Gute Repertoire-Vorstellung. Adam Fischer überzeugt einmal mehr als Kapellmeister alter Schule. Die Philharmoniker, speziell die Bläser, waren Ball-geschwächt (Ausnahme W. Schulz).Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
Samstag, 23. Januar 2010
DonGiovanni
Gute Repertoire-Vorstellung. Adam Fischer überzeugt einmal mehr als Kapellmeister alter Schule. Die Philharmoniker, speziell die Bläser, waren Ball-geschwächt (Ausnahme W. Schulz).Sonntag, 17. Januar 2010
Xenophobie - ein Atavismus
Christian Ortner am Samstag in der WZ:
Fremdenangst, ein Blinddarm der Psyche?
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Wie ungemein nachsichtig vom Kolumnisten, aber vielleicht gibt es auch eine „erworbene“ Xenophobie, entstanden als Reaktion auf die Überflutung mit Fremd-Reizen. Neben dem Phantom-Haß auf Ausländer, obwohl man mit ihnen keinen Kontakt hat, gibt es wohl auch die entsprechende Phantom-Liebe, weil man mit ihnen kaum direkt in Berührung kommt. Hängt wohl vom Sozial-Biotop ab, in dem man lebt.
Fremdenangst, ein Blinddarm der Psyche?
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Wie ungemein nachsichtig vom Kolumnisten, aber vielleicht gibt es auch eine „erworbene“ Xenophobie, entstanden als Reaktion auf die Überflutung mit Fremd-Reizen. Neben dem Phantom-Haß auf Ausländer, obwohl man mit ihnen keinen Kontakt hat, gibt es wohl auch die entsprechende Phantom-Liebe, weil man mit ihnen kaum direkt in Berührung kommt. Hängt wohl vom Sozial-Biotop ab, in dem man lebt.
Abscheu
Abscheu ist auch eine Form von Anerkennung,
Gleichgültigkeit wäre die angemessene Form der Verachtung,
aber das würde der Sensationslust der Medien und dem Exhibitionismus der "Künstler" zuwiderlaufen.
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Aus Montaigne, "Über Demokrit & Heraklit":
"...die Dinge, die man verspottet, hält man hingegen für wertlos...
...denn was man haßt, das nimmt man bitterlich ernst...
...das Besondere unsres Menschseins beteht darin, daß wir zugleich des Lachens fähige und lächerliche Wesen sind..."
Gleichgültigkeit wäre die angemessene Form der Verachtung,
aber das würde der Sensationslust der Medien und dem Exhibitionismus der "Künstler" zuwiderlaufen.
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Aus Montaigne, "Über Demokrit & Heraklit":
"...die Dinge, die man verspottet, hält man hingegen für wertlos...
...denn was man haßt, das nimmt man bitterlich ernst...
...das Besondere unsres Menschseins beteht darin, daß wir zugleich des Lachens fähige und lächerliche Wesen sind..."
Samstag, 16. Januar 2010
Guter Gesell Göweil
Zwar habe ich die Seite 2 der WienerZeitung nie richtig ernst genommen (abgesehen von links unten), aber es ist für mich immer ein besonderes Stück Humor, wenn Journalisten den Politikern moralische Zensuren erteilen. Sie sehen sich selber offensichtlich als moralische Instanzen, was andererseits aber auch das Eigenbild der Politiker ist. In den Augen der Bevölkerung mag dies etwas anders aussehen.
Besonders pikant wird es wenn der Journalist von der Politik installiert wurde.
Im übrigen bin ich es leid, beim Aufschlagen einer Zeitung, beim Einschalten von Radio oder Fernsehen jedesmal mit arigonalen Schlagzeilen bzw. Spitzenmeldungen traktiert zu werden; diese Art permanenter Tugend-Zwangsernährung empfinde ich als Zumutung.
Ein Außenstehender, der Österreich nur aus Medien und zeitgenössischer Literatur kennt, muß ja unweigerlich zur Ansicht kommen, daß die Masse der österreichischen Bevölkerung (ironischerweise die demokratische Mehrheit) einen ganz tiefen moralischen Standard hat, ihre Politiker zudem auch noch unfähig sind und nur Journalisten und Schriftsteller die Fahne der Sittlichkeit hierzulande hoch halten.
Besonders pikant wird es wenn der Journalist von der Politik installiert wurde.
Im übrigen bin ich es leid, beim Aufschlagen einer Zeitung, beim Einschalten von Radio oder Fernsehen jedesmal mit arigonalen Schlagzeilen bzw. Spitzenmeldungen traktiert zu werden; diese Art permanenter Tugend-Zwangsernährung empfinde ich als Zumutung.
Ein Außenstehender, der Österreich nur aus Medien und zeitgenössischer Literatur kennt, muß ja unweigerlich zur Ansicht kommen, daß die Masse der österreichischen Bevölkerung (ironischerweise die demokratische Mehrheit) einen ganz tiefen moralischen Standard hat, ihre Politiker zudem auch noch unfähig sind und nur Journalisten und Schriftsteller die Fahne der Sittlichkeit hierzulande hoch halten.
