Politische, kulturelle und politische Kommentare ; literarische Kletzen. Motto: Prudenter dubitare!
Samstag, 1. März 2008
"Österreich"
Leserbrief an den Standard
Charity
(Walter Scott, Ivanhoe)
Siehe auch:
Piri-Piri: TUT GUT
und: http://kumpfuz.blogspot.com/2009/05/gutmenschen.html
"charity begins at home" (Engl. Sprichwort)
Die Gutmenschen (ich sage ja lieber "Edelmenschen") setzen ihre Wohltaten gerne etwas höher und weiter an.
Sonntag, 17. Februar 2008
King Lear
"As flies to wanton boys, are we to the gods.
They kill us for their sport."
"Thou shouldst not have been old till thou hadst been wise."
"What, in ill thoughts again? Men must endure
Their going hence, even as their coming hither; Ripeness is all:
come on."
"We have seen the best of our time: machinations, hollowness, treachery, and all ruinous disorders, follow us disquietly to our graves."
(Wir haben das Beste von unsrer Zeit schon gesehen. Untreue, Ränke, Verrath und alle verderbliche Unordnungen verfolgen uns bis in unser Grab.)
Donnerstag, 14. Februar 2008
Cosi fan tutte

Unter der Führung von Ricardo Muti gelang trotz kleinerer Mängel ein hervorragender Abend. Es sangen u. a. B. Frittoli und A. Kirchschlager. An die in den Cosi wichtigen Oboen ließen sie diesmal keine Damen heran ... ob eine in der Bühnenmusik im 2. Akt beteiligt war, konnte ich nicht erkennen.
In der Pause erschien auch Z. Mehta in der Proszeniumsloge und hörte sich den 2. Akt an.
Schon interessant, daß Mozart die zärtlichste Musik für jene Text-Stellen schrieb, die den vorgetäuschten Gefühlen unterlegt sind. - Nun ja, von Richard Strauss wird auch berichtet, dass er am Vormittag die himmlischte Sphärenmusik schrieb, um dann am Nachmittag einen gepflegten Skat zu dreschen.
Montag, 11. Februar 2008
Regie-Theater
"Die plane inszenatorische Verdoppelung des Schäbigen, diese antiauratische bloße Abbildlichkeit des Alltäglichen und gewalttätig Realen, all diese Popmusik-Einlagen, Blutkübel und Video-Projektionen sind tautologisch. So eine Bühnenwelt büßt an Provokation ein, was sie an correctness gewinnt. Sie fühlt sich bemüßigt, sagen wir: Hans Sachsens deutschnationales Pathos zu entlarven - und entmündigt damit das Publikum, indem sie Interpretation mit Didaktik verwechselt, lästig am Ärmel zupft und mit der Verdunkelung des Erwartungshorizontes der Zuschauer deren Bestes preisgibt - ihre Imaginationskraft. "
Sonntag, 10. Februar 2008
Contrat social
(J.J.Rousseau)
Dienstag, 29. Januar 2008
TALON
Nur der Feigling ist immer Held.
Theater: ....das eigentümlich Berauschende, das die poetische Scheinwelt hat....
...eine richtige Sparsamkeit vergißt nie, daß nicht immer gespart werden kann; wer immer sparen will, der ist verloren, auch moralisch.
Die Klugen rechnen zuletzt doch nie ganz richtig.
