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Sonntag, 5. November 2023

Pöbel-Arten

 Wenn ich nicht irre, dann stammt die Formulierung "gehobener Pöbel" von Karl Kraus.

Und Franz Schuh spricht vom "postmodernen Luxuspöbel".

Diesen trifft man in letzter Zeit vor allem in den Fernzügen der ÖBB und der Westbahn...

Und bei L. Marcuse fand ich den Ausdruck "elitäre Gassenjungen". Auch nicht schlecht!

Dienstag, 25. Oktober 2016

Privat

Es fällt auf, dass die Aufenthalte der Züge der privaten WESTBAHN in den Stationen deutlich kürzer sind als bei den ÖBB. Könnte es daran liegen, dass letztere immer erst bei der Gewerkschaft anfragen müssen, ob sie losfahren dürfen?

Dienstag, 23. Dezember 2014

Hauptbahnhof

Dass alle neuen Bahnhöfe, nicht nur bei den ÖBB, als Einkaufszentrum mit Gleisanschluss gebaut werden, damit müssen wir uns wohl abfinden, aber dieser Gleisanschluss sollte wenigstens nicht schamhaft in einem Nebentrakt verborgen werden. Wer im neuen Hauptbahnhof zum ersten Mal von der U- oder S-Bahn-Seite kommt und primär verreisen statt einkaufen oder essen will, dem erschließt sich zunächst nicht wirklich, wo es zu den Gleisen geht. Ein deutliches, womöglich großes Schild, wie es früher der Brauch war: "Zu den Bahnsteigen" oder gar "Zu den Zügen" hätte den Center-Designers wohl nicht ins Bild gepasst. Es ist offensichtlich, wo die Prioritäten der Bahn liegen und das ist ärgerlich.

'Form follows function' in seiner reinsten Form.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Nebensächlichkeiten

Oftmals verderben einem Nebensächlichkeiten die Freude an der Hauptsache. So geht es mir mit den "Premium-Produkten" der ÖBB, den neuen Bahnhöfen und dem RAILJET.

1.    Ich benütze oft und gern die Eisenbahn und halte mich auch gern an Bahnhöfen auf, allerdings mehr auf den Bahnsteigen als im Shopping-Center - sicher zum Leidwesen der ÖBB. In letzter Zeit allerdings wird mir der Spaß an den schönen neuen Verkehrs-Bauten zusehends verdorben durch die harsche Domina-Stimme aus dem Hohen Norden, die da aus den Lautsprechern schallt. Das ist nun sicher keine Lohner-Nostalgie, aber es muss doch noch Schauspielerinnen geben (vielleicht nicht gerade aus dem Burgtheater), die ein akzentfreies Deutsch sprechen können; die SBB beispielsweise haben so eine gefunden. Ich frage mich, ob die ÖBB-Verantwortlichen dafür kein Ohr haben oder nur eines, das an RTL geschult ist. Auf jeden Fall finde ich es schade, wenn man beispielsweise aus Deutschland zurückkommt und sich gleich am (übrigens sehr gelungenen) Salzburger Hauptbahnhof wie auf eine Nordsee-Insel versetzt fühlen muss.
2.    Ich kann die Begeisterung  der ÖBB für den RAILJET nur bedingt teilen: Zwar schätze ich sehr die durch ihn (und den Bahnausbau) erreichten kurzen Reisezeiten in den Westen, aber ich fühle mich in ihm klaustrophobisch beengt und das liegt nur an der Bestuhlung! Ich finde die Sitze um mindestens 15cm zu hoch. Wenn man einen Gang-Sitz hat, ist man wirklich auf die Monitore angewiesen, um sich geographisch orientieren zu können. Dazu kommt noch, dass viele Fenster durch Eigen- oder Fremdwerbung zugeklebt sind (gottseidank nicht bei den ČD-Garnituren). Ich gehöre halt leider noch zu der Generation, die beim Reisen gerne aus dem Fenster schaut und nicht nur auf den PC- oder Smartphone-Monitor. Aber auch da wird man nicht richtig glücklich, denn die Sitze sind so unstabil, dass die Geräte (v.a. tablets) gefährlich zu hüpfen beginnen, wenn sich der Vordermann etwas heftiger bewegt. Richtig gut hingegen finde ich die kleinen Knöpfe zum Aufhängen von Jacken am Vorder-Sitz.

