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Sonntag, 19. November 2017

Kopfkunst

"...und es wird  noch schlimmer werden. Der Kopf wird über das Herz siegen: die Wissenschaft die Kunst zugrunde richten."
Gioacchino Rossini

Donnerstag, 16. April 2015

Grass

Nicht einmal nach seinem Tod kann es sich das internationale Feuilleton verkneifen, auf Günter Grass herumzuhacken wegen seines israelkritischen Gedichts. Wie sehr die Kulturkritik inzwischen eine "Congregatio pro doctrina fide" ist, sieht man daran, dass man überall im selben Wortlaut lesen kann: "Das Gedicht ist literarisch wertlos". 
Abgesehen davon, dass besonders bei Lyrik ein Werturteil kaum objektiv zu fällen ist, stellt sich die Frage: Wenn das Gedicht nun "literarisch wertvoll" gewesen wäre, hätte es dann keine "Fatwa" gegeben?

Samstag, 13. September 2014

Möst

Zu Franz Welser-Möst's Rücktritt:
In allen mir zugänglichen Print- und Online-Medien wird FWM nur mit der Aussage zitiert, dass es bzgl. der Auswahl von Sängern und Dirigenten Differenzen gegeben habe. Punktum. Dabei kann man ihm durchaus folgen, auch wenn man kein Fan von ihm ist (davon hat er ja nicht allzu viele). Das Feuilleton (Standard, KURIER, WZ...) münzt diese Aussage flugs  in eine Kritik an der Inszenierungs-Strategie Dominique Meyers um. Entweder wissen die die Kulturkritiker mehr als wir armen Endverbraucher oder aber sie wollen uns wieder einmal in ihrem Sinne manipulieren. Für die Mehrheit der - zahlenden - Staats-Opernbesucher sind die "konventionellen" Regiearbeiten noch das kleinste Problem in diesem Hause.

Donnerstag, 22. November 2012

Meistersinger (WA)

Gestern, 21.11.: Ein (für mich) wunderschöner Meistersinger-Abend in der StOp - diesmal ausnahmsweise von der Galerie mit guter Sicht auf die Wiederaufnahme der Schenk-Inszenierung (wenn ich mich vorbeugte).

Die Dame (S. Young) versteht ihr Handwerk - ich ordne sie in die FWM-Klasse ein: Universal-Kapellmeistertum mit Format.
Egal: Die Philharmoniker spielten, die wichtigen Sänger waren gut: J.Botha, J.Rutherford (neuer Sachs).
Da kann ein Dirigent kaum was kaputtmachen, außer die Musiker mögen ihn gar nicht.

Und natürlich wurde die wunderbare Inszenierung im Feuilleton als "Kostümschinken für ältere Semester" und "veraltet" heruntergemacht - obwohl oder weil sie dem überwiegenden Teil des Publikums gefallen hat.
"Verachtet mir die Meisten nicht und ehrt mir ihre Gunst"
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Auch meine 2. Vorstellung am 29.11. war gut, ja sogar etwas besser, Fr. Young ließ nicht mehr ganz so laut spielen, Fr. Carvin war nicht mehr ganz so schrill.

Montag, 20. Februar 2012

Theaterstaub

Zum WZ-Feuilleton vom 18.2.12: 
Ach, wie ist die junge Dame doch fortschrittlich: Dürrenmatt und Wilder sind "angestaubt",ihre Stücke sind veraltete "Sinnsucherdramen". Ja, den Sinn darf auf dem heutigen Theater der Zuschauer auf keinen Fall selber suchen, der wird ihm von Regisseur und Dramaturg schon fertig vorgesetzt. Schmeckt leider immer gleich - nach Antifa-Würzmischung. Vergangenheit darf dabei nur in Bewältigungsform vorkommen.Dass die erwähnten Herren damals einfach phantastische Stücke geliefert haben, das tut heute nichts zur Sache. Die gegenwärtigen dramatischen Hervorbringungen haben hingegen auf Grund ihrer Halbwertszeit gar keine Chance, jemals angestaubt zu werden