Sonntag, 27. Januar 2008
Meistersinger in der Kritik
".... heißt es vom Rezensenten in der Encyclopedie nicht, es falle ihm leichter, über ein gutes Buch zu berichten, als eine gute Zeile zu schreiben? Dabei könnten Musikjournalisten fast immer besser schreiben, als sie es tatsächlich tun. Mangel an Akkuratesse und Reflexion, schlechter Stil, Oberflächlichkeit und schlampige Recherche sind selten das Resultat geringer Metierbeherrschung, sondern fast immer das Ergebnis von Termindruck, schlechter Bezahlung, Anpassungszwängen oder gar massiver Nötigung durch Chefredaktionen und Führungsetagen. Dort, in den Chefetagen, nicht auf dem Schreibtisch des Kritikers ist es, wo die Linien des Unversöhnlichen, nämlich des Shareholder-Value und des autonomen Geistes, sich schneiden, und die Schnittmenge bezeichnet, im >Kompromiß<, die Depravation des Geistes selber. Kaum ein Rezensent, der so schreiben darf, wie er könnte, wenn man ihm nicht dreinredete; kaum auch einer, der nicht immer wieder die Artikel, die er abgeliefert, massiv gekürzt, sinnentstellt und umformuliert, im Druck kaum mehr wiedererkennte. Kritik, die den Namen verdiente, wird ihm ausgetrieben von Anfang an. Seine Domäne wird das Periphere und Akzidentelle. Klischeebildung, Effekthascherei, Vergröberung und Simplifizierung sind der Preis, den er dafür zu zahlen hat, daß man ihn nicht feuert, wenn der Absatz stagniert. Daß unterm Damoklesschwert der RenditeErwartung, der Inserenten- und Abonnentenstatistik so mancher freie oder angestellte Redakteur solche Heteronomie verinnerlicht und in vorauseilendem Gehorsam zur eigenen Sache macht, erhellt die Zwänge nur um so schlagender. Am Ende wird sein Zynismus habituell, und seine Resignation wie sein Hohn auf die eigenen Produktionsbedingungen wandeln sich zum Hohn auf die Sache, um deretwillen er einst zu schreiben begann. "
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Ich habe mich inzwischen ein bißchen auch in den diversten Klassik- und Opernforen umgesehen, alle erreichbaren Kritiken gelesen und frage mich ernstlich, ob die Schreiber dort diesselbe Vorstellung gehört bzw. besucht haben? Ich habe die 1. Vorstellung im Radio gehört und die 2. gesehen. Es war jedesmal alles in allem, trotz mancher Mängel, ein aufregendes Erlebnis. Aber ich weiß noch von meiner Stehplatz-Zeit her, dass es manchen sog. Fans (für die das Wort "freak" wirklich besser passt) gar nicht um ein musikalisches oder dramatisches Erlebnis geht, sondern um das Ausleben ihrer Agressions- und anderer minderer Triebe. Für sie gibt es nur absolute Ablehnung oder Anbetung, nichts dazwischen und das alles weitgehend argumentfrei. Ich habe es wo immer möglich sogar vermieden, neben solchen Wahnsinnigen zu stehen, begleiten sie doch jede Vorstellung mit unübersehbaren Körpersprache- und unüberhörbaren Urlaut-Äußerungen und zerstören lustvoll jeden Schlussakkord mit frenetisch-atonalen Pro- oder Kontra-Geschrei. Da sind mir die schwätzenden Schulklassen, die schnarchenden Gewerkschaftsmitglieder, die lautstark kommentierenden Schwerhörigen oder die Taktschläger auf der Galerie noch lieber...nein, auch nicht wirklich. Momentan sind mir am liebsten die Plätze mit eingeschränkter Sicht in den vorderen Logen, v.a. auch wegen der Sicht auf die Musiker. Die Akustik im Stehparterre ist natürlich unübertrefflich.
In den Internetforen sind leider viele der o. e. Rüpel ungehindert zugange, teilweise ja schon an ihrem nickname (z.B. "scooter") erkenntlich, die dort ungestraft ihren Hooligan-Neigungen nachgehen und sich sogar der Aufmerksamkeit ernsthafter Teilnehmer erfreuen können. Ich habe anfangs versucht, auch aktiv teilzunehmen ("Der Neue Merker"), aber wieder Abstand genommen: "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern". - Man wünscht sich, die Schreiber dieser Beiträge wären Analphabeten geblieben oder würden sich wenigstens ein anderes Betätigungsfeld wählen, wie Eishockey oder Fußball.
Im übrigen ist es in anderen "Liebhaber-Foren", z.B. Eisenbahn-Foren ähnlich, wenn nicht noch ärger. Schade natürlich, denn man erfährt ja doch viele interessante Fakten, die nicht in den Zeitungen stehen - aber der viele Unrat dazwischen....
Leider habe ich mich zeitlebens mit dem guten Rat: "Unrat vorbeischwimmen lassen" immer schwer getan.