Die ÖBB betonen ja immer ihre Orientierung auf Kundenzufriedenheit, aber ich fürchte, dass die erwähnten „nebensächlichen“ Punkte dabei keine Beachtung finden werden. Punkt 2. ist ja wohl hinsichtlich der Sitze kaum mehr zu ändern, aber vielleicht besteht beim Punkt 1. noch geringe Hoffnung auf akustische Linderung, obwohl wahrscheinlich die große Mehrheit der Kunden den Unterschied nicht einmal hören könnte.


Samstag, 1. Dezember 2012

Managers Alptraum

Wenn ein Schalterbeamter einmal 10 Minuten nichts zu tun hat, so verursacht das seinem Manager Alpträume - wenn sich aber 10 und mehr Kunden an seinem Schalter stauen, so ist ihm das egal.

Allenfalls stellt man eine Disclaimer-Tafel hin: "Wir arbeiten für Sie".
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Wie es in der Praxis aussieht, zeigt dieses Bild vom Westbahnhof ( 9.12.2012):
Jede Menge Leute vor den Schaltern, ein "Manager" (der links mit dem Zopferl) tut nichts anderes, als die Kunden und die Schalterbeamten herumzudirigieren. Als er merkt, dass ich ein Foto machen will, will er sich "schleichen" - aber zu spät.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Statistik

Ein klassisches Beispiel dafür, wie Statistik lügen kann: In der Zeitschrift FORMAT fand ich einen Vergleich von ÖBB und SBB. Darin wird dargestellt, dass die ÖBB den SBB in der Pünktlichkeit überlegen sind. Wie das?
Ganz klar: Die Definition von Pünktlichkeit ist in der Schweiz eine andere als bei uns in Österreich. Wenn auf einem Schweizer Bahnhof der Sekundenzeiger auf die Abfahrtsminute vorrückt und der Zug nicht gleich abfährt, schauen die Schweizer schon auf die Uhr - der Zug gilt schon als unpünktlich; umso mehr, wenn er eine Minute später ankommt, als im Fahrplan angegeben.  Wenn bei uns ein Zug 2, 3,4 oder gar 5 Minuten später ankommt, gilt er immer noch als pünktlich.
Nicht dass es wirklich was ausmacht, aber "pünktlich" ist das halt nicht.

Dienstag, 20. September 2011

ÖBB-Bauwahn


Das also ist des Pudels KERN. Auch dieser Manager ist nur dazu bestellt worden, die Bahn stromlinienförmig, also Rail-JET-artig zu gestalten, damit seinesgleichen virtuell zwischen den Hauptstädten hin und her brausen kann. In Wirklichkeit fliegen sie oder fahren mit ihren Protzklasse-Limousinen. Sie haben keine Ahnung von der hochkomplexen Führung von Verkehrsbetrieben mit einer Mischung von Nah- und Fernverkehr, nur vom Finanz- und Bau-Business - wenn es hoch kommt.

Samstag, 9. Oktober 2010

Hauptbahnhof

Je nach Temperament ärgert oder amüsiert man sich als Bahnkunde über die Hin- und Her-Gifterei zum Thema Hbf in diversen Zeitungen.  Der immer wieder herangezogeneVergleich mit dem Berliner Hbf ist aber auf jeden Fall schief: Dieser verbindet Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr aus allen 4 Himmelsrichtungen an EINER Stelle, was in Wien ja nicht einmal angedacht wurde. Abgesehen davon ist die S-Bahn in Berlin das wirkliche Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs mit Intervallen wie eine U-Bahn.
Diverse Argumente der Wiener Linien streifen ans Lächerliche, so z.B. was die Flughafen-Anbindung betrifft: Selbst als Eisenbahnfreund ziehe ich einen direkten Express-Bus einer Umsteige-Bahnverbindung vor. An eine Lösung wie in Frankfurt, Zürich oder Genf, wo auch Fernzüge den Flughafen bedienen, wagt man ja bei uns gar nicht zu denken.
Vollends ins Groteske kippt dann die Sache, wenn der 150-m-Weg zwischen den Verkehrsmitteln als Katastrophen-Vorsorge-Maßnahme verkauft wird.

