliebt, wenn man sich nur in
der Öffentlichkeit mit der "richtigen" Einstellung präsentiert.
SPÖ und FPÖ finden nicht zueinander,weil sie sich nicht über den Radius der Nächstenliebe einigen können.
SPÖ und FPÖ finden nicht zueinander,weil sie sich nicht über den Radius der Nächstenliebe einigen können.
Donnerstag, 26. September 2013
Semitismus als Zwangsidee
Nun hat die Gratiswerbung für jüdische Belange in der WZ schon die
Titelseite erreicht.
Und wieder einmal arbeitet man sich an Wagner ab.
Aber wenn der Antisemitismus eine krankhafte "idée
fixe" ist, so kann auch der Anti-Antisemitismus zur Zwangsidee werden, wie
man das bei einigen ihrer Autoren beobachten kann, z. B. bei Edwin Baumgartner.
Bin ich nun schon ein
Antisemit, weil mir das gewaltig auf die Nerven geht?
Sei's drum, ich bin ja
Privatier.
Sonntag, 22. September 2013
Noch eine Wagner-Biographie
Joachim Köhler, Der Letzte der Titanen.
Bearbeitet Wagner zur Abwechslung einmal mit dem Philosophie-Gebäude und der Tiefenpsychologie Wagners. Man weiß nur streckenweise nicht, ist das nun der Original-Schwulst Wagners oder der des Biographen.
Und am Ende läuft es doch wieder auf eine Antisemitismus Studie hinaus: Wagner ist ein "Täter".
Na, sowas!
Interessant ist höchstens die Darstellung der unerfreulichen Rolle, die Cosima in den letzten Jahren ihres Richard spielte.
Helden
Aus Brechts Galilei:
"Unglücklich das Land, das Helden nötig hat."
Der kürzlich verstorbene M. Reich-Ranicki paraphrasierte dieses Zitat - in Hinsicht auf die Person Brechts:
"Unglücklich das Land, das von seinen Dichtern Heldentum erwartet".
Im Übrigen stimme ich mit R-R. darin überein, dass B.B. einer der größten deutschen Lyriker war und dass seine Dramen in Vergessenheit geraten werden - oder schon sind.
"Unglücklich das Land, das Helden nötig hat."
Der kürzlich verstorbene M. Reich-Ranicki paraphrasierte dieses Zitat - in Hinsicht auf die Person Brechts:
"Unglücklich das Land, das von seinen Dichtern Heldentum erwartet".
Im Übrigen stimme ich mit R-R. darin überein, dass B.B. einer der größten deutschen Lyriker war und dass seine Dramen in Vergessenheit geraten werden - oder schon sind.
Mittwoch, 18. September 2013
Sonntag, 15. September 2013
Furtwängler
Alfred Brendel:
"Jenen von uns, die den Zugang zur Musik nicht auf dem
Umweg über Literatur, Philosophie oder Ideologie suchen,
bleibt Furtwängler unersetzlich. Hätte es ihn nicht gege-
ben, wir hätten ihn erfinden müssen: den Interpreten, dessen
Aufführungen ein Musikstück als etwas Vollständiges aus-
weisen, etwas in allen Schichten Lebendiges, das iedes De-
tail, jede Stimme, jede Regung rechtfertigt durch den Bezug
zum Ganzen. Das Vorurteil besonders angelsächsischer Kri-
tiker, Furtwängler habe sich gern in der Episode verloren und
Einheit und Zusammenhang dem gefühlvollen Augenblick
geopfert, trifft auf ihn ain allerwenigsten zu. Kein Dirigent
war zugleich freier und weniger exzentrisch. Kein Musiker in
meiner Erfahrung vermittelte stärker das Gefühl, es sei mit
dem ersten Takt das Schicksal eines Meisterwerks (und sei-
ner Wiedergabe) besiegelt - und es habe sich mit dern letz-
ten Takt erfüllt. In aller spontanen Verschiedenheit wuchsen
Furtwänglers Aufführungen immer aus dem Keim ihres Be-
ginns. Sie wirkten ››natürlich«, wenn man dem Künstler zuge-
steht, daß er wie die Natur, oder analog zur Natur, verfährt.
Sie fiihrten zur Coda wie zu einem Brennspiegel, zu einer ab-
schließenden Konzentration innerer Kräfte, zumal in den
ersten Siitzen der großen Moll-Symphonien ~ der Neunten,
cler ››Unvollendeten<<, der g-Moll-Symphonie Mozarts. Das
Leben eines Musikstücks, so fühlte inan dann, sei zu Ende
gelebt, und die Coda zöge daraus die tragische Bilanz.
In einer Zeit, deren Denken zunehmend von Sprachphilo-
sophie und Linguistik geprägt wird, vergißt man leicht, daß
man auch ohne die Hilfe der Sprache organisiert denken kann..."
....und ohne Regie-Einfälle ein Werk verstehen kann.
"Jenen von uns, die den Zugang zur Musik nicht auf dem
Umweg über Literatur, Philosophie oder Ideologie suchen,
bleibt Furtwängler unersetzlich. Hätte es ihn nicht gege-
ben, wir hätten ihn erfinden müssen: den Interpreten, dessen
Aufführungen ein Musikstück als etwas Vollständiges aus-
weisen, etwas in allen Schichten Lebendiges, das iedes De-
tail, jede Stimme, jede Regung rechtfertigt durch den Bezug
zum Ganzen. Das Vorurteil besonders angelsächsischer Kri-
tiker, Furtwängler habe sich gern in der Episode verloren und
Einheit und Zusammenhang dem gefühlvollen Augenblick
geopfert, trifft auf ihn ain allerwenigsten zu. Kein Dirigent
war zugleich freier und weniger exzentrisch. Kein Musiker in
meiner Erfahrung vermittelte stärker das Gefühl, es sei mit
dem ersten Takt das Schicksal eines Meisterwerks (und sei-
ner Wiedergabe) besiegelt - und es habe sich mit dern letz-
ten Takt erfüllt. In aller spontanen Verschiedenheit wuchsen
Furtwänglers Aufführungen immer aus dem Keim ihres Be-
ginns. Sie wirkten ››natürlich«, wenn man dem Künstler zuge-
steht, daß er wie die Natur, oder analog zur Natur, verfährt.
Sie fiihrten zur Coda wie zu einem Brennspiegel, zu einer ab-
schließenden Konzentration innerer Kräfte, zumal in den
ersten Siitzen der großen Moll-Symphonien ~ der Neunten,
cler ››Unvollendeten<<, der g-Moll-Symphonie Mozarts. Das
Leben eines Musikstücks, so fühlte inan dann, sei zu Ende
gelebt, und die Coda zöge daraus die tragische Bilanz.
In einer Zeit, deren Denken zunehmend von Sprachphilo-
sophie und Linguistik geprägt wird, vergißt man leicht, daß
man auch ohne die Hilfe der Sprache organisiert denken kann..."
....und ohne Regie-Einfälle ein Werk verstehen kann.
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