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Mittwoch, 6. Januar 2021

Bahnhofsabenteuer corronärrisch

Es wird dem virtuellen Leser dieses Blogs - reale gibt es ja wohl kaum - nicht verborgen geblieben sein, dass ich ein sog. "Ferrophiler" bin - ein Eisenbahn-Liebhaber, gemeinhin auch Eisenbahnfreund genannt. Als solcher besuchte ich  am 23.12.2020 (also noch vor dem "harten" Lockdown) wieder einmal den Wiener Hauptbahnhof und weil es noch relativ früh am Tag war, wollte ich mir den EC 104 Porta Moravica , Abfahrt 8:10h Richtung Przemysl Glowny näher anschauen. Da er noch nicht am Gleis stand, ging ich den Bahnsteig-11 zweimal auf und ab: Für einen wie mich gibt es auf einem Bahnhof mmer etwas Interessantes zu sehen. Als die Garnitur endlich eingefahren war, interessierte mich der Zuglauf in Polen, nämlich ob der Zug über Katowice oder über Oświęcim verkehrt (beide Strecken bin ich vor ca. 15 Jahren gefahren). Zu diesem Zweck schaut man sich die Zuglauf-Tafeln am Waggon an, die bei den älteren Typen im Fenster der Türen angebracht sind. Soweit so gut. Nachdem meine Neugier gestillt war, verließ ich den Bahnhof in Richtung "Hbf Ost", um in den sog. "D-Wagen" einzusteigen. Als ich dort wartete, kamen plötzlich 3 uniformierte Polizisten auf mich zu: "Ausweiskontrolle"!!! Gut, dachte ich, kein Problem, bin ich halt in einer Stichprobe. Was ich hier am Bahnhof mache? Warum ich den Bahnsteig mehrmals auf und ab gegangen bin? Warum ich in die Fenster des Zuges geschaut habe? Etwa nach vergessenen Gepäckstücken (bei einem abfahrenden Zug!) gespäht? Ob ich schon einmal mit der Polizei zu tun gehabt hätte? Die 3 Uniformierten waren durchaus höflich und korrekt, aber der Kollege in Zivil, der sie offenbar "alarmiert" hatte und dann auch dazu kam (ein "gstauchter" Typ wie Exminister Kickl) hatte einen unangenehm herausfordenden Ton: Was ich da überhaupt mache und was ich vorhabe, wohin ich jetzt fahren will? Wie soll man so einem Menschen erklären, was ein Eisenbahnfreund ist oder gar ein 'train spotter" und warum man in ein(1)  Fenster geschaut hat und überhaupt das Detail mit den Zuglauftafeln erläutern? Ich versuchte es mit den Worten: "Es gibt halt Leute, die......". Der junge Chef der Uniformierten, offenbar ein Mann mit einer gewissen Intelligenz, begriff dann schnell, dass ich nicht als Jagdbeute taugte und gab mir den Ausweis zurück und verabschiedete sich höflich, aber natürlich ohne Entschuldigung. Der "Geheime" war urplötzlich wieder untergetaucht, wahrscheinlich schon wieder auf der Pirsch. Ich vermute ja, dass man einen solchen Job nicht ohne einen starken Jagdinstinkt ausüber kann, aber sie sollten ihnen in der Ausbildung beibringen, dass man die Jagdlust etwas besser verbergen sollte. Man braucht sie ja leider in einem Gemeinwesen wie die Leichenbestatter und die Senkgrubenräumer. Aber wie soll man solchen Individuen erklären, was mit "Der Weg ist das Ziel" gemeint ist?

Ich habe mich nicht aufgeregt, aber die ganze Sache hinterließ doch einen schalen Geschmack: Corona-Symptome überall! Und Erinnerungen an meine Eisenbahn-Foto-Abenteuer im ehemaligen "Ostblock", also vor der Wende (Budapest, Prag, Berlin-Ost...), wurden wach. Das war damals nicht ganz ungefährlich, aber ich bin dort nie "erwischt" worden. Die Analog-Beute daraus liegt im Negativ- und Diapositiv-Archiv begraben. Jeden Winter nehme ich mir vor, sie auszuwerten; ich habe ja einen sehr guten Film-Scanner, aber die Sache ist doch sehr zeitraubend....