Als traurige Wirklichkeit bleibt die offensichtliche Arroganz und Inkompatibilität zweier mächtiger Planungsabteilungen zweier mächtiger Institutionen, bei der wieder einmal der Fahrgast auf der Strecke bleibt. Und im Zweifelsfall siegen bei uns immer die Interessen der Bauwirtschaft, in welche Sparte die ÖBB ohnehin seit längerem einzureihen sind.

Sonntag, 5. September 2010

ÖV

"Ich denke, die Pünktlichkeit und die Zuverlässigkeit ist nur zum Teil eine Frage des Geldes, es ist vor allem auch eine Frage, daß man das System beherrscht, wie man Öffentlichen Verkehr macht. Die Qualität des Öffentlichen Verkehrs ist eher eine Frage des Könnens als des Geldes."

Prof. Ulrich Weidmann, ETH

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"...der SBB-Fahrplan ist so konstruiert, daß wir eine Verspätung von 3-5 Minuten abfedern können..."

Werner Wildener, Fahrplanchef SBB
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Der ÖBB-Fahrplan hingegen ist so konstruiert, daß aus einer Verspätung von 3 Minuten eine solche von 10 Minuten wird. Ich habe aber auch schon erlebt, daß aus 5 Minuten eine halbe Stunde wurde.
Kein Wunder, daß der Fahrplan bei den ÖBB ein ewiges Problem ist: Man hat vor einigen Jahren alle "alten Hasen" wegen "Betriebsblindheit" abgezogen und durch Jungspunde ersetzt, die sich mit dem Computer auskennen, aber sonst keinen Bezug zur Sache haben.
O.e. Wildener hat auch gesagt, daß "der Computer erst ganz am Schluß" eingesetzt wird, am Anfang komme die Kreativität, basierend auf genauer Orts- und Lage-Kenntnis.
Und Kreativität entsteht halt nur durch Hingabe.
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Aber bei uns in Österreich glauben die Verkehrsplaner, sie brauchen nicht von anderen zu lernen. In der letzten Zeit haben sie den Wert des Kreisverkehrs entdeckt, dabei aber nicht bemerkt, daß dabei wesentlich ist, daß JEDER Verkehrsteilnehmer, ganz gleich aus welcher Richtung er kommt, vor dem Kreisel abbremsen muß, sodaß gewissermaßen gleiches Recht für alle hergestellt wird. Bei uns sind viele Kreisverkehre so gebaut, daß man aus bestimmten Richtungen durch die Kreuzung durchfahren kann, ohne bremsen oder lenken zu müssen - damit "rauben" sie sich den Vorrang. Das freut den BMW- und AUDI-Fahrer natürlich.

Freitag, 9. April 2010

Über den Wolken ...

...muß die Freiheit wohl grenzenlos sein - aber nicht in den engen Sitzen der economy-class.
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Im Ernst: Ich bin kein großer Freund des Fliegens, hauptsächlich aus obigem Grunde. Dazu kommt, daß ich es nicht schätze, wie Herdenvieh im corral zusammengetrieben und durch diverse enge Gänge gegängelt zu werden. Habe es gestern wieder gesehen bei einem kurzen Besuch von Vienna-Airport. Viele, viele Leute - besser wohl people - lassen sich alles mögliche gefallen, unterwerfen sich den unmöglichsten Regelungen und Zwängen, was sie sonst weit von sich weisen würden.
Das ist es auch, was den Managern der Bahn so gut gefällt, dass sie es auch ihren "Fahrgästen" zugute kommen lassen möchten. Die ersten Schritte dahin sind schon getan...oder schon mehrere, siehe Eurostar, Thalys etc.
Wie lange wird wohl die Freiheit auf Schienen noch grenzenlos sein?

Dienstag, 29. Dezember 2009

ÖBB HBF 1

Der Ersatzbahnhof für den ÖBB-Regionalverkehr der Ostbahn ist schlicht eine Zumutung für die Reisenden: Erstens ist er um mindestens 100m zu weit von S-Bahn, Straßenbahnen und dem Bus 13A entfernt (außer man steigt am Gürtel für eine Station noch in den 69A um). Hierin sieht man ganz genau, wer bei den ÖBB das Sagen hat, nämlich die Immobilien- und Bau-Manager, welche diese Fläche für ihre kommerziell verwertbare Bebauung beanspruchen (siehe Bild!). Die Ansprüche des Personen-Regional-Verkehrs werden – nicht nur hier – immer untergeordnet. Am liebsten würden die ÖBB nur mehr die Westbahn als Bahn betreiben, evtl. noch die Ostbahn, weil dort auch der RAILJET verkehrt. Über die Südbahn lassen sie noch mit sich reden.