Dienstag, 12. Januar 2010
Philantropie
Warum bei so vielen Menschen die Nächstenliebe mit dem Quadrat der Entfernung zum Nächsten wächst, ist leicht erklärt: Wer einem wirklich "nahe steht", beeinträchtigt womöglich (und meist auch tatsächlich) die eigene "Bewegungsfreiheit". Und da Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung in der heutigen Gesellschaft die allerhöchsten Ziele sind, ist Nähe auf jeden Fall konflikt-trächtig - und Distanz beruhigend.
Und da man auch den Gutmenschen ein aktives Liebes-Bedürfnis nicht absprechen kann, ist ihre Menschenliebe darauf angewiesen, sich ihre Menschenliebes-Objekte aus jenen Kreisen zu holen, die ihre Kreise nicht stören können.
In dem Maße, wie die private Anständigkeit an Stellenwert verliert, gewinnt die öffentliche Moral an Bedeutung. Und wie immer mit den Damen und Herren Redakteuren "an vorderster Front". Selber leben sie nach einem ganz eigenen, privaten "Moral-STANDARD", werfen sich aber äußerst gern zum Richter über andere und über die öffentliche Moral auf.
Hier fällt mir Fontane ein, wie er sich in einem Brief an seinen Sohn Theodor über die Journalisten beschwert , welche seine "Irrungen und Wirrungen" als "Hurengeschichte" abqualifiziert hatten: "Empörend ist die Haltung einiger Zeitungen, deren illegitimer Kinderbestand weit über ein Dutzend hinausgeht (der Chefredakteur immer mit dem Löwenanteil) und die sich nun darin gefallen, mir "gute Sitte" beizubringen. Arme Schächer!"
und Lichtenberg: "Arschwische mit Motto's."
---------
Apropos STANDARD: Wer wissen will, wie Gutmenschen wirklich gestrickt sind, schaue sich im STANDARD-Internet-Forum um. So viel Verachtung und Hass für Andersdenkende wird man kaum sonstwo versammelt finden - aber natürlich viel besser formuliert als etwa auf rechten Haß-Seiten.
Und da man auch den Gutmenschen ein aktives Liebes-Bedürfnis nicht absprechen kann, ist ihre Menschenliebe darauf angewiesen, sich ihre Menschenliebes-Objekte aus jenen Kreisen zu holen, die ihre Kreise nicht stören können.
In dem Maße, wie die private Anständigkeit an Stellenwert verliert, gewinnt die öffentliche Moral an Bedeutung. Und wie immer mit den Damen und Herren Redakteuren "an vorderster Front". Selber leben sie nach einem ganz eigenen, privaten "Moral-STANDARD", werfen sich aber äußerst gern zum Richter über andere und über die öffentliche Moral auf.
Hier fällt mir Fontane ein, wie er sich in einem Brief an seinen Sohn Theodor über die Journalisten beschwert , welche seine "Irrungen und Wirrungen" als "Hurengeschichte" abqualifiziert hatten: "Empörend ist die Haltung einiger Zeitungen, deren illegitimer Kinderbestand weit über ein Dutzend hinausgeht (der Chefredakteur immer mit dem Löwenanteil) und die sich nun darin gefallen, mir "gute Sitte" beizubringen. Arme Schächer!"
und Lichtenberg: "Arschwische mit Motto's."
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Apropos STANDARD: Wer wissen will, wie Gutmenschen wirklich gestrickt sind, schaue sich im STANDARD-Internet-Forum um. So viel Verachtung und Hass für Andersdenkende wird man kaum sonstwo versammelt finden - aber natürlich viel besser formuliert als etwa auf rechten Haß-Seiten.
Sonntag, 10. Januar 2010
Macht
"...wer sein eigenes Leben zu opfern bereit ist, wird stets Herr über das eines anderen sein"
lese ich bei Montaigne und möchte hinzufügen: Am besten ist es natürlich, andere dazu zu bringen, daß sie mehr oder weniger freiwillig ihr Leben für eingeimpfte religiöse oder politische Überzeugungen opfern.
So hat Macht-gewinn und -erhalt immer funktioniert.
lese ich bei Montaigne und möchte hinzufügen: Am besten ist es natürlich, andere dazu zu bringen, daß sie mehr oder weniger freiwillig ihr Leben für eingeimpfte religiöse oder politische Überzeugungen opfern.
So hat Macht-gewinn und -erhalt immer funktioniert.
Freitag, 8. Januar 2010
Offengelegt
Donnerstag, 7. Januar 2010
Satire
»Die Tyrannen dieses Planeten werden durch die Werke der
Dichter nicht gerührt, bei ihren Klageliedern gähnen sie,
ihre Heldengesänge halten sie für alberne Märchen, bei
ihren religiösen Dichtungen schlafen sie ein,
nur eines fürchten sie: ihren Spott.«
F. Dürrenmatt
Dichter nicht gerührt, bei ihren Klageliedern gähnen sie,
ihre Heldengesänge halten sie für alberne Märchen, bei
ihren religiösen Dichtungen schlafen sie ein,
nur eines fürchten sie: ihren Spott.«
F. Dürrenmatt
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