Weil wir uns Welt und Sein nicht erklären können, denken wir sie uns ungemein kompliziert. Wahrscheinlich ist aber alles ganz einfach.....
Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
Sonntag, 25. Dezember 2016
Donnerstag, 22. Dezember 2016
Aphorismen
"Einer, der Aphorismen schreiben kann, sollte sich nicht in Aufsätzen zersplittern."Karl Kraus
"Aphorismen sind vielleicht der beste Weg, um philosophischeÜberzeugungen darzulegen. Ein Philosoph, der darauf ausgeht,ein ganzes kompliziertes System zu entwickeln, ist zuweilen un-freiwillig nicht mehr ganz aufrichtig. Er wird der Sklave seinesSystems, dessen Symmetrie zuliebe er oft bereit ist, die Wahrheitzu opfern."
Leo Tolstoi
"Ich denke mir: über kurz oder lang werden die Menschen dazukommen, mit Ausnahme der rein berichtenden Erzählung allesin Aphorismen zu schreiben."
Samuel Johnson
Siehe auch↠ http://kumpfus.blogspot.co.at/2008/01/warum-berhaupt-epigramme.html
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Vermessung
".....der weiß, dass die Menschen
vor dreitausend Jahren genauso intelligent waren wie
unsereins. Gewiss, sie waren weniger informiert als wir
Heutigen, aber blöd waren sie nicht. Um die Welt zu
verstehen, haben die Menschen damals die Welt nicht ge-
messen, sie haben sie erzählt. Das ist nicht falsch, das ist
bloß anders, und das tun heute noch die Dichter und die
Denker. Die sechs Arbeitstage Gottes in der biblischen
Geschichte waren für die damaligen Menschen die Glie-
derung einer wichtigen Erzählung und die Begründung
einer den Rhythmus der Zeit prägenden Siebentagewoche.
Wir können getrost davon ausgehen, dass niemand
damals davon ausging, Gott habe genau 144 Stunden
durchgearbeitet und dann genau 24 Stunden Pause ge-
macht. Wenn Menschen heute dazu neigen, bloß alles
Messbare wichtig zu finden, dann müssen wir diesen
Fimmel nicht auch den Menschen anderer Zeiten unter-
stellen."
M. Lütz
↣http://kumpfuz.blogspot.co.at/search?q=Allegorie
vor dreitausend Jahren genauso intelligent waren wie
unsereins. Gewiss, sie waren weniger informiert als wir
Heutigen, aber blöd waren sie nicht. Um die Welt zu
verstehen, haben die Menschen damals die Welt nicht ge-
messen, sie haben sie erzählt. Das ist nicht falsch, das ist
bloß anders, und das tun heute noch die Dichter und die
Denker. Die sechs Arbeitstage Gottes in der biblischen
Geschichte waren für die damaligen Menschen die Glie-
derung einer wichtigen Erzählung und die Begründung
einer den Rhythmus der Zeit prägenden Siebentagewoche.
Wir können getrost davon ausgehen, dass niemand
damals davon ausging, Gott habe genau 144 Stunden
durchgearbeitet und dann genau 24 Stunden Pause ge-
macht. Wenn Menschen heute dazu neigen, bloß alles
Messbare wichtig zu finden, dann müssen wir diesen
Fimmel nicht auch den Menschen anderer Zeiten unter-
stellen."
M. Lütz
↣http://kumpfuz.blogspot.co.at/search?q=Allegorie
Freitag, 9. Dezember 2016
Übermut
"Der Übermut der Ämter" nimmt zwar langsam - und keineswegs freiwillig - aber doch stetig ab. Dafür steigt die Hybris der Software-Lieferanten (Google, Microsoft etc.) unaufhörlich. Da die einzige Alternative völlige IT-Enthaltsamkeit wäre, müssen wir es zähneknirschend ertragen.
Quo usque tandem?
Quo usque tandem?
Dienstag, 6. Dezember 2016
Populisten
Die Populisten geben vor,auf das Volk zu hören,
die übrigen Politiker behaupten, von den Medien unabhängig zu sein,
welche ihrerseits fast durch die Bank beteuern, unabhängig zu sein.
die übrigen Politiker behaupten, von den Medien unabhängig zu sein,
welche ihrerseits fast durch die Bank beteuern, unabhängig zu sein.
Samstag, 3. Dezember 2016
Werner Krauß über Regisseure
Noch etwas über Regisseure?
Die besten sind die guten Handwerker. Sie kommen aus dem Schauspielerstand, sie können richtig schnell was vormachen - und schon weiter. Nicht reden und spintisierenl Das sind für mich die besten gewesen, die einfach sagen: »Weißt du: so und so«. Sie müssen auch Menschenkenner sein, dann geht das ganz schnell.
Und die anderen - das ist ein Jammer! Ich glaube und ich hoffe, daß eine Regisseur-Dämmerung einsetzt und daß die Schauspielerzeit wiederkommt. Die meisten Schauspieler, die so zehn und zwanzig Jahre bei Reinhardt waren, die konnten dann später nirgends mehr arbeiten, weil sie so abhängig wurden von ihm - das war gar nicht gut, zu lange und zu willig bei ihm zu sein.
W. Krauß
Die Sprache
"Die Sprach’ soll uns auch auszeichnen vor die Tier’‚und mancher zeigt grad durch das, wann er red’t, was er für a Vieh is."J. Nestroy
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Und von Chr. Morgenstern stammen diese Sätze:
Oft überfällt dich plötzlich eine heftige Verwunderung über ein Wort: Blitzartig erhellt sich dir die völlige Willkür der Sprache, in welcher unsere Welt begriffen liegt, und somit die Willkür dieses unseres Weltbegriffes überhaupt.
Erst das Wort reißt Klüfte auf, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Sprache ist in unsere termini zerklüftete Wirklichkeit.
Man meint mit der Sprache die ganze Welt in seiner Gewalt zu haben. Und doch habe ich oft das Gefühl, als wären die Worte nur Knoten eines weitmaschigen Netzes, das wir über die Welt werfen. Ach, wieviel entschlüpft uns doch durch diese weiten Maschen. Man beobachte nur einmal, wie viele Geräusche sich jeder wirklich genauen Bezeichnung durch ein Wort entziehen. Man belausche die Brandung der See: Man wird nicht alles, was man hört, ausdrücken können. In »rauschen« z. B. ist nicht das hohle Gedröhn enthalten, das die aufschlagenden Wogen verursachen. In »donnern« wieder nicht ihr »Geräusch«.
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