Außerdem ist dieses Provisorium (im Gegensatz zum Ersatzbahnhof Meidling) schlicht schäbig in Aussehen und Ausstattung; gerade mal 2 Fahrkarten-Automaten (natürlich permanent eine Schlange davor) und ein sog. „Reisezentrum“, in dem man sich kaum umdrehen kann.

Ideal ist die Anordnung dieses Provisoriums nur für Pendler, die mit dem Taxi an- oder abreisen...

Dienstag, 17. November 2009

ÖBB Österreichischer Bau Betrieb

Das eigene Management sieht die ÖBB mehr als Immobilien-Konzern denn als Mobilitäts-Unternehmen und so haben sie auch das Bauen lieber als das Fahren. Und wenn schon gefahren werden muss, dann lieber mit Autobus oder LKW auf der Strasse; somit wäre die Bezeichnung „Schienen-Ersatz-Management“ passender.

Sonntag, 29. März 2009

ÖBBusse

Das Bild, das die ÖBB derzeit vermitteln – und das wohl auch ihrer Selbsteinschätzung entspricht – ist das eines Bau- und Bus-Unternehmens. Dazu kommt noch, dass sich die Geschäftsvorteile beider Sparten auf das Glücklichste ergänzen: Wo („für uns“) gebaut wird, braucht man keine teuren Züge fahren zu lassen, sondern kann billige Busse einsetzen, ein bißchen öfter und länger, als es betrieblich notwendig wäre. Es ist ja auch ein offenes Geheimnis, dass Züge, die aus „betrieblichen Gründen nicht in Verkehr gesetzt werden können“, nicht selten nur der Einsparung dienen.
Wenn man ferner sieht, mit welchem Enthusiasmus die ÖBB den „INTERCITY-Bus“ bewerben, wird jedem klar, woher der Wind weht: Am liebsten würden sie alle Strecken, wo sie keinen RAILJET draufsetzen können, auf Bus umstellen. Eine ungewünschte Produktlinie durch ein absurdes Angebot umzubringen ist ja bekanntlich eine ganz leichte Aufgabe für Manager.

Samstag, 22. März 2008

Securities

Zu einem gestrigen Bericht im Kurier:
"...Mit nicht geringem Erstaunen lese ich im Kurier, daß laut dortigen <securities> das Photographieren im Bahnhof Praterstern 'nicht ohne Erlaubnis' möglich ist. Da habe ich mich also als langjähriger Anrainer und Eisenbahnphotograph einer notorischen Übertretung schuldig gemacht, indem ich seit vielen Jahren zuerst den Verfall und jetzt den Wiederaufbau dieses Bahnhofs in Bildern festgehalten habe. Muß ich jetzt einer Strafe gewärtig sein oder kann ich mit Gnadenerlaß rechnen, wenn ich alle Bilder sofort vernichte bzw. lösche? Und wo bekäme man denn als Privatperson so eine Erlaubnis? Und wo beginnt die Photographierverbotszone? Darf man im Bahnhofsbereich mit seinem 'hochwertigen Branchenmix' auch keine Bilder von Verwandten oder Bekannten bei der Verabschiedung mehr machen?

Ich hätte gedacht, daß derartige Verbote mit dem Fall des Eisernen Vorhanges aus der Welt geschafft seien, habe dabei aber vergessen, dass in den Kadern der "securities" die totalitäre Mentalität weiterlebt. Und zum Schluß noch eine Bemerkung, die es gestattet, meine Stellungnahme als unsachlich abzutun: Manche der Securities unterscheiden sich wirklich nur durch die Uniform und nicht durch die Physiognomie von den Elementen, die sie abhüten sollen."

Montag, 30. April 2007

BAHNIANA

EINSPARUNG.
Fast ein jeder weiß,
Zwei Schienen braucht ein Gleis.
Der Herr Vorstand rechnet scharf:
Nur für eine ist Bedarf!

BAHNCHEF.
Weil ihm die Massen
Als Kunden nicht passen,
Sucht er Renditen
Bei den Eliten.

DIENSTLEISTER.
Herablassend und widerwillig
Führt die Bahn den Nahverkehr;
Ein Reimwort darauf wäre billig,
Doch das passt schon gar nicht her …