Den letzten einschlägigen  "Anstand" hatte ich vor gut 10 Jahren im Bahnhof Bilbao Abando, als ich dort das prächtige Glasfenster fotografieren wollte: Da hat sich ein "Security" wohl in der Zeit um 20 Jahre geirrt und hat mich in bester "Guardia-Civil"-Manier, also äußerst barsch und schnarrend auf ein angeblich bestehendes Verbot hingewiesen. Ich trickste ihn aus, da ich damals schon eine Digicam mit mehrfach beweglichem Display hatte, sodass ich "aus der Hüfte schießen" konnte.

Vete a la mierda!

Donnerstag, 17. Juni 2010

Frankreich-Urlaub 2010 (Nachtrag)


Nachzutragen wäre ein Kurzbericht über unseren heurigen Frankreich-Urlaub in Lyon, Bourges (ZwiSt.) und Saumur (Loire) - wie immer mit dem Wohnwagen & 4 eingelegten heftigen Eisenbahntagen:
  • Marseille (TGV;TER)
  • Le Croisic; St. Nazaire
  • Noirmoutier (SNCF-Car)
  • Tours-Bressuire
...wobei das Eisenbahnfahren als Liebhaberei in F. harte Logistik-Arbeit darstellt, gibt es doch keine "normalen" Fahrpläne, sondern nur "fiches horaires", welche zudem teilweise schwer zu erhalten und - weil teilweise nicht von den SNCF, sondern von den regionalen Autoritäten herausgegeben - auch nicht immer vollständig sind. Der Franzose selbst stellt sich deswegen mit Leidenschaft am Informationsschalter an und plauscht dann noch ausgiebig mit dem Personal; nun kann ich ja soviel Französisch (zumindest im Eisenbahnbereich), daß ich das auch könnte, aber die dafür nötige Geduld bringe ich nicht auf. Eine Alternative wäre die Planung via Internet, aber das ist mir im Ausland wegen der Kosten zu gefährlich.
Das Angebot im Regionalverkehr ist nicht übermäßig üppig und vor allem ziemlich eindeutig auf Zubringerdienste für den TGV ausgerichtet - und dieser ähnelt für die Passagiere schon sehr stark dem Flugverkehr: Ohne frühzeitige Reservierung geht meist gar nichts, Schlangestehen ist obligatorisch. Die Manager freut's.
In Lyon (wo dies nicht überraschend ist) und in Saumur hatten wir diesmal leider Campingplätze ausgesucht, die stark von holländischen und englischen Luxuscampern frequentiert waren (mobilhomes), sodaß wir uns mit dem französischen Lebensgefühl etwas schwertaten.
Noirmoutier en Île, plage des dames...

Freitag, 9. April 2010

Über den Wolken ...

...muß die Freiheit wohl grenzenlos sein - aber nicht in den engen Sitzen der economy-class.
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Im Ernst: Ich bin kein großer Freund des Fliegens, hauptsächlich aus obigem Grunde. Dazu kommt, daß ich es nicht schätze, wie Herdenvieh im corral zusammengetrieben und durch diverse enge Gänge gegängelt zu werden. Habe es gestern wieder gesehen bei einem kurzen Besuch von Vienna-Airport. Viele, viele Leute - besser wohl people - lassen sich alles mögliche gefallen, unterwerfen sich den unmöglichsten Regelungen und Zwängen, was sie sonst weit von sich weisen würden.
Das ist es auch, was den Managern der Bahn so gut gefällt, dass sie es auch ihren "Fahrgästen" zugute kommen lassen möchten. Die ersten Schritte dahin sind schon getan...oder schon mehrere, siehe Eurostar, Thalys etc.
Wie lange wird wohl die Freiheit auf Schienen noch grenzenlos sein?